Einbrüche in Selm: Täter brachen in zwei Autohäuser - Zeuge gibt erste Hinweise

dzAutohaus-Einbrüche

In gleich zwei Autohäuser in Selm brachen bislang unbekannte Täter in der Nacht zu Donnerstag, 9. Januar, ein. In einem Fall gibt es möglicherweise schon eine wichtige Spur.

Bork, Selm

, 09.01.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Andreas Wenge, Chef des Hyundai-Autohauses an der Lünener Straße in Bork, am Donnerstag, um 7.45 Uhr zur Arbeit kam, war seine Laune schlagartig im Keller. „Einer meiner Mitarbeiter hat mir erzählt, dass an vier Neufahrzeugen auf unserem Gelände insgesamt 14 Räder abmontiert worden waren“, berichtet Wenge am späten Donnerstagvormittag im Gespräch mit der Redaktion.

„Ich habe sofort die Polizei angerufen.“ Die war recht schnell vor Ort. Laut Pressestelle der Kreispolizeibehörde Unna gegen 8 Uhr. „Die Autos waren alle aufgebockt“, berichtet Wenge. Teilweise hatten die Täter Paletten genutzt, teilweise Backsteine.

14 Räder abmontiert

Bis auf zwei Räder an einem Auto seien sämtliche Kompletträder weg. 14 Räder mit einem Stückpreis von 1000 Euro, wie Wenge sagt. Wie die bisher unbekannten Täter auf das umzäunte Gelände gekommen sind, kann Wenge genau nachvollziehen: „Die haben einen Maschendrahtzaun in einer Seitenstraße aufgeschnitten und sind aufs Gelände gelangt.“

Einbrüche in Selm: Täter brachen in zwei Autohäuser - Zeuge gibt erste Hinweise

Die bisher unbekannten Täter schnitten einen Maschendrahtzaun auf und gelangten durch das Loch auf das Grundstück des Autohauses. Das Loch ist provisorisch repariert worden. © Arndt Brede

Zuletzt habe er die Autos unversehrt am Mittwoch, 8. Januar, gegen 18 Uhr gesehen. Womöglich lässt sich aber der Tatzeitraum noch näher eingrenzen. Andreas Wenge: „Ein Anwohner ist gegen 0.15 Uhr mit seinem Hund spazieren gewesen und hat gesehen, dass direkt an der Stelle, wo der Zaun aufgeschnitten war, ein schwarzer Van der Marke Mercedes Vito ziemlich nah am Zaun geparkt hat.“ Im Auto habe niemand gesessen, habe der Anwohner ihm gesagt. Das Kennzeichen habe sich der Anwohner nicht gemerkt. „Aber am Zaun ist ein Stück Fell hängen geblieben, wie von einer Kapuze“, führt Wenge aus. Das Fellstück habe die Polizei mitgenommen.

Ob es sich bei dem schwarzen Van tatsächlich um das Fahrzeug der Täter gehandelt hat, sei bisher unklar, berichtet Polizeisprecher Christian Stein auf Anfrage. Der Sachschaden liegt zwischen 14.000 und 15.000 Euro.

Stromversorgung komplett abgeschaltet

In der Nacht zu Donnerstag, 9. Januar, haben Unbekannte den Autohaus-Rüschkamp-Standort an der Kreisstraße heimgesucht. Dort sind die Täter laut Polizei durch den Keller ins Gebäude gelangt. Die Polizei sei gegen 0.35 Uhr alarmiert worden, so Polizeisprecher Stein. Die Täter hätten die Stromversorgung abgeschaltet, indem sie sämtlich Sicherungen umgelegt hätten. Auf dem Hinterhof hätten sie dann Reifen umgelagert. „Stand jetzt gibt es aber keine Beute“, erklärt Christian Stein. Das bestätigt im Gespräch mit der Redaktion auch Michael Wilke, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Rüschkamp.

Polizei geht von Tatzusammenhang aus

Was die beiden aktuellen Fälle bei Wenge und Rüschkamp betrifft, gehe die Polizei von einem Tatzusammenhang aus, berichtet Sprecher Stein. Und zwar aufgrund der Zeitspanne und weil in beiden Fällen Fahrzeugräder das Ziel waren. Beide Unternehmen - Wenge sowie Rüschkamp - denken jetzt über Verbesserungen der Sicherheitsmaßnahmen gegen Einbrüche an den beiden Standorten nach. Auch wenn, wie im Fall Rüschkamp, der Standort Kreisstraße Ende März leer gezogen werden soll, wie Wilke erklärt.

Wenge lobt 1000 Euro Belohnung aus

Andreas Wenge greift zudem noch zu einer besonderen Maßnahme: „Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, gibt es 1000 Euro.“ Wie in einem solchen Fall das Procedere ist, erläutert Polizeisprecher Christian Stein: „Der Geschädigte kann über seinen Anwalt Akteneinsicht bei der Polizei beantragen. Wir geben die Akte an die Staatsanwaltschaft weiter. Die entscheidet dann, ob Akteneinsicht gewährt wird oder nicht. Wenn ja, muss der Geschädigte dann selbst entscheiden, ob und welcher Hinweis der Entscheidende war.“

Zeugenhinweise an die Wache Werne

Hinweise sollten in beiden Fällen an die Polizeiwache Werne, Tel. (02389) 9213420, gehen, betont Christian Stein.

Im Ursprungsbericht hatten wie irrtümlich eine falsche Telefonnummer angegeben. Die Telefonnummer ist jetzt korrigiert.

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