Maria Morawietz und Georg Fleiter-Morawietz freuen sich auf den Überweg an der Borker Hauptstraße. Doch Verbesserungspotenzial gibt es im Ortskern noch jede Menge. © Gerstenmaier
Verkehr

Ehepaar aus Bork bemängelt Verkehrssituation: „Das bleibt verzwickt“

Maria Morawietz und Georg Fleiter-Morawietz beobachten die Verkehrssituation im Ortskern Borks schon lange. Sie freuen sich, dass sich nun etwas tut. Doch das sei noch lange nicht genug.

In erster Linie sind sie dankbar. Das ist Maria Morawietz und Georg Fleiter-Morawietz wichtig klarzustellen. Dankbar darüber, dass im Borker Ortskern überhaupt etwas passiert. Denn aktuell wird ein Fußgängerüberweg gebaut und auf der Hauptstraße/ Ecke Waltroper Straße Höhe der Volksbank ein Zebrastreifen eingerichtet. „Mit dankbaren Blicken verfolgen viele Borker Bürger die Fortschritte beim Bau des Zebrastreifens vor der Volksbank. Dadurch schafft die Stadtverwaltung ein Stück Sicherheit für Fußgänger. Aber das hier ist einfach eine sehr verzwickte Stelle“, sagt Maria Morawietz. Autos kommen aus dem Ortskern und andere über die Waltroperstraße, rechts abbiegend. Auch wenn die Stelle schwierig ist, fällt dem Ehepaar auch keine bessere ein. Lediglich darüber hinaus gehende Verbesserungsvorschläge, um die Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer weiter zu entspannen.

Ein Parkplatz vor Arztpraxis und Apotheke wäre ausreichend. Dann wäre die Sicht auf den neuen Zebrastreifen besser, sagen Borker.
Ein Parkplatz vor Arztpraxis und Apotheke wäre ausreichend. Dann wäre die Sicht auf den neuen Zebrastreifen besser, sagen Borker. © Gerstenmaier © Gerstenmaier

Kontraproduktiv seien zum Beispiel die vier Parkplätze am Straßenrand vor Arztpraxis und Apotheke. Sie behinderten dann die Sicht auf den Fußgängerüberweg. „Vielleicht könnte ein spezieller Stellplatz für Behinderte reichen“, schlägt Morawietz vor, „die anderen PKW-Fahrer können sich die 16 Parkplätze teilen, die es in unmittelbarer Nähe gibt.“ Denn viele parkten hier, um in die Volksbank zu gehen. Außerdem wäre ein Warnlicht hilfreich, schlägt Georg Fleiter-Morawietz vor, um auf den Zebrastreifen aufmerksam zu machen.

Von Seiten der Stadt heißt es: „Die Parkplätze auf der Hauptstraße sollen vor allem älteren oder körperlich eingeschränkten Menschen, die die Apotheke oder Arztpraxis aufsuchen, dienen. Nur ein Parkplatz dort würde nicht ausreichend sein.“ Außerdem bremsten die Parkplätze den Verkehr bewusst aus, so Stadt-Sprecher Malte Woesmann.

„Darüber hinaus ist der Bürgersteig entlang der Waltroper Straße zu eng“, ergänzt Maria Morawietz. „Menschen, die mit ihrem Rollator vom Altenheim in die Tagespflege bei der Apotheke wollen, kommen hier nicht durch und müssen mit dem Auto gebracht werden

20er-Zone müsste Einbahn werden

Als ein weiteres Problem sieht das Ehepaar Fleiter-Morawietz die 20er-Zone weiter entlang der Hauptstraße. Generell seien auch 20 km/h zu schnell. „Es müsste zu einer Straße werden, auf der Fußgänger Vorrecht haben und Autos nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen“, schlägt Fleiter-Morawietz vor. Außerdem sei es zu eng. Während das Paar die Gefahrenstellen zeigt, stehen zwei Jungen am Straßenrand und wissen nicht, wie sie auf die andere Seite kommen sollen. Durchfahrende Autos sind schneller als 20 km/h, auf einer Seite parkt ein Kastenwagen, ohne dass es an dieser Stelle eine Parkplatzmarkierung gäbe. Ein Mädchen stoppt mit ihrem Fahrrad hinter dem parkenden Auto; wegen des Gegenverkehrs ist es schwierig daran vorbei zu kommen. Gerade hier, in Höhe Trinkhalle/ Sankt-Martin-Apotheke, befinde sich eine weitere Gefahrenstelle, so das Ehepaar. „Hier könnte man durch weitere Poller, so wie es sie weiter vorne an der Straße gibt, Risikofahrer zum Langsamfahren bewegen und den Fußgängern, denen beim Betreten der Apotheke manchmal fast die Hacken abgefahren werden, einen kleinen Schutz geben“, schlägt Maria Morawitz vor.

Signalanlage steht sinnlos herum

„Warum steht die mobile Signalanlage eigentlich seit Monaten sinnlos im Neubaugebiet rum, anstatt in der Hauptstraße die Schnellerfahrer freundlich zu ermahnen“, fragt sie sich. „Und warum setzt der Bürgermeister seine gute Idee, die Hauptstraße nur in einer Richtung befahren zu lassen und damit zur Verkehrsentlastung beizutragen, nicht kurzfristig um?“

Damit wären Ortsfremde, die die Hauptstraße nur als Durchfahrtsstraße nutzten, eventuell auch abgeschreckt und würden die Strecke entlang des Bahnhofs bevorzugen. „Autos sollen hier schon fahren dürfen, aber bitte piano“, fasst Georg Fleiter-Morawietz ihr Anliegen zusammen.

Stadt-Sprecher Malte Woesmann sagt zu den Anregungen: „Die Verkehrssituation auf der Hauptstraße wird in dem zurzeit zu erstellenden Mobilitätskonzept der Stadt Selm beleuchtet werden. Dieses untersucht die verkehrlichen Situationen, auch unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger, in der gesamten Stadt.“ Gegebenenfalls werden sich dann auch aus dem Konzept Maßnahmen ableiten.

Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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