Dubioses Corona-Flugblatt in Selmer Briefkästen – Behörden warnen

dzCoronavirus in Selm

Ein Selmer hat eine ominöse Corona-Broschüre in seinem Briefkasten gefunden. Jetzt will er andere warnen, nicht auf Falschinformationen hereinzufallen. Auch die Stadt äußert sich deutlich.

Selm

, 03.11.2020, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ein Anwohner der Breslauer Straße am Montag (2. November) in seinem Briefkasten fand, lässt ihn die Stirn runzeln: eine Broschüre mit der Überschrift „Corona begegnen“. Ein anonymer Absender rät darin erst, das Immunsystem zu stärken und dann einen ominöse Corona-Schutzformel aufzumalen. Der Anwohner will die Selmer warnen und auch die Stadt positioniert sich deutlich.

„Hinweise halte ich für gefährlich“

„Einige Hinweise halte ich für gefährlich“, sagt der Selmer, der die Broschüre im Briefkasten fand. Wie viele seiner Nachbarn den Flyer noch erhalten haben, weiß er nicht. Er sorgt sich aber, dass nicht alle die Informationen auf dem Flugblatt als Falschinformationen erkennen. So ist in dem Schreiben unter anderem die Rede von Impfskepsis. Auch rät der unbekannte Verfasser dazu, ein Corona-Symbol bestehend aus Punkten und Strichen aufzumalen, um sich und andere vor dem Virus zu schützen.

Besonders ärgerlich für den Mann aus Selm: Die Polizei habe sich nicht dafür interessiert, dass jemand Falschmeldungen verteile. Das Schreiben stelle keinen Straftatbestand dar, habe die Polizei ihm gesagt, erzählt der Selmer.

„Der Inhalt des Papiers hält keiner seriösen, wissenschaftlichen Bewertung stand. Offenbar ist dieser aus der Ecke von Impfgegnern bzw. Verschwörungstheoretikern verfasst worden“, macht Stadtsprecher Malte Woesmann deutlich. Die Stadt habe bislang noch keine Kenntnis, an wie viele Haushalte die Broschüre verteilt sein worden könnte. Dagegen vorgehen könne die Stadt nicht, da kein Verfasser erkenntlich ist.

Kreis Unna: keine seriöse Quelle

Genau daran könnten die Bürger erkennen, dass der Flyer nicht von einer seriösen Quelle komme, sagt Birgit Kalle, Sprecherin des Kreises Unna. Jede Veröffentlichung müsse ein Impressum tragen, das den Verfasser kenntlich macht.

Inhaltlich warnen sowohl die Kreissprecherin als auch der Stadtsprecher davor, die dort gegebenen Tipps ernst zu nehmen. „Die dort erteilten Ratschläge, würden sie befolgt werden, können unter Umständen zu erheblichen gesundheitlichen Schäden, bis hin zum Tod führen“, sagt Selms Stadtsprecher Malte Woesmann. Lieber sollten die Selmer den Empfehlungen von Bund, Land und Kreis Unna folgen, und in den kommenden Wochen auf soziale Kontakte verzichten, so Woesmann.

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