Der Digitalpakt Schule will die Schulen im Land für die Zukunft rüsten. Auch Selmer Schulen profitieren davon. Wie genau? Was ist geplant, was schon umgesetzt? Ein Überblick.

Selm

, 04.11.2020, 08:14 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon vor dem Ausbruch der Pandemie war klar: Das Thema Digitalisierung an Schulen ist ein wichtiges in Selm. Aber: Das Coronavirus hat in den vergangenen Monaten einige Prozesse beschleunigt. Wo stehen die Selmer Schulen gerade digital? Wie macht sich der sogenannte Digitalpakt Schule schon bemerkbar? Die wichtigsten Informationen liefern wir hier im Fragen-und-Antworten-Format:

? Erst mal ganz grundsätzlich: Was genau ist der Digitalpakt?

Der Digitalpakt Schule ist ein Förderprogramm vom Land NRW. Darin werden den Kommunen Mittel zur Verfügung gestellt, um ihre Schulen digital voranzubringen. In Selm ist 2019 der sogenannte Medienentwicklungsplan von der Politik beschlossen worden: Darin eingerechnet waren schon die Mittel aus dem Digitalpakt NRW. Rund eine Millionen Euro Förderung erhält die Stadt Selm - 1,2 Millionen Euro investiert die Stadt darüber hinaus in den digitalen Ausbau der Schulen.

? Wie hat Selm davon schon profitiert? Wurde schon etwas umgesetzt?

Ja, es ist durchaus schon etwas umgesetzt worden. Vor allem das Gymnasium und die Overbergschule in Selm haben schon profitiert: Die beiden Schulgebäude wurden bereits digital verkabelt. „Dort wurde auch die Serverhardware neu beschafft. Die neuen Komponenten sind bereits in Betrieb genommen worden“, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann außerdem auf Anfrage der Redaktion.

? Was genau steht noch alles an und wurde genehmigt?

Das betrifft die anderen Schulen in Trägerschaft der Stadt. „Weitere Anträge werden für die digitale Verkabelung und neue Hardwarekomponenten in der Sekundarschule, Ludgerischule und in den beiden Standorten der Grundschule Auf den Äckern in Kürze gestellt. Die Maßnahmen werden ab Sommer 2021 umgesetzt“, so die Stadt.

? Werden denn alle Selmer Schüler mit Endgeräten ausgestattet? Kommen auf die Eltern da Kosten zu?

Nein, nicht alle. In dem von der Selmer Politik verabschiedeten Medienentwicklungsplan ist das Ziel aufgestellt, dass die Selmer Schulen im Zeitraum von 2020 bis 2023 Schritt für Schritt mit weiteren Geräten ausgestattet werden sollen. Es soll aber nicht jeder Schüler ein Gerät bekommen. Pro fünf Schüler soll es ein Endgerät geben. „Dazu wird den Schulen in jedem Jahr ein festes Budget zur Verfügung gestellt“, heißt es von der Stadt dazu. Ein Eigenanteil der Eltern sei hierbei nicht vorgesehen, es handele sich um schulgebundene Geräte.

? Was ist mit den iPads, die aus der Sofortausstattung des Landes kommen sollten?

Die kommen - noch sind sie allerdings nicht da. 330 iPads wurden für Schüler mit besonderem Bedarf bestellt - also für Kinder, deren Eltern beispielsweise nicht so viel Geld haben. Die Förderung hierfür kommt aus zusätzlichen Mitteln des Digitalpaktes - 90 Prozent der Kosten übernimmt das Land NRW, zehn Prozent die Stadt Selm. „Die Auslieferung erfolgt aufgrund von Lieferengpässen wahrscheinlich erst gegen Ende des Jahres“, so Malte Woesmann von der Stadt Selm. Auch bei diesen Geräten ist es aber so, dass sie den Schulen gehören - und bei Bedarf an die Schüler verliehen werden können.

? Gibt es auch für Lehrer technische Ausstattung?

Ja, auch für Lehrer sind bereits iPads bestellt. Auch für diese Anschaffung gab es eine Förderung vom Land NRW. Und auch hier wartet die Stadt noch auf die Lieferung. Außerdem ist weiterhin die Frage offen, wie genau es mit dem Support dieser Geräte in Zukunft aussehen soll, wie die Selmer Kämmerin Sylvia Engemann im Gespräch mit der Redaktion erklärte. Schon im September hatte sie gesagt, dass die Planung von Wartung und Support für diese Geräte vom Land noch nicht zu Ende gedacht sei und für die Kommunen eine hohe Belastung bedeute. Mit so vielen weiteren Geräten sei die Planung von 1,5 Vollzeitstellen für den Support der Schulen vermutlich nicht ausreichend.

? Wie sieht es mit Support aus, wenn mal etwas nicht funktioniert oder kaputt geht?

Darum kümmert sich die EDV-Abteilung der Stadt. Federführend ist dabei Sonja Börger, die seit März in der Stadtverwaltung arbeitet und für die Schulen Ansprechpartnerin ist, wenn etwas nicht funktioniert. An den Schulen gibt es außerdem jeweils Lehrer, die den sogenannten „First-Level-Support“ leisten, sich also kurzfristig um die kleineren Schwierigkeiten vor Ort kümmern.

? Gab es auch Anträge der Stadt, die gescheitert sind?

Nein, erklärt Malte Woesmann, die habe es nicht gegeben.

? Auch vor Corona war der Medienentwicklungsplan für die Schulen in Selm ja schon auf den Weg gebracht. Hat die Pandemie die Entwicklung trotzdem noch vorangetrieben?

Das bejaht Sylvia Engemann, Beigeordnete der Stadt Selm, klar. Durch die Schulschließungen sei im Frühjahr einfach Eile geboten gewesen. Die Schulen in Selm sind beispielsweise mittlerweile alle mit der Kommunikations-Software iServ ausgestattet.

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