Das sagen SPD-Politiker in Selm, Olfen und Nordkirchen zum neuen Parteivorsitz

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Die SPD hat einen neuen Parteivorsitz. Thomas Orlowski, Marcus Vieting und Torsten Möller von den Ortsvereinen in Selm, Olfen und Nordkirchen erklären, was sie vom neuen Vorsitz erwarten.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 02.12.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mitglieder der SPD haben entschieden: Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sollen die neue Doppelspitze der Sozialdemokraten bilden. Das Wahlergebnis war gemischt. Der Blick in die drei Ortsvereine in Selm, Olfen und Nordkirchen zeigt: Nicht alle stimmten für das Sieger-Duo.

Torsten Möller, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Nordkirchen-Südkirchen-Capelle, ist zufrieden mit dem Wahlergebnis. Dass sich die 58-Jährige und der 67-Jährige bei der Wahl gegen Olaf Scholz und Klara Geywitz durchsetzten, „finde ich gut“.

53 Prozent wählten Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

„Ich freue mich, dass es zwei aus Nordrhein-Westfalen geworden sind“, sagt auch Thomas Orlowski, Fraktionsvorsitzender der SPD Selm. Wer seine Stimme bekommen hat, wollte er allerdings nicht verraten.

Torsten Möller hat für Esken und Walter-Borjans gestimmt. Im Vorfeld habe er zudem das Gefühl gehabt, dass die beiden auch in Nordkirchen eher favorisiert wurden. Das Gewinner-Duo sei ihm „deutlich lieber als Olaf Scholz an der Parteispitze“.

53 Prozent der insgesamt 216.721 Stimmen gingen an Esken und Walter-Borjans. Scholz und Geywitz erhielten 45 Prozent. Für Marcus Vieting, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Olfen, waren beide Duos „gute Alternativen“. Seine Stimme ging jedoch an die letztendlichen Verlierer.

Auf einem Parteitag in dieser Woche muss der neugewählte Parteivorsitz aber noch bestätigt werden. Dass dies passiert, gilt allerdings als sicher. Auch die Zukunft der Großen Koalition wird bei dem Parteitag Thema sein. Bleibt die SPD in der GroKo oder verlässt sie das Bündnis mit der CDU und CSU?

SPD diskutiert womöglich noch mal über einzelne Themen

Marcus Vieting geht davon aus, dass die SPD noch mal mit ihren Koalitionspartnern nachverhandeln könnte. Das Thema Klimaschutz sei zum Beispiel 2018 noch nicht so wichtig bei den Verhandlungen gewesen wie es heute ist.

Auch eine neuaufkommende Debatte über einen höheren Mindestlohn kann sich Vieting gut vorstellen. Wie die SPD sich in Zukunft aufstellt, wird gerade ebenfalls diskutiert.

Was genau sich ändern werde, sei „ganz schwierig“ vorherzusagen, erklärt Torsten Möller. Wichtig werde es sein, sich auf wenige Aspekte zu konzentrieren, „die dann aber inhaltlich gut umgesetzt werden“ müssten.

Für Marcus Vieting ist die Kommunikation nach außen ein Problem

Marcus Vieting sieht nicht die Inhalte der SPD-Politik als großes Problem, sondern vielmehr die Kommunikation nach außen. „Wir machen objektiv gesehen eine gute Arbeit“, sagt er. Allerdings komme das „bei der Bevölkerung nicht an“, was sich in den Umfragewerten widerspiegele.

Eine Beständigkeit an der Parteispitze und einen Rückhalt für eben diese wünscht sich derweil Thomas Orlowski. In welche Richtung sich die Sozialdemokraten nun entwickeln werden, sei aber „eine schwierige Frage“.

Erst mal, vermutet der Selmer Bürgermeister-Kandidat, müsse die zukünftige Ausrichtung innerparteilich besprochen werden. Er hoffe aber, dass die GroKo beibehalten wird. „Die Bürger sehen gerade keinen Grund für einen Austritt“, glaubt er. Ein Austritt könnte daher für Ablehnung bei den Wählern führen.

Behält Olaf Scholz seine Ämter?

Olaf Scholz und Klara Geywitz galten vor der Wahl am 30. November als Favoriten. Bereits im Vorfeld wurde spekuliert, ob Scholz bei einer Niederlage weiterhin als Vizekanzler und Finanzminister tätig sein könne.

Torsten Möller glaubt an einen Verbleib von Scholz in seinen aktuellen Ämtern. „Ich denke, dass Scholz in der GroKo gut aufgehoben ist“, sagt er. Vorausgesetzt die SPD entscheide sich gegen einen Austritt.

Für einen Verbleib von Scholz sprechen sich ebenfalls Marcus Vieting und Thomas Orlowski aus. „Ich hoffe, dass er dabei bleibt“, sagt Vieting. Scholz habe als Bundesminister der Finanzen eine gute Arbeit geleistet.

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