Diese Cappenberger Baustellen rücken 2019 verstärkt in den Blickpunkt

dzCappenberg

Das Integrierte Handlungskonzept für Cappenberg steht in diesem Jahr auf der Agenda von Politik und Verwaltung. Ergebnisoffen. Eine Baumaßnahme könnte aber noch 2019 beginnen und enden.

Cappenberg

, 24.01.2019, 11:43 Uhr / Lesedauer: 4 min

Während des Neujahrsempfangs am Freitag, 18. Januar, hatte Bürgermeister Mario Löhr erklärt, dass es in diesem Jahr in Cappenberg Bürgerversammlungen geben werde, um über die weitere Entwicklung Cappenbergs zu sprechen. Auf Anfrage der Redaktion bei Stadtsprecher Malte Woesmann, ob es schon genaue Termine für die Versammlungen gebe, antwortete Woesmann: „Für die Vorbereitung von eventuellen Bürgerversammlungen zur Ortsteilentwicklung in Cappenberg laufen zurzeit Vorgespräche.“

Straßen sind mittlerweile Buckelpisten

Das Wort „eventuell“ haben die Cappenberger in anderer Sicht in der Vergangenheit häufig gehört. Nämlich in Sachen baulicher Zustand der Straßen von Selms kleinstem Ortsteil. Der Cappenberger Damm gleicht mittlerweile vor allem zwischen Ortsausgang und der Kreuzung mit der Werner Straße einer Schlagloch- und Buckelpiste. Große Teile der Strecke sind mit Tempo-30-Schildern versehen. Ruckelig ist es schon seit Langem auf der Straße Am Brauereiknapp. Vor allem die Seitenbereiche sind so marode, dass Vorsicht geboten ist, wenn man den Brauereiknapp rauf- oder runterfährt. Mittlerweile fahren viele Lastwagen auch größerer Tonnage durch Cappenberg, was vielen Cappenbergern sauer aufstößt. Schon 2017 hatten Bürger den Wunsch geäußert, dass Schwerlastverkehr aus Cappenberg rausgehalten werden sollte. Die Brummis seien mitverantwortlich für den schlechten Fahrbahnzustand.

Lastwagen, so wünschen es sich viele Cappenberger, sollen möglichst nicht mehr durch Cappenberg fahren dürfen.

Lastwagen, so wünschen es sich viele Cappenberger, sollen möglichst nicht mehr durch Cappenberg fahren dürfen. © Arndt Brede

Abhilfe ist in Sicht

Abhilfe - zumindest was den baulichen Straßenzustand betrifft - ist in Sicht, wie Stadtsprecher Malte Woesmann gegenüber der Redaktion erläutert: „Die Oberfläche der L810 (Cappenberger Damm, Am Brauereiknapp und Cappenberger Straße) wird von Lünen kommend bis zur Werner Straße ohne die bebaute Ortslage selber im Jahr 2019 von Straßen.NRW saniert.“Auf dem Wunschzettel vieler Verkehrsteilnehmer steht wohl auch eine Entschärfung der Kreuzung Cappenberger Damm/Werner Straße/Selmer Landstraße. Dort hat es schon schwere Unfälle gegeben, in letzter Zeit jedoch nicht mehr. Dennoch: Dort soll ein Kreisverkehr entstehen. Das hatten in der Vergangenheit sowohl Selms Bürgermeister Mario Löhr als auch der Landesbetrieb Straßen.NRW gegenüber der Redaktion erklärt. Nur, wann, darüber gab es keine konkreten Aussagen.

Schwere Unfälle hat es an der Kreuzung Cappenberger Damm/Werner Straße/Selmer Landstraße immer wieder gegeben. So wie im März 2017.

Schwere Unfälle hat es an der Kreuzung Cappenberger Damm/Werner Straße/Selmer Landstraße immer wieder gegeben. So wie im März 2017. © Jürgen Weitzel (A)

Stadt: Baubeginn ist noch offen

Der aktuelle Sachstand ist laut Malte Woesmann so: „Für den Kreisverkehr L810/L507 (Cappenberger Damm/Werner Straße) muss von Straßen.NRW die Planung überarbeitet werden. Dieser soll in 2020 gebaut werden.“ Zudem soll ein Radweglückenschluss zwischen Werner Straße und Südkirchen ebenfalls erfolgen.

Auf die Frage, wann die Sanierungsmaßnahmen am Cappenberger Damm beginnen, sagt Woesmann: „Der mögliche Baubeginn für die Sanierung ist noch offen.“

Ebenso offen ist, wie sich mögliche Sanierungsmaßnahmen am Cappenberger Damm in die aktuelle Liste der Baustellen in Selm einfügen: Sind Sperrungen und/oder Umleitungen nötig? Wo würden Umleitungen herführen? Antwort des Stadtsprechers: „Zu möglichen Sperrungen und Umleitungen im Zuge der Bauarbeiten kann zurzeit noch nichts gesagt werden.“

Stadt muss keine Eigenanteil zahlen

Was aber fest steht, ist offenbar, dass die Stadt bei der Finanzierung der Fahrbahnsanierung außen vor ist. Woesmann dazu: „Ein Eigenanteil, ähnlich wie bei der Sanierung der Werner Straße, wird nicht gezahlt.“

Landesbetrieb wird etwas präziser

Die Aussagen der Stadt zu Zeitplänen und Ausführungen sind zwar noch recht unkonkret. Aber der Landesbetrieb Straßenbau NRW (Straßen.NRW) wird auf Anfrage etwas präziser. Christian Kahlau vom Landesbetrieb Straßenbau NRW, Regionalniederlassung Münsterland, Abteilung Bau: „Die Baumaßnahme an der L 810 befindet sich zurzeit noch in der Ausschreibungsphase. Einige Dinge sind noch nicht abschließend geklärt.“ Er könne folgende Eckpunkte nennen:

  • Die L 810 soll laut Kahlau ab Ortsausgang Lünen (ungefähr in Höhe des Kommunalfriedhofs Altlünen) in Richtung Südkirchen auf einer Länge von etwa 4.300 Metern saniert werden.
  • Die Ortsdurchfahrt Cappenberg könne dabei ausgelassen werden, weil die Straße dort noch in einem guten Zustand ist, so die Einschätzung von Straßen.NRW. Kahlau weiter: „Die L 810 ist insgesamt in einem sehr schlechten Zustand, es werden mindestens zehn Zentimeter der vorhandenen Asphaltbefestigung abgefräst werden müssen, um im Anschluss die neuen Asphaltlagen aufzubringen.“ Trotz des Schadensbildes handele es sich jedoch „nur“ um eine Deckensanierung. „Eine komplette Aufnahme des befestigten Oberbaus wäre zu aufwendig, würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und zudem den ohnehin recht knappen Kostenspielraum bei Landesstraßen sprengen.“
  • Es sei wahrscheinlich, dass die Baustrecke in zwei Abschnitte unterteilt wird. Der 1. Abschnitt reiche von Lünen bis zur Ortsdurchfahrt Cappenberg. Das bedeutet, dass auch die Straße Am Brauereiknapp saniert wird. Die Sanierung endet, wo der Brauereiknapp auf die Freiherr-vom-Stein-Straße stößt. Und setzt erst weiter nördlich am Cappenberger Damm wieder an. Der zweite Abschnitt reicht ab Ortsausgang Cappenberg (laut Plan von Straßen.NRW ungefähr in Höhe des Stadiongeländes von Grün-Schwarz Cappenberg) bis zur Kreuzung mit der Werner Straße (L 507).
  • Aufgrund der geringen Fahrbahnbreiten müssen beide Abschnitte unter Vollsperrung laufen, das heißt, der Verkehr muss großräumig umgeleitet werden. Die möglichen Umleitungsstrecken müssen nach Auskunft von Christian Kahlau noch mit den betroffenen Behörden und Unternehmen (Polizei, Straßenverkehrsämter, Feuerwehr, Busbetriebe etc.) diskutiert werden.
  • Folgende Umleitungen seien am wahrscheinlichsten: Für den ersten Bauabschnitt (Lünen - Cappenberg) Umleitung über die Borker Straße (B 236), also über den Siebenpfennigsknapp, und die Borker Straße (K 11), die von der B236 nach Cappenberg abzweigt. Für den zweiten Bauabschnitt (Cappenberg - Kreuzung Werner Straße) Umleitung über Werner Straße (L 507), Netteberger Straße (K 8), Borker Straße (B 236) und die Borker Straße (K 11).
  • Sobald die Witterung es zulässt, wird der Kreis Unna mit der Sanierung der Varnhöveler Straße (K 19) zwischen Cappenberg und Werne beginnen, erklärt Christian Kahlau. „Da für diese Sanierung die Varnhöveler Straße voll gesperrt werden muss, wird eine Umleitung eingerichtet, die über den zweiten Bauabschnitt der L 810 führt.“ Somit könne die Sanierung des zweiten Bauabschnitts der L 810 (für die Straßen.NRW zuständig ist) nicht gleichzeitig mit der Sanierung der K 19 (Kreis Unna) laufen; er könne erst saniert werden, sobald die Arbeiten an der Varnhöveler Straße abgeschlossen seien. „Von daher wird der erste Bauabschnitt (Lünen – Cappenberg) sicherlich als erstes saniert“, berichtet Kahlau. Es sei geplant, spätestens im Juni 2019 mit den Sanierungsarbeiten der L 810 zu beginnen. „Bis zum Ende des Jahres werden sie abgeschlossen sein.“
  • Die Kosten der Sanierung belaufen sich voraussichtlich auf circa 1,5 Millionen Euro.

Auch zum geplanten Kreisverkehr Cappenberger Damm/Werner Straße/Selmer Landstraße äußert sich Christian Kahlau: „Der Bau des Kreisverkehrsplatzes an der Kreuzung L 507 / L 810 soll ab Frühjahr 2020 durchgeführt werden. Gleichzeitig mit dieser Maßnahme wird der Lückenschluss des Radwegs an der L 810 von Südkirchen kommend bis zum neuen Kreisverkehr erfolgen.“ Die Planung sei noch nicht gänzlich abgeschlossen.

Bauarbeiten auf zwei Jahre verteilen

Zum weiteren Zeitplan sagt Christian Kahlau: „Vor dem Hintergrund, dass die Planung noch nicht abgeschlossen ist, die Veröffentlichung der Sanierungsmaßnahme L 810 aber zeitnah erfolgen soll, und durch die Tatsache, dass der Kreis Unna in der ersten Jahreshälfte die Durchführung der Baumaßnahme an der Varnhöveler Straße (K 19) plant, halte ich es ohnehin für sinnvoll, die Bauarbeiten für die Sanierung, den Kreisverkehrsplatz und den Radweg-Lückenschluss auf zwei Jahre zu verteilen.“

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