Darum ist das ganze Selmer Gymnasium eine Woche lang nicht im Unterricht

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In der 37. Kalenderwoche geht am Städtischen Gymnasium Selm unterrichtsmäßig nichts. Streik? Krankheitsbedinger Ausfall? Nein. Der Grund ist erfreulich.

Selm

, 08.09.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Städtische Gymnasium Selm ist 30 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern, findet die Schulgemeinde. Aber wie? Ganz einfach: Indem sich die Schüler und Lehrer solidarisieren. Sie tun das unter dem Motto „Gemeinsam etwas schaffen“. Dahinter verbirgt sich eine ganze Projektwoche von Montag, 9. September, bis einschließlich Freitag, 13. September.

Frühstück auf dem Campus Süd

27 Projekte sind es. Kommen wir aber zunächst zur spektakulärsten Veranstaltung der Jubiläumsprojektwoche: zum Frühstück am Abschlusstag Freitag, 13. September. Klingt zunächst mal nicht ungewöhnlich. Ist es aber. Denn alle Schüler und Lehrer treffen sich ab 8 Uhr auf dem Campus Süd, also quasi vor der Schultür. Sie bauen klassen- oder jahrgangsweise Tische und Stühle auf, sorgen für Dekoration.

Darum ist das ganze Selmer Gymnasium eine Woche lang nicht im Unterricht

Auf dem Campus Süd werden die Schüler und Lehrer des Selmer Gymnasiums gemeinsam frühstücken. © Arndt Brede

Und dann wird gefrühstückt. Der Schulförderverein sorgt für die Verpflegung, berichtet Lehrer Henning Timpe für das Orga-Team der Jubiläumswoche. Was das gemeinsame Frühstück neben der Dimension so besonders macht: Es steht unter dem Motto „Nachhaltigkeit“. Heißt: „Es soll so wenig Müll wie möglich produziert werden“, sagt Timpe. Einweggeschirr zum Beispiel ist ein Tabu.

Nachhaltige Wirkung: Sporthelferausbildung

Nachhaltig werden auch einige andere Projekte sein. Einige der Schüler werden eine Sporthelferausbildung absolvieren, lernen sportmedizinische Grundlagen, Erste Hilfe, Sicherheit im Sport zur Unfallprävention, widmen sich rechtlichen Fragen.

„Die Teilnehmer können dann in Sportvereine gehen und die können wir auch beim Schulsport einsetzen“, führt Henning Timpe, selber Sportlehrer, aus.

Beim Klimaschutzprojekt ist das Gymnasium aktueller denn je: Schüler untersuchen regionale Läden und überregionale Supermarktketten. Dadurch bilden sie sich kritisch eine eigene Meinung zum Thema Klimaschutz. Nachhaltig eben.

Genau so wie das Projekt „Radeln for future“, bei dem Schüler per Rad Touren machen und so umweltfreundliche Ideen für die Freizeitgestaltung aufzeigen.

Naturschutz zum Selbermachen wird sogar sichtbare Spuren am Gymnasium hinterlassen: Einige der Gymnasiasten bauen Insektenhotels und Nistkästen. „Die werden dann auf dem Schulgelände aufgestellt oder aufgehängt“, berichtet Henning Timpe.

Schüler graben an der alten Synagoge

Öffentliche Reaktionen dürften einige der Gymnasiasten auch erzeugen. Schüler werden an der alten Synagoge Grabungen ausführen, begleitet vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Also, liebe Borker: Nicht wundern, wenn junge Menschen an der Synagoge graben. Sie dürfen das!

Ein Projekt wird womöglich über die Schulgrenzen hinaus hallen. Im Wortsinn. Es ist das Projekt „Ein Song für die Schule“. Ein Profimusiker und Produzenten werden mit Schülern ein Lied schreiben, eine Choreografie erarbeiten und ein Musikvideo drehen. Der Song soll das Gymnasium repräsentieren und als Schulhymne dienen.

Neuer Name für das Gymnasium?

Und vielleicht bekommt das Städtische Gymnasium Selm einen anderen Namen. Denn innerhalb des Projektes „30 Jahre und noch namenlos“ suchen Schüler einen geeigneten Namen für das Gymnasium. „Das könnte ja auch profilbildend sein, im Sinne von ,Wofür steht unsere Schule?‘“, sagt Timpe.

All diese Projekte könnten nicht funktionieren und schon gar nicht kostenneutral laufen, wie die meisten der Projekte, wenn es nicht Unterstützer gäbe. Wie zum Beispiel den Förderverein des Gymnasiums, der laut Henning Timpe bei der Anschaffung von 3-D-Druckern finanziell zur Seite stand.

Die Projektwoche mit ihren vielen Projekten endet am Freitagnachmittag, 13. September, wenn die Beteiligten ihre Projekte vorstellen. Dann soll es nochmal munter zugehen. Nämlich, wenn die rund 600 Schüler den Flashmob-Dance aufführen, den sie während der Woche gelernt haben.

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