Dach konnte noch nicht auf den Anbau der Trinitatis-Kirche Bork schweben

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Das Holzständergerüst des neuen Anbaus an der evangelischen Kirche in Bork steht bereits. Der nächste Schritt wäre, das Dach aufzulegen. Aber, wo Menschen arbeiten, passieren Fehler.

Bork

, 12.05.2020, 19:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis Ende dieses Jahres, so sieht es der Plan vor, sollen die evangelische Trinitatis-Kirche und der neue Anbau als Gesamtensemble für die Nutzung freigegeben werden. Bisher laufen die Arbeiten auch reibungslos, erklärt Pfarrerin Antje Wischmeyer. „Aber ich treffe nur noch Aussagen, die für den jeweiligen Tag gelten, nicht darüber hinaus.“ Als ob sie prophetische Gaben hätte, gerieten die Arbeiten am Dienstagvormittag, 12. Mai, ins Stocken.

Was war passiert? Die Firma Poppensieker & Derix GmbH & Co. KG aus Westerkappeln hatte den Auftrag bekommen, Holzmodulplatten zu liefern, die dann mittels eines Krans auf den Holzanbau gelegt werden und fortan das Dach bilden sollten.

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Mächtig überragt der Kran das Kirchengelände in Bork. Am Dienstag kam er nicht zum Einsatz.

Mächtig überragt der Kran das Kirchengelände in Bork. Am Dienstag kam er nicht zum Einsatz. © Arndt Brede

Der Tieflader mit den Holzplatten fuhr auch vor, die Mitarbeiter der Zimmerei Kemler aus Lüdinghausen standen ebenso parat wie ein Kran der Firma Preun aus Lüdinghausen. Aber irgendwas schien nicht zu stimmen. Jedenfalls setzten die Arbeiten zum Einschweben der Holzplatten nicht ein.

Den Grund nannte Architektin Manuela Kletzel vom Architekturbüro „Spital-Frenking + Schwarz“ gegenüber der Redaktion: „Die Holzplatten sind falsch herum aufgeladen worden.“ Heißt: Die Innenseite der Platten lagen oben statt unten. Folge: Die Platten zu drehen, sei unmöglich. Jedenfalls vor Ort. Der Platz vor der Kirche gebe das nicht her.

Bis zu drei Tonnen schwere Platten

Und die Platten seien mit jeweils bis zu drei Tonnen so schwer, dass sie auf dem Boden Schäden anrichten würden, sagt Manuela Kletzel. Und in der Luft zu drehen, sei ebenfalls nicht möglich. Zumal die Firma Poppensieker & Derix vergessen hatte, an den Platten Hebehilfen anzubringen, mit denen es per Kran gelingen soll, die Platten auf den Anbau zu legen.

Die Innenseiten der Holzplatten lagen nach oben ausgerichtet auf dem Tieflader.

Die Innenseiten der Holzplatten lagen nach oben ausgerichtet auf dem Tieflader. © Arndt Brede

Also fuhr der Tieflader wieder nach Westerkappeln. Dort werden die Platten laut Manuela Kletzel gedreht, mit Hebehilfen versehen und wieder nach Bork gefahren.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Architekturbüro „Spital-Frenking + Schwarz“ mit der Firma aus Westerkappeln zusammenarbeitet. „2017 hat Poppensieker & Derix für die Kirche St. Felizitas in Lüdinghausen noch größere und schwerere Platten geliefert, und das hat alles reibungslos geklappt“, berichtet Manuela Kletzel.

Die Mitarbeiter der Fachfirma aus Westerkappeln verschnürten die Platten und fuhren wieder zum Werk zurück.

Die Mitarbeiter der Fachfirma aus Westerkappeln verschnürten die Platten und fuhren wieder zum Werk zurück. © Arndt Brede

Wie konnte es zu diesem Fehler in Westerkappeln kommen? Ein Mitarbeiter aus dem Bereich Projektvertrieb der Derix-Gruppe erklärt den Fall auf Anfrage so: „Der Weg eines Elements vom geplanten Bauteil bis zum gefertigten Bauteil umfasst eine ganze Reihe von Stationen und viele Menschen sind hieran beteiligt. Es wird ein Architektenplan erstellt, es wird eine Einteilung vorgenommen, es wird eine Werkplanung von einem anderen Planer erstellt, wir machen wiederum eine werksinterne Planung und diese werksinterne Planung wird weitergegeben an die Fertigung.“

Das allein seien schon sehr viele Schnittstellen, an denen Informationen potenziell verloren gehen können. „In den allermeisten Fällen funktioniert das gut und reibungslos. Leider können aber auch bei uns oder einem unserer Partner einmal Fehler passieren und nicht immer lässt sich dann hundertprozentig nachverfolgen, woran es konkret gelegen hat. Wir fokussieren uns immer darauf, lösungsorientiert zu arbeiten und freuen uns deshalb, dass wir dieses Problem durch die sofortige Umladung sehr zeitnah lösen konnten.“

Die Arbeiten für das Dach auf dem Holzanbau der evangelischen Kirche in Bork werden am Mittwoch, 13. Mai, fortgesetzt.

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