Coronavirus in Selm: Bürgermeister Mario Löhr appelliert im Video-Telefonat an die Vernunft

Coronavirus

Kommt die Ausgangssperre? Bürgermeister Mario Löhr hält das für wahrscheinlich. Jeder sei aber auch jetzt schon aufgerufen, am besten zu Hause zu bleiben , sagt er im Video-Telefonat.

Selm

, 21.03.2020, 11:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgermeister Mario Löhr. Beim Video-Interview mit Redaktionsleiterin Sylvia vom Hofe war er im Amtshaus und sie im Homeoffice.

Bürgermeister Mario Löhr. Beim Video-Interview mit Redaktionsleiterin Sylvia vom Hofe war er im Amtshaus und sie im Homeoffice. © Stadt Selm

„Bleiben Sie zu Hause.“ Diesen Appell hatte Ministerpräsident Armin Laschet an die Menschen in NRW gerichtet. „Halten Sie sich an die Regeln“, forderte kurz darauf Kanzlerin Angela Merkel. Dennoch: Anders als in Bayern und im Saarland gibt es in NRW noch keine Ausgangssperre. Selms Bürgermeister Mario Löhr ruft im Video-Telefonat mit der Redaktion dazu auf, trotzdem nach Möglichkeit in der Wohnung zu bleiben: „Es geht schließlich um unser aller Gesundheit.“

Die zurücklegende Woche hat für die Selmerinnen und Selmer nahezu jeden Tag das öffentliche Leben weiter eingeschränkt. Mehrfach hat die Stadtverwaltung die Allgemeinverfügung weiter verschärft:

Warum Selmer Restaurants noch nicht komplett schließen müssen

Inzwischen müssen Modegeschäfte, Schuhläden, das Spielzeuggeschäft und alle anderen Einzelhändler die nicht nur Waren des täglichen Bedarfs anbieten, geschlossen bleiben. Kneipen haben ganz dicht. Und ein Restaurantbesuch ist - unter Auflagen - nur noch mittags möglich (zwischen 6 und 15 Uhr, wie es in der Allgemeinverfügung heißt). Nachbarstädte sind da noch strenger.

In Olfen und Nordkirchen müssen Restaurants grundsätzlich geschlossen bleiben. „Wir haben uns im Kreis Unna auch in Absprache mit Ministerin Scharrenbach dazu entschlossen, „nicht über die Erlasslage des Landes“ hinauszugehen. Und die sehe das zurzeit noch nicht vor. Das würde sich aber mit einer Verhängung der Ausgangssperre ändern. Dann dürften sich Menschen nur noch mit einem wichtigen Grund draußen aufhalten: etwa, weil sie auf dem Weg zur Arbeit oder zum Arzt sind.

Dankeschön des Bürgermeisters für 99-prozentige Akzeptanz

„Zu 99 Prozent hält man sich in Selm an die Vorgaben der Allgemeinverfügung“, sagt Löhr. Dafür danke er den Bürgerinnen und Bürgern. Sein Dank gelte auch allen, die in der Öffentlichkeit arbeiteten: ob in Geschäften und Apotheken, im Gesundheitsbereich und in der Pflege oder bei der Müllabfuhr und im Ordnungsdienst.

„Leider gibt aber auch immer noch einzelne, die nicht die Gefahr erkannt haben.“ Die nicht sehen würden, dass es, wie Ministerpräsident Laschet sagte, „um Leben und Tod geht“: Da werde die Stadt streng durchgreifen, so Löhr. „Wir haben das Team des Ordnungsamtes verstärkt.“ An diesem Wochenende gehe es gemeinsam mit der Polizei auf Streife.

Strenger Blick auf Außer-Haus-Verkauf der Imbissbetriebe

Menschenansammlungen etwa auf dem Campus-Platz würden aufgelöst, Familien von den gesperrten Spielplätzen nach Hause geschickt. Die Ordnungshüter würden sich auch genau die Außer-Haus-Verkaufsstellen der Imbissbetriebe anschauen. Wichtig sei es, dass Kunden dort nur hineingingen, um ihre Bestellung abzuholen, sich aber nicht zu mehreren dort aufhielten.

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