Corona-Krise in Selm: Weiterführende Schulen bereit für die Schüler

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Gut möglich, dass hier und da in NRW Schulen am Donnerstag, 23. April, mangels ausreichender Hygienemittelausstattung noch nicht wieder öffnen. Könnte so etwas in Selm passieren?

Selm

, 22.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

An diesem Donnerstag, 23. April, geschieht das, was den weiterführenden Schulen von Seiten der NRW-Landesregierung auferlegt worden ist: die Wiedereröffnung für Schüler, die vor Abschlussprüfungen stehen. Sind die Schulen bereit dafür? Sind die Auflagen der Landesregierung in Sachen Hygiene und Abstände erfüllt? Wir haben nachgefragt.

Auf dem Schulhof der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule stehen Fahrzeuge von Fachfirmen und der Stadtwerke. Die letzten Vorbereitungen auf den Tag der Wiederöffnung? „Nein“, sagt Schulleiterin Karin Vogel, „das sind Elektroarbeiten, die sowieso anstanden“. Dennoch spielen diese Arbeiten am Tag der Wiederöffnung auch eine Rolle: „Eventuell müssen diese Arbeiten unterbrochen werden, während die Schüler in der Schule sind.“

Ja, das Kontaktverbot und die Abstandsregeln sind unter allen Umständen einzuhalten. Insofern haben sich Arbeiter und Schüler aus dem Weg zu gehen. Auch Hygienemaßnahmen sind zwingend vorgeschrieben. „In dieser Hinsicht sind wir vom Schulträger sehr gut versorgt worden“, sagt die Schulleiterin.

Auch personell sei es zu stemmen, die Schüler des zehnten Jahrgangs zu betreuen. Schwangere Lehrerinnen und Lehrer mit Vorerkrankungen dürfen nicht arbeiten. „Wir werden Ersatz stellen“, erklärt Karin Vogel. „Das werden Kollegen sein, die bisher in diesem Jahrgang nicht eingesetzt wurden.“

Schüler kommen blockweise

Die Sekundarschüler des zehnten Jahrgangs werden übrigens nicht alle zusammen im Schulgebäude sein: „Wir halten die Präsenzzeit der Schüler gering und unterrichten sie in Blöcken.“ Nicht unterrichtet werden Schüler mit Vorerkrankungen, sagt Karin Vogel. „Die haben zwingend zuhause zu bleiben. Sollte es in den Elternhäusern von Schülern Vorerkrankungen geben, sind diese Eltern gehalten, sich medizinischen Rat einzuholen, ob es gut ist, diese Schüler zur Schule zu schicken.“

Etwas mehr als einen Kilometer südöstlich der Sekundarschule, am Städtischen Gymnasium Selm, sieht Schulleiter Ulrich Walter sein Team ebenfalls gut gerüstet für den Tag der Wiederöffnung. Er hatte der Stadt ein Hygienekonzept vorgelegt. Damit habe sich die Stadt beschäftigt. Bei einem Ortstermin am Dienstag, 21. April, sei es auf Machbarkeit überprüft worden. „Die Dinge, die ich verbindlich eingefordert habe, sind aufgenommen worden“, sagt Walter.

Desinfektionsmittelspender gebe es am Haupteingang. Ebenso in den Kursräumen für die Abiturienten, die am Donnerstag freiwillig erscheinen können. Handwaschmittel und Papierhandtücher sowie entsprechende Müllbehältnisse gebe es dort auch. „Jeder Kurs, in dem Stunden unterrichtsähnlich verlaufen, ist in einem Bereich eines Flures isoliert“, fügt Walter an. Wenn der Kurs größer als zehn Schüler sei, werde er auf zwei Räume verteilt. „Schüler mit Vorerkrankungen, die freiwillig kommen, und da gibt es nämlich welche, kommen einzeln in weitere Räume.“

Kurse pausieren getrennt voneinander

In den Pausen werden die Kurse separat von anderen Kurse von Lehrern durch unterschiedliche Ausgänge auf den Pausenhof begleitet. Hinein gelangen sie auch durch unterschiedliche Eingänge. Vorherige Desinfektion vorausgesetzt. An allen geöffneten Toiletten hängen Desinfektionsspender außerhalb der Toilettentür. „Die Schüler kommen immer desinfiziert von der Toilette und aus den Pausen in die Klassenräume.“ An vielen Stellen des Gebäudes weisen rote Warnsymbole auf den Mindestabstand von 1,50 Metern hin.

Darüber hinaus bestehe ein Beschäftigungsverbot für schwangere Lehrerinnen und Lehrer mit Vorerkrankungen. „Lehrer, die über 60 sind, dürfen freiwillig zur Arbeit kommen.“ Fachkollegen springen für die Lehrer ein, die nicht arbeiten dürfen.

Übrigens: An beiden Schulen ist es den Schülern und Lehrern überlassen, ob sie Mundschutzmasken oder Mund-Nase-Bedeckungen tragen wollen.

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