Corona-Krise in Selm: Einzelhandel setzt ein starkes Signal

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Einzelhandelsgeschäfte unter einer Größe von 800 Quadratmetern dürfen seit Montag, 20. April, wieder öffnen. Aber machen in Selm und Bork auch alle mit? Wir haben nachgesehen.

Selm, Bork

, 20.04.2020, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der freundliche Smiley im Schaufenster des Selmer Modegeschäfts Collection Aha ist schon mal ein starkes Signal. Die drei Wörter, die daneben stehen, machen aus dem Emoji einen Optimismus-Knaller: „Wir öffnen wieder.“ Ja, der Selmer Einzelhandel lebt.

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Er hatte wegen der Corona-Krise und den Maßnahmen zur Wahrung des Kontaktverbots nur eine Pause in der persönlichen Begegnung zwischen Kunden und Personal eingelegt. Seit Montagvormittag, 20. April, nehmen alle Einzelhandelsgeschäfte, die jetzt wieder öffnen dürfen, dieses Angebot an.

Ohne  Ausnahme öffnen in der Altstadt alle Einzelhandelsgeschäfte, die öffnen dürfen.

Ohne Ausnahme öffnen in der Altstadt alle Einzelhandelsgeschäfte, die öffnen dürfen. © Arndt Brede

Die Selmer Altstadt am Montagvormittag: Offene Türen in den Geschäften, hier und da noch eine Fensterputzaktion. Entlang der Ludgeristraße ist so etwas wie Aufbruchstimmung spür- und sichtbar. Wochenlang hatten außer den sogenannten systemrelevanten Geschäften alle Geschäfte geschlossen. „Die ganze Altstadt hat geöffnet“, berichtet Nicole Reuter, Sprecherin der Werbegemeinschaft für die Altstadt.

Die „ganze Altstadt“, das sind eben die Geschäfte, die nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen jetzt wieder öffnen dürfen.

Die Geschäfte haben Schilder aufgestellt, die den Kunden die Maßnahmen nahe bringen, an die sie sich wegen der Corona-Krise halten müssen.

Die Geschäfte haben Schilder aufgestellt, die den Kunden die Maßnahmen nahe bringen, an die sie sich wegen der Corona-Krise halten müssen. © Arndt Brede

Die Läden stehen jetzt den Kunden auch wieder zum persönlichen Besuch zur Verfügung. Wobei die Erwartungshaltung hier und da eher vorsichtig ist: „Mal sehen, wie sich das entwickelt“, sagt eine Angestellte eines Geschäftes gegenüber der Redaktion. „Die Leute müssen sich ja erst wieder dran gewöhnen, dass sie bei uns einkaufen können.“

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Verlässlichkeit, das ist wohl jetzt das Gebot der Stunde für die Händler. In diesem Zusammenhang hat sich die Werbegemeinschaft etwas einfallen lassen. Sie hat Din-A-2-Plakate in Auftrag gegeben, die die Einzelhändler in den Schaufenstern oder Eingangsbereichen anbringen können.

Auf den Plakaten stehen Informationen zu Öffnungszeiten, Zahlungsmöglichkeiten, wie viele Personen sich maximal gleichzeitig im Geschäft aufhalten dürfen und dass 1,5 Meter Abstand einzuhalten sind. Außerdem empfiehlt das Plakat, eine Maske zu tragen.

Erster Schritt zu einheitlichen Zeiten

Das Plakat soll laut Nicole Reute der erste Versuch sein, einheitliche Öffnungszeiten hinzubekommen. „Es gibt noch ein paar Geschäfte, die noch etwas ausbrechen“, sagt Nicole Reuter, „aber der größte Teil hat sich jetzt angepasst, dass montags von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet wird“.

Dieses Plakat können die Einzelhändler in den Schaufenstern oder Eingangsbereichen anbringen.

Dieses Plakat können die Einzelhändler in den Schaufenstern oder Eingangsbereichen anbringen. © Agentur daSuer

Die Wiederöffnung kam für die Einzelhändler nicht überraschend. Die Geschäfte hatten sich bereits auf eine mögliche Wiederöffnung vorbereitet. Desinfektionsmittel, Spuckschutz, Markierungen für Abstände, schriftliche Hinweise für die Kunden: Alles war vorhanden, als die Läden am Montagvormittag öffneten.

Mund- und Spuckschutz: Auch bei PeGa-Moden hält man sich an die Auflagen, an die die Wiederöffnung geknüpft ist.

Mund- und Spuckschutz: Auch bei PeGa-Moden hält man sich an die Auflagen, an die die Wiederöffnung geknüpft ist. © Arndt Brede

Das gilt auch für Geschäfte in Bork und im Selmer Zentrum. Zusätzlich zu den Auflagen, an die die Wiederöffnung geknüpft war, punkten die Mitarbeiter in den Geschäften auch mit einem besonders strahlenden Lächeln: „Wir sind so froh, dass wir wieder öffnen dürfen“, ruft Gabriele Redemann von PeGa-Moden dem Reporter zu.

Auch im Selmer Zentrum haben Geschäfte, die dürfen, geöffnet. Jetzt müssen nur noch die Kunden kommen. Die, die kommen, halten sich an die geforderten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. „Einige sind aber etwas ängstlich wegen der Abstandsregelungen“, sagt Christian Sabas, Chef von EDV Selm und Base Medien.

Wie hat er die Wochen der Geschäftsschließung erlebt? „Verkauf war zwar nicht möglich, aber wir hatten im Außendienst genug mit Service und Reparaturen zu tun. Wir hatten zudem eine Lieferservice angeboten. Aber viele wussten das nicht und haben gedacht, uns gibt es nicht mehr.“

Optimismus pur signalisiert dieses Schild vor der Marktbuchhandlung.

Optimismus pur signalisiert dieses Schild vor der Marktbuchhandlung. © Arndt Brede

Doch, dieses Geschäft und die anderen gibt es noch. Und sie sind mit einem starken Signal des Willens aus der Zwangspause gekommen.

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