CDU Selm schickt eigenen Bürgermeisterkandidaten in die Kommunalwahl 2020

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Die CDU Selm wird einen eigenen Bürgermeisterkandidaten zur nächsten Kommunalwahl ins Rennen schicken. Wen, das ist noch nicht klar. Eins ist aber ganz sicher.

Selm, Bork, Cappenberg

, 23.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der jüngste Workshop mit rund 20 Funktionsträgern der Selmer CDU hat den Christdemokraten eine Menge Hausaufgaben beschert. So sollen sich die einzelnen Ortsunionen um die Besetzung der Ratsmandate in den Wahlkreisen kümmern, berichtet Stadtverbandsvorsitzender Michael Zolda im Gespräch mit der Redaktion.

Die wohl spannendste Personal-Frage der Kommunalwahl 2020 in Selm wird sein: Wer wird Nachfolger des amtierenden Bürgermeisters Mario Löhr? Wie berichtet, tritt SPD-Mitglied Löhr nicht mehr an, sondern bewirbt sich um das Amt des Landrats des Kreises Unna. Nachdem die SPD entschieden hat, mit dem amtierenden Vorsitzenden der Ratsfraktion, Thomas Orlowski, ins Rennen zu gehen, war bisher die Frage offen geblieben, wie sich die CDU positionieren wird. Die Antwort ist: mit einem eigenen Kandidaten.

Mehrere Bewerber

Einen Bürgermeisterkandidaten beziehungsweise eine Bürgermeisterkandidatin könne die CDU aus einer Anzahl von möglichen Bewerbern auswählen, sagt Michael Zolda auf Nachfrage. „Die endgültige Entscheidung dazu wird sicherlich im Herbst getroffen.“ Derzeit zeichne sich noch keine Fokussierung auf einen bestimmten Kandidaten ab. Alle, die als mögliche Bewerber CDU-intern gelten, seien auch tatsächlich grundsätzlich bereit, zu kandidieren, stellt Zolda klar.

Keine Unterstützung des SPD-Kandidaten wie 2015

Das ist insofern eine wichtige Aussage, als es im Vorfeld der 2015er-Kommunalwahl eine Empfehlung der CDU gegeben hatte, eine Kandidatur des SPD-Bürgermeisters Mario Löhr zu unterstützen. Damals war die CDU eben nicht mit einem eigenen Kandidaten zur Wahl angetreten. Eine solche Konstellation schließt die CDU für die Kommunalwahl 2020 aus. „Es ist nicht denkbar, dass die CDU Thomas Orlowski in seiner Kandidatur unterstützt“, sagt Herbert Mengelkamp. Eine Empfehlung der CDU für den SPD-Kandidaten werde es nicht geben, ergänzt Michael Zolda.

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2015 sei es eine ganz andere Situation gewesen, stellt Zolda klar. „Das war eine ganz vernünftige Zusammenarbeit. Löhr hat wirklich parteiübergreifende Politik gemacht. Auch die Entscheidungen sind meist in großem Einvernehmen auf den Weg gebracht worden. Von daher war es vor fünf Jahren für uns fast schon eine Selbstverständlichkeit, diese Empfehlung auszusprechen. Unsere Mitglieder haben sich damals in der Mitgliederversammlung bei nur einer Gegenstimme dafür ausgesprochen.“ Das sei diesmal nicht der Fall.

Kandidat wird in Selm bekannt sein

Welchen Zuschnitt müsste denn ein CDU-Kandidat haben? „Wir sind bemüht, die Dinge vernünftig zu Ende zu bringen, die unter anderem vom Bürgermeister im Rahmen der Regionale angeschoben worden sind“, erklärt Mengelkamp. Dafür sei es förderlich, wenn ein CDU-Kandidat schnell entsprechend vernetzt sei, um innerhalb dieses Netzwerkes alle Dinge weiterzuführen, die begonnen haben. „Was wir nicht erwarten können, ist, dass es ein Eins-zu-Eins-Abbild in irgendeiner Form von Mario Löhr gibt.“

Keine öffentliche Ausschreibung bei der Suche

Zudem müsse die CDU nicht zwangsläufig einen Kandidaten präsentieren, der sich als Funktionsträger innerhalb der CDU in irgendeiner Form schon hervorgetan habe. Es könnte also auch ein Bewerber ohne Parteibuch von der CDU nominiert werden? Kopfnicken bei Zolda und Mengelkamp. Wie wahrscheinlich ist diese Konstellation? „Offen“, antwortet Mengelkamp.

Michael Zolda: „Die CDU wird jemanden stellen, der in Selm bekannt ist, der Selm von der Politik her kennt, der in der Lage ist, die Projektstrukturen, die aufgebaut worden sind, weiter zu entwickeln.“ Außerdem gebe es noch Ansätze, wie die Entwicklung Borks und Cappenbergs, die es mit Leben zu füllen gelte. Klar ist aber auch: „Wir werden keine öffentliche Ausschreibung bei der Suche nach einem Kandidaten machen“, ergänzt Herbert Mengelkamp.

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