Der ehemalige Marktplatz in Bork: Hier herrscht seit drei Jahren Leere. Und viele fragen sich: Was ist aus den Plänen der Caritas geworden? © Arndt Brede
Meinung

Caritas-Wohnheim in Bork: Das „Mitnehmen“ von Bürgern sieht anders aus

Der Frust der Borker über die Pläne der Caritas im Ortskern sind verständlich, findet unsere Autorin. Vergessen zu werden, damit kennen sich die Borker so langsam aus, meint sie.

Die Borker sind sauer. Also zumindest die, die auf der Bürger-Info zum neuen Caritas-Altenwohnhaus waren. Ich kann das verstehen. Und glaube, der Ärger liegt vielleicht gar nicht so sehr am dem Design des Gebäudes oder an der Tatsache, dass im Ortskern Wohnplätze für alte Menschen geschaffen werden sollen.

Das Problem ist ein anderes: das Mitspracherecht. Beziehungsweise der Mangel daran. Die Pläne der Caritas sind eigentlich schon so weit fortgeschritten, dass die Vorschläge und Bedenken der Anwohner nicht mehr wirklich Einfluss auf die Ausgestaltung nehmen werden können. Alles andere würde mich sehr wundern. Die Informationen kamen einfach viel zu spät. „Mitnehmen“ von Bürger sieht anders aus. Corona hin oder her: In der Zeit, in der das Grundstück nun schon im Besitz der Caritas ist, wäre sicher genug Zeit gewesen, transparent zu informieren – und die Anwohner bei dem ganzen Vorhaben eben nicht zu vergessen.

Was ist aus den Ideen für den Ortskern geworden?

Vergessen zu werden: Damit kennen sich die Borker gut aus. Was ist eigentlich aus den ganzen Plänen für Bork geworden, die im Integrierten Handlungskonzept von 2016 stehen? Ja, ein paar Punkte sind schon umgesetzt worden. Aber zu wenige. Das Konzept mit Ideen für attraktive Begegnungsorte im Dorf ist gerade eher eine abstrakte Idee, ein PDF, das man sich auf der Homepage der Stadt herunterladen kann. Mit der Wirklichkeit hat das – noch – eher weniger zu tun.

Über die Autorin
Redakteurin
Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
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Marie Rademacher
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