So könnte das Seniorenzentrum am Marktplatz in Bork aussehen. © Danne.Linnemannstöns

Caritas stellt Pläne für neues Seniorenwohnheim in Bork vor

Auf dem Marktplatz in Bork will die Caritas ein Seniorenwohnheim errichten, in dem es auch Kurzzeitpflegeplätze geben soll. Die ersten Entwürfe gefielen nicht jedem im Selmer Stadtrat.

Die Caritas und das Architekturbüro „Danne.Linnemannstöns“ haben im Selmer Stadtrat die neuen Pläne für ein Seniorenzentrum am Marktplatz Bork vorgestellt. Das Vorhaben hatte sich seit dem Erwerb des Grundstücks immer wieder in die Länge gezogen – das hat nun Konsequenzen: „Durch die massiv gestiegenen Preise auf dem Bausektor ist der Bau eines Seniorenzentrums nach unseren Vorstellungen mit den ehemals geplanten 39 Plätzen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“, hieß es seitens der Caritas.

Stattdessen sollen im Borker Ortskern 52 stationäre Pflegeplätze entstehen – und zusätzlich zehn Plätze für eine Kurzzeitpflege. Die ursprünglich angedachte Wohngruppe wird es nicht geben, die ebenfalls am Standort geplante Tagespflege wurde hingegen aufgrund der hohen Nachfrage bereits realisiert – allerdings an der Hauptstraße. „Eine Bedarfsanalyse für den Kreis Unna hat ergeben, dass es hier zu wenig solitäre Pflegeplätze gibt“, erklärte Hans-Peter Benstein, Vorsitzender des Caritasverbandes Lünen-Selm-Werne, am Donnerstagabend (6. Mai) im Bürgerhaus. Deshalb habe man die Pläne an diesen Bedarf angepasst.

Architektin Anne Linnemannstöns präsentierte anschließend die Entwürfe für den insgesamt dreigeschossigen Bau. Demnach sind 16 Parkplätze vorgesehen, von denen jedoch nicht alle auf dem Grundstück angelegt werden sollen: „Hier ist eine Vereinbarung mit der Stadt notwendig, weil es auf öffentlichen Raum geht.“

Angst vor einem Klotz im Ortskern

Genau daran störten sich einige Ratsmitglieder. „Die Parkplätze in Bork sind jetzt schon immer voll belegt“, sagte Dr. Hubert Seier (UWG). „Das wird so, wie Sie das planen, nicht funktionieren.“ Auch das Gebäude sei für die Unabhängigen ein „No-go“, auch wenn die Baugrenzen eingehalten würden: „Insgesamt ist der Baukörper viel zu groß.“

Mit einer Bewertung hielten sich die anderen Fraktionen zwar zurück, allerdings sprach auch Ralf Vagedes (CDU) die Ängste mancher Borker Bürger vor einem „Klotz“ im Ortskern an. „Es wäre meine Bitte, dass Sie das Projekt den Borker Bürgern vorstellen.“ Bürgermeister Thomas Orlowski versicherte, dass eine solche Infoveranstaltung auch geplant sei: „Bisher ging das aufgrund der Corona-Pandemie nicht.“ Wenn sich die Lage nicht bessere, müsse man überlegen, einen Online-Infoabend zu den Caritas-Plänen anzubieten.

Zur Parkplatz-Diskussion ergänzte Caritas-Vorstand Benstein, dass die Zahl nach Meinung des Verbandes ausreichend sei: „Das haben die Erfahrungen bei anderen Projekten gezeigt.“ Außerdem wies er darauf hin, dass „jeder zusätzliche Parkplatz am Ende weniger Grünfläche für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeuten würde“.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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