Bürger-Unmut im Vorfeld: Marathon-Ratssitzung birgt einiges an Brisanz

Ratssitzung

Was die Selmer Ratsvertreter am Donnerstag, 25. Juni, in der Ratssitzung vor sich haben, ist eine Marathon-Tagesordnung. Und die birgt durchaus Brisanz.

Selm

, 24.06.2020, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Bebauungsplan Auenpark und die Diskussion um Lärmbelastung der Seiland-Siedlung gegenüber stehen auf der Tagesordnung der Ratssitzung am Donnerstag, 25. Juni.

Der Bebauungsplan Auenpark und die Diskussion um Lärmbelastung der Seiland-Siedlung gegenüber stehen auf der Tagesordnung der Ratssitzung am Donnerstag, 25. Juni. © Arndt Brede

Die Tagesordnung der Sitzung des Selmer Rats am Donnerstag, 25. Juni, (Beginn um 17 Uhr im Bürgerhaus Selm, Willy-Brandt-Platz) umfasst 41 Tagesordnungspunkte. Und das sind nur die Punkte im öffentlichen Teil der Sitzung. Am Anfang der öffentlichen Sitzung haben Einwohner die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Der nächste Tagesordnungspunkt hat bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Es geht um den Bebauungsplan Nr. 88 „Wohnen am Auenpark“. Es handelt sich um eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche entlang der Münsterlandstraße. Also gegenüber der Seiland-Siedlung. Diese Fläche soll zum Wohngebiet werden.

Die Politiker können am Donnerstag den Satzungsbeschluss treffen. Dazu konnten die Pläne vorher öffentlich eingesehen werden. Bürger hatten die Gelegenheit, dazu Stellung zu beziehen. Sie haben reichlich davon Gebrauch gemacht. Vor allem Anwohner der Seiland-Siedlung kritisieren die Pläne.

Einige der Kritikpunkte:

  • Für das Neubaugebiet werden Lärmschutzmaßnahmen getroffen, aber für die Seiland-Siedlung nicht.
  • Es fehlen Klima-Innovationen, die dezentrale Energieversorgung und der Klimaschutz in der Planung.
  • Durch die erhöhte Lärmbelästigung und Einsicht auf ihren Garten werde der Wert ihres Hauses herabgesetzt.

Entwicklungskonzept Cappenberg

Im weiteren Verlauf der Ratssitzung geht es auch um das „Integrierte Ortsteilentwicklungskonzept für den Ortsteil Selm-Cappenberg“. Nach umfangreichen Vordiskussionen und Abwägungen auch mit den Bürgern soll das Konzept jetzt auch formal auf den Weg gebracht werden, um die Möglichkeit zu haben, Fördermittel zu beantragen.

Das Rat soll zudem die außerplanmäßige Bereitstellung von Haushaltsmitteln in Höhe von 50.000 Euro für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende Technik beschließen.

Um eine Entlastung des innerörtlichen Verkehrs will sich die Fraktion „Wir für Selm“ kümmern. Sie möchte, dass die Verwaltung gemeinsam mit dem Kreis Unna prüft, ob es möglich ist, die K44n (Zeche-Hermann-Wall) bis zur Nordkirchener Straße/Lüdinghauser Straße zu verlängern. Begründung: Durch neue Baugebiete und Gewerbeansiedlungen werden das Verkehrsaufkommen in Selm nochmals deutlich zunehmen. Durch eine Realisierung der Verlängerung der K44n würde der Durchfahrtsverkehr und der inerörtliche Verkehr - Spdkirchener Straße, Ludgeristraße, Neue Werner Straße, Auf der Geist, Kreisstraße, Münsterlandstraße - und der Verkehrsfluss innerhalb Selms deutlich verbessert, erklärt Fraktionschef Werner Sell.

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