Autohaus Müller bleibt in Familienbesitz: Mutter und Tochter machen weiter

SELM Nadine und Helga Müller haben eine harte Zeit hinter sich. Nach schwerer Krankheit verstarb Vater und Ehemann Norbert Müller im März diesen Jahres. Wie es mit dem Autohaus an der Industriestraße weitergeht, darüber hat sich RN-Mitarbeiter Daniel Maiß mit den beiden Frauen unterhalten.

von Von Daniel Maiß

, 29.07.2008, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein starkes Team: Nadine (l.) und Helga Müller werden das gleichnamige Autohaus an der Industriestraße weiterführen.

Ein starkes Team: Nadine (l.) und Helga Müller werden das gleichnamige Autohaus an der Industriestraße weiterführen.

Nach dem Tod ihres Mannes und Vaters wurden Gerüchte laut, dass das Autohaus verkauft wird. Was erwidern Sie auf diese Stimmen? Nadine Müller: Diese Gerüchte haben mich von Beginn an maßlos geärgert. Überall wurde ich angesprochen. Und deshalb noch einmal klipp und klar: Unser Autohaus ist und bleibt im Familienbesitz und wird nicht geschlossen.

Gab es denn nach dem Tod Überlegungen, die in diese Richtung gingen? Helga Müller: Im ersten Moment habe ich gesagt: Jetzt ist Schluss. Aber Freunde und Bekannte haben mich immer wieder ermutigt, weiter zu machen. Den entscheidenden Anstoß gab allerdings Nadine, die sofort gesagt hat: Wir machen weiter.

Was sind die größten Veränderungen? Helga Müller: Mein Mann konnte alles. Gerade seinen sehr persönlichen Kontakt haben unsere Kunden immer geschätzt. Nun werden seine Aufgaben auf viele Schultern verteilt. Nadine und ich haben das Autohaus offiziell übernommen. Ich habe ja auch schon vorher zusammen mit meinem Mann den Betrieb geführt. Nadine ist ausgebildete Industriekauffrau und mit dem Haus hier groß geworden. Aber auch meine andere Tochter, Sandra, unterstützt uns, wo sie kann. Ich denke, dass wir eine gute Lösung gefunden haben. Ich bin stolz auf alle.

Dass zwei Frauen ein Autohaus führen, ist ja eher ungewöhnlich. Gab oder gibt es Probleme, wenn Sie mit Firmen oder Kunden sprechen? Nadine Müller: Das kommt nur ganz selten vor. Wir haben ja schon im September vergangenen Jahres die Geschäfte übernommen. Danach lernten wir schnell, uns durchzusetzen. Manchmal muss man Dinge halt zweimal sagen. Am Anfang waren die Kunden neugierig, haben mich auch mal getestet.Helga Müller: Gerade in den letzten beiden Monaten im vergangenen Jahr wurde Nadine mit ihren 23 Jahren praktisch ins kalte Wasser geworfen. Sie hat sich aber ganz schnell Respekt verschafft.

Wie geht es weiter, haben Sie Veränderungen geplant? Helga Müller: Wir haben hier ein Gelände von 4 000 Quadratmetern, da ließe sich noch einiges machen. Zunächst sind wir aber stolz darauf, dass wir den Betrieb in Familienbesitz weiter führen können und dass langjährige Kunden bei uns geblieben sind. Es läuft gut, wir haben viele Aufträge. Volvo steht zudem voll hinter uns, wir haben eine tolle Mannschaft. Alleine hätten wir den Verlust nicht auffangen können, meinen Mann kann man nicht ersetzen.

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