Aufbruch beginnt mit Abbruch

Marktplatz in Bork

Ein 30-Tonnen-Bagger verwandelt gerade die Häuser am Borker Marktplatz in einen Berg Schutt. Das Zentrum wird Seniorenzentrum. Gleichzeitig läuft die Suche nach einem neuen Marktplatz – noch ohne Ergebnis.

Bork

, 23.02.2018, 11:36 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.

Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas. © Foto: Sylvia vom Hofe

Der Marktplatz ist ein Versammlungsort – zurzeit mehr denn je. Björn Pastowski beobachtet regelmäßig Zaungäste, die ihm bei der Arbeit zuschauen, der Polier des Lünener Unternehmens „Märkische Tiefbau“ leitet den Abbruch der drei großen Wohn- und Geschäftshäuser am Markt – und damit des Platzes, so wie ihn die Borker in den vergangenen rund 40 Jahren kannten. Wir haben Fragen und Antworten dazu zusammengestellt.

Warum werden die drei Wohn- und Geschäftshäuser überhaupt abgerissen?

Sie sollen Platz machen für einen Neubau, den die Caritas plant. Genau genommen sind es zwei Neubauten. Zum einen ein Haus mit 12 bis 15 Tagespflegeplätzen, zum anderen ein Altenheim mit 40 Zimmern: rund 2000 Quadratmeter Fläche verteilt auf ein Erd- und ein Obergeschoss, wie Architektin Anne Linnemanntöns aus Münster sagt. Im Dachgeschoss sind zudem bis zu acht Wohnungen für betreutes Wohnen vorgesehen.

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So laufen die Abrissarbeiten am Marktplatz

Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.
23.02.2018
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Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Borker Markt. Die Bebauung - ein Mehrfamilienhaus mit Einzelhandel und Dienstleistern - macht Platz für ein Seniorenheim der Caritas.© Foto: Sylvia vom Hofe

Wer hat die Häuser und den Platz an die Caritas verkauft?

Die Stadt. Den Grundsatzbeschluss für den Verkauf des 3900 Quadratmeter großen Grundstücks hatte der Rat im März 2016 gefasst.

Gab es keinen Widerstand?

Doch. Als es ernst wurde und der Stadtrat im Juni 2017 beschloss, 165.000 Euro für den Abbruch der Häuser zu investieren – so sah es der Kaufvertrag mit der Caritas vor – gab es acht Gegenstimmen: von Grünen, Unabhängigen und den beiden Borker Sozialdemokraten. Ihre Kritik: Es würden Fakten geschaffen, bevor klar sei, wohin der neue Marktplatz komme.

Der Borker Markt #theta360 #theta360de - Spherical Image - RICOH THETA

Wohin soll der neue Marktplatz?

Das ist immer noch offen. Vielleicht zum Amtshaus, dessen Vorplatz verkehrsberuhigt werden soll. Vielleicht auch an die Kirche St. Stephanus. „Das ist alles noch offen“, sagt Bürgermeister Mario Löhr. „Wir werden darüber mit den Borker Bürgern diskutieren“ – im Zuge des Integrierten Handlungskonzepts: eines 20 Millionen Euro starken Investitionsprogramms für das Borker Zentrum. Die Hälfte davon sind Fördermittel – gekoppelt an die Forderung, die Bevölkerung in den Planungsprozess einzubeziehen.

Aber gibt es denn an der Kirche überhaupt Platz für einen Marktplatz?

Noch nicht. Das könnte sich aber ändern. Fünf Immobilien drängen sich rund um St. Stephanus: der sogenannte Kirchring. Zwei davon hat die Stadt bereits gekauft. „Über die drei anderen führen wir Gespräche“, so Löhr. Er rechnet damit, dass der Stadt 2019 alle fünf gehören könnten. Nun gelte es mit der Denkmalbehörde zu klären, „ob wir davon etwas wegnehmen können“. „An der Kirche einen neuen Marktplatz zu schaffen, kann ich mir gut vorstellen“, sagt Stefan Kühnhenrich. Seine Idee: Vielleicht vom alten Kirchring die Fassaden stehen lassen: „eine Art Kulisse.“ Darüber sei mit allen Bürger zu sprechen.

Welche Tradition endet mit der Aufgabe des alten Marktplatzes?

Zumindest keine sehr alte. Platz und Häuser entstanden vor einigen Jahrzehnten. Ein genaues Datum ist nicht bekannt. Borker, die jetzt Mitte 50 sind, können sich aber noch daran erinnern, dass zu ihrer Kindheit dort Wiese war.

Was war mit den Gebäuden am Markt?

Sie standen in den vergangenen Jahren weitgehend leer. „Pommes Gerd“ gehörte zu den letzten Publikumsmagneten, nachdem 1998 die Coop-Vertreterversammlung in Dortmund der Auflösung der Konsumgenossenschaft zugestimmt und die Schließung des Supermarktes in einem Gebäude beschlossen hatte. Dort hatte der Flüchtlingshilfeverein Schicksalshelfer vor zwei Jahren den „Together Market“ eingerichtet – inzwischen auch Geschichte.

Gibt es noch Erinnerungen auf der Abbruchbaustelle?

Ja, zum Beispiel eine Tresortür aus dem Coopbereich oder ein „Frische Lebensmittel“-Schild.

Was passiert mit dem Schutt?

Pro Stunde kommen tagsüber zwei LKW, bringen Erde zum Verfüllen der Keller – die Caritas plant ohne Keller – und holt vorsortierten Bauschutt ab.

Wie sieht der Zeitplan aus?

„Vielleicht noch drei Wochen.“ Dann sei der Abbruch der Gebäude beendet, schätzt Björn Pastowski vorsichtig. Die Caritas drängelt nicht. Sie wird die Baustelle erst Ende des Jahres einrichten. Bürgermeister Löhr findet das gut: Die Volksbank beginne mit dem Bau des neuen Gebäudekomplexes an der Hauptstraße/Waltroper Straße im Frühjahr. „Wenn zwei Großbaustellen gleichzeitig starten, wäre es komplizierter.“

Wo findet zurzeit der Wochenmarkt statt?

Auf der gesperrten Hauptstraße, donnerstags von 14 bis 17 Uhr.

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