Das waren noch Zeiten, als Kinder in den Ferien das Skaten im Olfener Skatepark lernen konnten. Mittlerweile ist die Anlage schon fast ein halbes Jahr geschlossen. © Sabine Geschwinder (A)
Verstöße

Anlage in Olfen: Skater ignorieren Sperrung – und müssen zahlen

Eine Ausgangssperre wie in der Nachbarstadt Selm gibt es in Olfen aktuell zwar nicht, doch die Beschränkungen in der Pandemie fordert die Stadtverwaltung. Ganz besonders auch am Skatepark.

Der ungleiche „Kampf“ geht schon über Wochen, sogar Monate: Auf der einen Seite die Stadtverwaltung, die ein Vertretungsverbot der Skateanlage durchsetzen will und muss, – und auf der anderen Seite vornehmlich jungen Menschen, die in der Pandemie mehr wollen als vor dem Computer sitzen oder eine Runde mit dem Fahrrad zu fahren. Allerdings hat sich die Situation immer weiter zugespitzt.

Rückblende: „Weil viele Nutzerinnen und Nutzer der Skateanlage und des Soccerfeldes keinen Mund-Nasen-Schutz getragen haben und außerdem auch Abstände nicht eingehalten worden sind, sieht sich die Stadt Olfen gezwungen, die beiden Freizeitanlagen mit sofortiger Wirkung zu schließen“, hieß es in einer Pressemitteilung der Stadt Mitte November 2020.

Seitdem ist Schluss mit dem beliebten Freizeitvergnügen am Rande der Steveraue. Offiziell zumindest. Weil sich weiter Skater Zugang verschafften, flankierte die Stadt die Sperrungen mit Aufklärungen. „Irgend haben wir Bußgelder verhängt“, sagt Thorsten Cornels, Fachbereichsleiter bei der Stadt Olfen. Von ihrem Spaß ließen sich etliche Skater deshalb aber nicht abhalten. Wie Bürgermeister Wilhelm Sendermann am Dienstag (20.) im Haupt- und Finanzausschuss berichtete, hat die Stadt seit Anfang des Jahres wiederholt Verstöße festgestellt.

Stadt Olfen sieht aktuell keine Chance für Öffnung der Anlage

Thorsten Cornels nennt auf unsere Anfrage die konkreten Zahlen. Er spricht von sieben Anlässen – also sieben Termine, bei denen kleine Skatergruppen auf der Anlage angetroffen wurden. „Es waren meistens drei bis fünf Besucher.“ Gegen alle sei ein Bußgeld verhängt worden. Die Gesamtsumme beläuft sich nach Auskunft der Stadt dabei allein für das laufende Jahr auf der Anlage bei knapp 3000 Euro. „Spaß“ mache das der Stadt nicht. „Aber wir müssen reagieren“, sagt Cornels.

Was Bürgermeister Sendermann bereits in der Ausschuss-Sitzung andeutete, bestätigte der Fachbereichsleiter im Details. Bei fast allen festgestellten Verstößen kamen die Skatepark-Besucher aus umliegenden Orten. Nur bei einer Kontrollen seien auch Olfener angetroffen worden. Unabhängig von der Herkunft der Skater hat die Stadtverwaltung eine Grundsatz-Entscheidung getroffen. Die Anlage bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

„Wir haben kurzfristig eine Öffnung überlegt“, sagt Thorsten Cornels. Die Idee sei aber schnell verworfen worden. Falls der vom Kreis Coesfeld angekündigte Modellversuch tatsächlich starten sollte, dürften die Skater außen vor bleiben. Zumindest offiziell. In den vergangenen Wochen hat die Stadt immer weiter aufrüsten müssen. So waren die Bauzäune zunächst mit Kabelbindern verbunden, die wurden dann aber durchgeschnitten. Jetzt ist die Stadt auf Ketten umgestiegen.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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