Amtshaus in Bork schwer zu erreichen - Stadt spricht von Einzelfällen

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Mehrere Betroffene berichten von Lücken im Service-Angebot des Bürgerhauses. Telefonisch sei es schlecht zu erreichen, das Online-Angebot nicht schlüssig. Einzelfälle, sagt die Stadt.

Selm

, 30.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur Karin Müller, die einen neuen Personalausweis beantragen möchte, auch Günter Jankord schaffte es nicht, das Bürgerbüro im Amtshaus telefonisch zu erreichen. Und der 74-Jährige war durchaus geduldig. „Ich habe am Montag und am Dienstag vergangener Woche von 9 bis ca. 11 Uhr versucht, mit den fünf Durchwahlnummern für eine Auskunft jemanden zu erreichen. Ohne Erfolg“, schildert er unserer Redaktion.

Auch Günter Siebert wollte bei der Stadt Selm einen Termin zur Ausweis-Erneuerung vereinbaren - über das Online-Portal, für Juli. Doch für die zweite Jahreshälfte ist der Online-Kalender noch gar nicht angelegt, für Juni sind alle Daten durchgestrichen und somit scheinbar belegt. Günter Siebert ärgert: „Kein Hinweis dort, wie man in dieser Situation mit seinem Terminwunsch weiterkommt.“ Die Stadt hatte im Vorfeld mitgeteilt, dass die Termine immer nur für die nächsten zwei Wochen freigeschaltet sind. Unter dem Terminkaleder selbst wird allerdings nicht darauf hingewiesen.

Der Online-Kalender der Stadt Selm geht nur bis Juni. Die Stadt schaltet immer nur im Zwei-Wochen-Rythmus neue Termine frei.

Der Online-Kalender der Stadt Selm geht nur bis Juni. Die Stadt schaltet immer nur im Zwei-Wochen-Rythmus neue Termine frei. © Günter Sievert

Günter Jankord brachte am Telefon Geduld auf. Schließlich schien er bei der Telefonzentrale der Stadt Selm unter der Nummer 690 Erfolg zu haben. „Endlich eine nette Stimme vom Band, dass ich gleich mit einem freien Mitarbeiter verbunden werde“, berichtet Jankord. Doch: „Nach jeweils zehn Minuten Wartezeit würde ich leider aus der Leitung geschmissen.“

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Selmer erhält Antwort von der Stadt Lünen

Für Günter Jankord sehr unbefriedigend, wollte er doch nur eine kurze Information. Sein Auto musste zum Tüv, doch im KfZ-Schein war kein Platz mehr für den Stempel. Was tun? Auf diese Frage, die drängte, weil der Werkstatt-Termin vereinbart war, gab es Antwort von der Stadt Lünen. An die wandte sich der 74-Jährige nämlich in seiner Verzweiflung. Es sei derzeit nicht möglich, neue Kfz-Dokumente auszustellen, erfuhr er dort. Der Tüv solle den Stempel an beliebiger Stelle setzen. „Ja, auch in schwierigen Corona-Zeiten gibt es doch noch Möglichkeiten, einem Bürger der Stadt Selm zu helfen“, sagt Jankord nicht ohne Seitenhieb gegen die Stadt Selm.

Für Stadt nur Einzelfälle

Die sieht darin jedoch Einzelfälle, Beschwerden häuften sich derzeit nicht, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. „Es gibt immer mal wieder Tage mit erhöhtem Aufkommen“, da könne es vorkommen, dass ein Bürger nicht wie gewünscht durchkomme. „Auf solche Spitzen kann man aber nicht allgemein reagieren.“ Und die hätte es auch vor Corona gegeben.

Optimierungsmöglichkeiten sind immer im Fokus

„Wir versuchen immer, die Situation zu verbessern. Vor allem bei der Online-Terminvergabe sind wir bemüht, das Verfahren weiter zu optimieren.“ Doch einen generellen Handlungsbedarf sehe man bei der Stadt nicht.

Am Donnerstag war ebenfalls kein Durchkommen. Doch das hatte technische Gründe. „Da war die gesamte Leitung tot“, erklärt Woesmann. „Das lag aber nicht an uns.“ Der Schaden sei inzwischen schnell behoben worden.

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