Altenheim wird Streitthema im Wahlkampf: Caritas erklärt Plan für Bork

dzKommunalwahl 2020

Nicht auszuhalten für Bork sei ein Altenheim mit mehr als 50 Plätzen. Das sagt Bürgermeister Löhr. Die Caritas erklärt, wie die geplante Aufstockung der Plätze doch verträglich gehen könnte.

Bork

, 24.09.2020, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich war die Caritas angetreten, ein Altenheim mit 39 Plätzen zu bauen in Bork. Dafür hatte die Stadt Selm den ehemaligen Marktplatz verkauft und vor mehr als zweieinhalb Jahren die umstehenden Wohn- und Geschäftshäuser abreißen lassen: freie Bahn für die Baupläne der Caritas Lünen-Selm-Werne. Doch die hat seitdem keine Anstalten gemacht, mit den Bauarbeiten zu beginnen. Stattdessen hat sie inzwischen noch einmal neu durchgerechnet, umgeplant und angekündigt, mehr Plätze schaffen zu wollen. Gut angekommen war das nicht überall.

Bürgermeister Mario Löhr: Nicht für Bork zu verkraften

Bürgermeister Mario Löhr hatte in der jüngsten Ratssitzung gesagt, er sei mit der einseitigen Planänderung durch die Caritas nicht einverstanden. Der Borker Ortskern könne ein deutlich größeres Haus nicht verkraften. Auch CDU-Bürgermeisterkandidat und Kreistagsmitglied Michael Zolda macht sich Sorgen. Auf den Borker Marktplatz passe ein so großes Altenheim einfach nicht hin. Alternative Standorte seien zu suchen - etwa im gerade in Planung befindlichen Neubaugebiet Neuenkamp hinter dem Lidl in Bork. Das schlug er im RN-Talk mit den Kandidaten der Stichwahl vor. Der SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Orlowski hielt dagegen, es sei sinnvoller, erst mit der Caritas zu sprechen, bevor bereits über neue Planungen diskutiert werde.

Video
Altenheim in Bork wird zum Streitthema im Wahlkampf

Die RN hatten zu diesem Zeitpunkt bereits mit Hans-Peter Benstein, dem Caritas-Geschäftsführer, gesprochen. Dem ist es gar nicht recht, dass die Pläne des Sozialverbandes zum Wahlkampfthema wurden. „Wir sind überzeugt, dass es zielführend und richtig ist, ein Seniorenzentrum mit einem etwas erweiterten Platzkontingent an geplanter Stelle zu errichten“, sagt er. Die Lage sei ideal - dank einer fußläufigen Verbindung sowohl zu Kirche und Pfarrheim als auch zu Arztpraxis und Apotheke.

Gebäude sollen zweieinhalbgeschossig bleiben

Niemand müsse Angst haben vor einem Gebäudeklotz, der dort nicht hinpasse. Denn an der ursprünglich geplanten Gebäudestruktur werde sich kaum etwas ändern, auch nicht an der geplanten Höhe von zweieinhalb Geschossen. Benstein spricht von einer „nur geringfügigen“ Vergrößerung der Bausubstanz.

Wie das gehen soll angesichts der Erhöhung um 13 Plätze? „Laut einer Flächenstudie unseres Architekturbüros kann auf der Baufläche entsprechender Raum geschaffen werden“, sagt Benstein.

Benstein: Das 3800 Quadratmeter großes Grundstück reicht aus

Das Grundstück ist 3800 Quadratmeter groß. Die ursprünglich am selben Ort geplante Tagespflege für Seniorinnen und Senioren habe bereits in dem Neubau der Volksbank an der Hauptstraße ihr Zuhause gefunden. „Die wird da bleiben. Durch den Wegfall dieses zusätzlichen Gebäudes kann der entstandene Raum nun einfach für weitere Pflegeplätze genutzt werden.“

Jetzt lesen

Dass die Verzögerungen beim Bau des Altenheims in Bork nicht gut angekommen sind, ist Benstein bewusst. Allen Beteiligten sei aber bekannt gewesen - „auch der Stadt und dem Bürgermeister“ - , dass der Verband erst die drei laufenden großen Bauprojekte beenden würde: den Bau der Verbandszentrale in Lünen, des Seniorenzentrums an der Lippe in Lünen und den Umbau des Selmer Seniorenheims St. Josef. Leider seien in dieser Zeit die Baupreise massiv gestiegen, sodass der Bau in Bork „nicht mehr darstellbar“ sei.

Kreis gibt grünes Licht für 18 zusätzliche Plätze

Der Kreis Unna hatte inzwischen seinen Bedarfsplan überarbeitet. Statt der ursprünglich genehmigten 39 Plätze sind jetzt 57 vorgesehen bis 2022 - also 18 zusätzlich. Benstein spricht von 13 zusätzlichen Plätzen, die er auf dem ehemaligen Marktplatz schaffen will.

„Mit einer endgültigen Bestätigung des Kreises und einem positiven Signal der Stadt werden wir ohne weitere Verzögerung Detailpläne ausarbeiten“, sagt Benstein. Wie der Bürgermeister heißen wird, der dabei sein Gesprächspartner sein wird, entscheidet sich am, Sonntag, 27. September.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt