Alt und gut: Die Selmer Windkraftanlagen liefern Spitzenwerte

Windräder

Bundesweit sind Risse an Windrädern aufgetreten. Ein Problem mit Folgen. Wie sieht es mit den Selmer Windrädern aus? Droht auch hier ein zeitlich befristeter Stillstand?

20.04.2019 / Lesedauer: 2 min
Alt und gut: Die Selmer Windkraftanlagen liefern Spitzenwerte

In Ahaus gab es Schäden an Windrädern, in Selm nicht. © Stephan Teine

Holger Dirks, bei der Firma SL Naturenergie zuständig für technische Betriebsführung und Anlagenoptimierung, lässt sich von den Unregelmäßigkeiten nicht beeindrucken. Er lässt auf die Anlagen des Auricher Herstellers Enercon nichts kommen - „sie sind der Mercedes unter den Windkraftanlagen“. Dirks sollte es wissen.

Seit Jahren beschäftigt er sich beruflich mit dem Thema. Und das Gladbecker Unternehmen hat sich schon früh für Enercon-Windräder entschieden. Auch in Selm. Hier sind bereits seit 2006 vier Enercon-Anlagen vom Typ E-70 E4 im Einsatz. Mit hervorragenden Werten. „Die Verfügbarkeit liegt bei fast 99 Prozent. Sie laufen fast störungsfrei“, sagt Dirks. Denn ein Großteil der Ausfallzeit sei auf die Wartungszeiten zurückzuführen.

Auch Windräder müssen regelmäßig gewartet werden

Die zentrale Aussage von Dirks lautet also: Die jetzt nachzurüstenden Enercon-Anlagen gehören ohne Ausnahme zum Typ 141. Damit ist zudem klar: Die Selmer Anlagen laufen und laufen und laufen. Es sei denn, die Firma SL stoppt die Anlagen. „Dreimal im Jahr steht eine Wartung an“, sagt Dirks. Dabei werden Schraubverbindungen ebenso überprüft wie die Notabschaltung. Alle vier Jahre nehmen Experten die Anlagen noch genauer unter die Lupe. „Das ist wie beim Auto, das zum TÜV muss“, sagt Dirks.

Bei den bereits 2006 in Betrieb gegangenen Anlagen mit einer Narbenhöhe von 113 Meter sind nach Aussage von Dirks noch nie größere Mängel festgestellt worden. „Es handelt sich um Anlagen mit einer sehr hohen Qualität.“ Das scheint bei den jetzt in den Fokus geratenen Anlagen etwas anders zu sein.

Haarrisse bei neuen Anlagen entdeckt

Allerdings muss man auch hier genau hinsehen, um Schäden an den 159 Meter hohen Windrädern zu erkennen. An einem Segment der Türme gibt es jedoch deutliche Unregelmäßigkeiten. In dem Ring, an dem der Betonteil des Turms in Stahl übergeht, waren Haarrisse aufgetaucht. Diese Dinge werden jetzt in Ordnung gebracht.

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