Für die westfälischen Handballer, hier die Verbandsligisten HVE Villigst-Ergste und Teutonia Riemke, ist die zurzeit unterbrochene Saison 2020/21 noch nicht abgehakt. © Bernd Paulitschke
Handball

Wird jetzt ein Haken an die Saison gemacht? Der Verbandspräsident äußert sich

Die Verantwortlichen auf Kreis- und Bezirksebene haben unter die Handballsaison 2020/21 einen Schlussstrich gezogen - es gibt keine Auf- und Absteiger, die Spielzeit 21/22 beginnt bei Null.

Auch in den Spielklassen, in denen unter der Regie des Handballverbands Westfalen (HVW) gespielt wird (Oberliga, Verbandsliga, Landesliga), ist eine Saisonfortsetzung im ursprünglichen Sinne vom Tisch – auch hier gibt es laut dem Beschluss des HVW-Präsidiums keine Absteiger. Im Raum steht aber nach wie vor, den Vereinen ein freiwilliges Spielangebot zu machen und darüber hinaus den aufstiegswilligen Teams die Möglichkeit zu geben, den Sprung in die nächsthöhere Klasse zu schaffen.

„Wir schließen niemanden aus. Mannschaften, die aufsteigen wollen, sollen diese Möglichkeit auch bekommen“, sagt Wilhelm Barnhusen, Vorsitzender des Handballverbands Westfalen. Zum Modus solcher Aufstiegsrunden und zum Zeitraum, wann sie ausgespielt werden sollen, könne man aber immer noch nichts sagen.

Wilhelm Barnhusen, Präsident des Handballverbands Westfalen, hat am Samstag mit den Vertretern der heimischen Handballkreise über vier Stunden in einer Online-Konferenz das weitere Vorgehen besprochen. © Holger Bergmann © Holger Bergmann

„Das hängt zum einen davon ab, wie viele Mannschaften für solche Aufstiegsrunden melden. Zum anderen müssen wir gucken, wie viele Spieltage wir überhaupt zur Verfügung haben“, so der HVW-Vorsitzende.

Dem Beispiel der Funktionärskollegen auf Bezirks- und Kreisebene zu folgen und einen Haken an die Saison 2020/21 zu machen, kommt für den HVW-Präsidenten aber offenbar nicht in Frage. „Das wollen wir auf keinen Fall“, sagt Barnhusen.

Und sie können es wohl auch nicht so ganz ohne Weiteres, wie ein Blick auf die Schnittstelle 3. Liga/Oberliga verrät. Auch in der 3. Liga (unter dem Dach des Deutschen Handballbundes) ist die Saison 2020/21 abgebrochen worden, hier sind für die kommende Spielzeit aber Aufsteiger aus der Oberliga vorgesehen. „Also muss es unser Bestreben sein, diese Oberliga-Aufsteiger auszuspielen“, erklärt Barnhusen.

Dass die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie ein wesentlicher Faktor für das HVW-Vorgehen in den nächsten Wochen ist, versteht sich fast von selbst. Nach den jüngsten Corona-Beschlüssen der Bund-Länder-Runde steht fest, dass die Handballer frühestens am 22. März wieder in die Hallen dürfen – eine landesweite Inzidenzzahl von unter 50 vorausgesetzt. Und zunächst ist dann auch nur kontaktfreies Training erlaubt. Von „richtigem“ Handballtraining (frühestens ab 5. April) ist man dagegen noch ein gutes Stück entfernt.

Wilhelm Barnhusen hofft auf weitere Lockerungen

Trotzdem gibt Wilhelm Barnhusen die Hoffnung auf die baldige Rückkehr zu handballerischer Normalität nicht auf. Er hoffe auf weitere Lockerungen nach den Osterferien, so der HVW-Präsident. Dies sei vor allem wichtig, weil man die Kinder und Jugendlichen zurück in die Hallen kriegen müsse.

Ob und in welchem Maße dem westfälischen Handball die Nachwuchsspielerinnen und -spieler durch die Pandemie „von der Fahne gehen“, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen, sagt Barnhusen. Vielleicht gehe es ja sogar in die andere Richtung, hofft der Funktionär und erzählt von einem Beispiel aus seinem Bekanntenkreis: „Da haben sich zwei Nachwuchsspielerinnen getroffen und sind zusammen mit dem Fahrrad zur Sporthalle gefahren, wo sie sonst trainieren. Nach dem ganzen online-Training wollten sie einfach mal wieder diese Atmosphäre schnuppern.“

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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