Wilhelm Barnhusen, Präsident des Handballverbands Westfalen, hat am Samstag mit den Vertretern der heimischen Handballkreise über vier Stunden in einer Online-Konferenz das weitere Vorgehen besprochen. © Holger Bergmann
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Wird die Handball-Saison fortgesetzt oder nicht? Verband wappnet sich für beide Szenarien

Der Handballverband Westfalen hat entschieden: Der Spielbetrieb soll nach Möglichkeit wieder hochfahren. Doch auch bei einem gänzlichen Abbruch ist nun klar, wie es ab 2021/22 weitergeht.

Maximal drei Spiele bestritten die heimischen Handballerinnen und Handballer in Westfalen in der Saison 2020/21 bislang. In einigen Ligen standen die Mannschaften zum Teil noch gar nicht wieder auf der Platte. Nach den Lockerungen im Sommer kam die zweite Corona-Welle. Die Infektionszahlen schossen in die Höhe und der Spielbetrieb musste folgerichtig wieder eingestellt werden. Mehr als zweieinhalb Monate sind seitdem vergangen.

Am Samstag, 9. Januar, tagte das erweiterte Präsidium des Handballverbands (HV) Westfalen über vier Stunden mit den Vertretern der einzelnen Kreise in einer Videokonferenz, um das weitere Vorgehen für die Saison zu besprechen. Dabei herausgekommen ist ein Konzept, das der Verband an die heimischen Vereine verschicken will, und das dieser Redaktion vorliegt.

Einfachrunde soll zu Ende gespielt werden

Im „Konzept Spielbetrieb im Erwachsenenbereich“ des HV Westfalen heißt es: „Wenn ein flächendeckender Spielbetrieb mit mindestens 90 Prozent der Mannschaften ab 1. März 2021 möglich ist, wird in einer Einfachrunde in den aktuellen Staffeln die Saison zu Ende gespielt. Spiele der Vereine, die nicht antreten können oder wollen werden entsprechend gewertet. Die Nachholspiele werden ausgetragen. Ordnungsstrafen für Nichtantreten werden nicht verhängt.“

Der Verband will also die Hinrunde zu Ende führen, um so noch eine Wertung der Spielzeit vornehmen zu können. Doch auch mit dem Szenario, dass ein flächendeckender Spielbetrieb ab März nicht möglich ist, hat sich der Verband befasst. In diesem Fall wird es keine Absteiger geben. „Nur Vereine, die nicht erneut melden, steigen aus den Ligen 2020/21 ab“, schreibt der Verband weiter.

Keine Absteiger, Aufsteigen ist aber möglich

Aufstiege sind aber auch bei einem Abbruch der Meisterschaften möglich. Alle Vereine, die in eine höhere Liga aufsteigen wollen, müssen sich in diesem Fall bis zu einem Stichtag an die spielleitenden Stellen melden. Dann soll eine Aufstiegsrunde über alle Staffeln mit diesen Vereinen gespielt werden. Allen anderen Vereinen, die spielen wollen und können, macht der HV Westfalen das Angebot, in kleinen regionalen Gruppen den Pokalsieger Westfalen auszuspielen.

Der Zeitraum dieser Spiele ist April/Mai 2021. In Abhängigkeit von der Meldezahl wird dann das Spielsystem bestimmt. „Nach Möglichkeit soll eine Runde mit Hin- und Rückspielen ausgetragen werden“, heißt es weiter. Alternativ würde es einen Play-Off-Modus geben. Der letzte Spieltag soll auf Pfingsten fallen.

Erster Spieltag der Saison 2021/22 bereits terminiert

Auch wie es im Falle eines Abbruchs dieser Saison in der Spielzeit 2021/22 weitergehen soll, steht nun fest: Der erste Spieltag ist unabhängig vom Ausgang dieser Saison das letzte Wochenende im August (Ferienende 17. August). Bei einem Abbruch möchte der HV Westfalen möglichst kleine Staffeln mit maximal zwölf Teams bilden.

Im Falle eines Meisterschaftsabbruchs wird es keine Absteiger geben. Teams, die aufsteigen wollen, sollen aber an einer Aufstiegsrunde teilnehmen können. © Neumann © Neumann

„Es erfolgt ein deutlich vermehrter Abstieg mit dem Ziel, die Sollstärken der Ligen innerhalb weniger Jahre wiederherzustellen“, schreibt der HV Westfalen in seinem Konzept zum Vorgehen ab der kommenden Spielzeit.

Darüber hinaus hat der Verband am Samstag besprochen, wie er sich künftig besser vor Hacker-Angriffen schützen kann. Schon öfter wurde der HV Westfalen Ziel von Betrügern. „In Zukunft werden wir keine Word-Dateien mehr verschicken. Da ist die Gefahr zu groß, dass diese von außen abgefangen werden“, sagt Verbandspräsident Wilhelm Barnhusen auf Nachfrage.

Vereine erhalten Teil der Spielbeiträge zurück

Den überkreislichen Vereinen will der Verband, der in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert, zudem einen Teil der Spielbeiträge erstatten. Barnhusen: „Wir haben überlegt, was können wir tun, um nicht selbst inliquide zu werden und kamen zu dem Entschluss, den Vereinen von der Landes- bis zur Oberliga 25 Prozent der entrichteten Spielbeiträge zurückzugeben.“

Im Februar werde der Verband erneut in einer Onlinesitzung tagen, kündigte Barnhusen an.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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