Jugendtraining ist für Kinder bis 14 Jahre wieder gestattet. © Archiv
Fußball

Wiederaufnahme des Jugendtrainings: „Die Mütter sind ausgetickt“

Kinder bis 14 Jahre dürfen unter Auflagen wieder trainieren. Einige Vereine haben ihre Anlagen wieder geöffnet. Der Nachwuchs ist begeistert – aber nicht nur der.

Der Nachwuchs darf zurück auf den Platz. Seit gut einer Woche ist das Training mit bis zu 20 Kindern bis 14 Jahre wieder erlaubt. Die Vereine legen bei der Öffnung der Anlagen für die Kinder ein unterschiedliches Tempo an den Tag.

Der PSV Bork hat seinen Jugendlichen bereits wieder ein Angebot gemacht, um wieder Fußball zu spielen. „Wir haben vor einer Woche dem Sportbüro und der Stadt unser Hygienekonzept vorgelegt“, berichtet Oliver Brockmeier, Jugendleiter beim PSV. „Die Stadt hat das genehmigt und die Plätze geöffnet.“

PSV Bork öffnet auf freiwilliger Basis

Daraufhin bot der PSV seinen Juniorenspielern Training auf freiwilliger Basis an. Seit Dienstag ermöglicht der Verein Kindern bis 14 Jahre wieder das Training. Großer Vorteil der Sportanlage an der Waltroper Straße ist, dass nicht nur das normale Spielfeld, sondern auch ein Zusatzplatz zur Verfügung steht. „So stellen wir sicher, dass die Kinder nicht aufeinandertreffen“, so Brockmeier.

Der PSV-Nachwuchs ist froh darüber, wieder auf den Platz zu dürfen. „Das Angebot wurde sehr gut angenommen“, sagt Brockmeier. „Die Kinder waren völlig erfreut.“

Auch beim SuS Olfen ist das Training für Kinder bis 14 Jahre wieder möglich. „Es sind alle dabei von den Minis bis zur C-Jugend“, sagt Christiane Klann, Fußball-Jugendleiterin beim SuS.

Die Umsetzung des Hygienekonzepts habe dem Verein keine Probleme bereitet, so Klann. Die Anwesenheit werde festgehalten, jeder Trainer lasse die eigene Mannschaft ein. „Außerdem wird abends die Anlage geschlossen“, sagt Klann.

Auch beim SuS Olfen wurde das Angebot direkt angenommen. „Viele Kinder waren sofort ganz schnell dabei. Und auch die Trainer machen ausnahmslos mit“, berichtet Klann. Von einer anderen Gruppe gab es aber ebenfalls enormen Zuspruch: „Einige Mütter haben mich kontaktiert, die sind im positiven Sinn ausgetickt“, so Klann.

JSG NordSüdCap wartet noch ab

Die Jugendspielgemeinschaft Nordkirchen/Südkirchen/Capelle (JSG NordSüdCap) wartet hingegen noch ab. „Wir haben noch nicht geöffnet, sondern wollen ab dem 22. März Training für alle Jugendmannschaften anbieten, wenn das möglich“, sagt Dietmar Koch, Jugendkoordinator bei der JSG. „Sollte sich die Lage aber verschlechtern, wollen wir im U14-Bereich starten.“ Bislang hätten Kinder, Eltern und Lehrer Verständnis gezeigt, dass der Verein erst später öffnet.

Dabei hat die JSG beste Voraussetzungen für den Re-Start geschaffen. Alle Eltern mussten ihre Kinder online registrieren, damit eine Nachverfolgbarkeit gewährleistet wird. „Das hat bislang fast perfekt funktioniert“, so Koch. Eltern seien zudem angehalten, Kinder beim kleinsten Verdachtsfall zuhause zu behalten.

Die Kinder und Jugendlichen drängen nun aber auf den Platz. „Die Kinder wollen raus“, berichtet Koch. „Wir sind bereit.“

SuS Olfen gibt sich gelassen

Allerdings schwebt über der Öffnung der Plätze immer die Gefahr mir, dass es mit dem Training bei steigender Inzidenz schon bald wieder vorbei sein könnte. „Wir warten ab und lassen das auf uns zukommen“, gibt sich Klann gelassen. „Alles andere bringt nichts, wir müssen abwarten, wie dann die Fakten sind.“

Koch verweist auf das Hygienekonzept, das bereits in der Vergangenheit gut funktioniert habe, sagt aber auch: „Es besteht die Gefahr, dass beim Spielen Übertragungen stattfinden.“ Von daher müsse man abwarten.

Brockmeier hingegen ist im Zwiespalt: „Es ist schwer zu vermitteln, dass die Kinder morgens zusammen sind, nachmittags aber keinen Sport zusammen machen können“, meint der Jugendleiter des PSV Bork. „Wenn es aber nicht mehr verantwortbar ist, werden wir die nötigen Schritte einleiten. Die Sicherheit geht vor.“

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel
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