Tim Heptner hatte bei der SG Massen zuletzt nur noch eine Reservistenrolle. © Goldstein
Fußball

Vom Wethmar-Torjäger zum Massener Bankdrücker – Tim Heptner hat nun Konsequenzen gezogen

Tim Heptner hat bei der SG Massen eine ungeliebte Rolle: Immer öfter muss der Torjäger zugucken. Jetzt zieht Heptner einen Schlussstrich.

Tim Heptner war so gut wie immer Stammspieler in seiner Fußballkarriere. Und wo auch immer der Stürmer aufschlug, traf er wie am Fließband: Mit 30 Toren in einer Saison bei Westfalia Wethmar legte er eine persönliche Fabelsaison hin. Nun steht der 32-Jährige beim Bezirksligisten SG Massen auf dem Abstellgleis – und hat eine Konsequenz für sich gezogen.

Der 30. August war ein guter Tag für Tim Heptner. Mit vier Toren war Heptner beim Kreispokalspiel beim VfK Weddinghofen (10:0) Matchwinner. Es war der alte Tim Heptner. Der Blondschopf, vor dem früher gegnerische Trainer in der Gästekabine an der Sportanlage von Westfalia Wethmar ihre Abwehrreihen noch einmal warnten und der dann die Gegner trotzdem in Grund und Boden schoss – mit einer Traumquote von mehr als einem Tor pro Spiel.

Repräsentativ für sein Standing bei der SG Massen war die Gala in Weddinghofen nicht. Denn viel Spielzeit hat Tim Heptner im Corona-Jahr 2020 nicht bekommen. Nur einmal spielte er in diesem Jahr in der Bezirksliga durch. Fünf weitere Einsätze folgten, meist Einwechslungen in der zweiten Halbzeit. Wirklich angekommen ist er bei der SG Massen nach dem Aufstieg 2019 nicht.

Tim Heptner (r.) kam beim Bezirksligisten SG Massen nicht so recht zum Zuge. © Neumann © Neumann

„Sich in eine intakte Mannschaft reinzukämpfen, die frisch aufgestiegen ist, ist schwierig“, sagt Tim Heptner im Januar 2021. Es seien bereits richtig gute Stürmer in Massen unter Vertrag. Als Defizit entpuppte sich auch, dass der dreifache Vater (6, 3, 1) weniger trainieren kann. „Dass es mit einmal Training dann nicht für die Startelf reicht, war auch klar“, sagt Heptner einsichtig.

Tim Heptner hatte viele Stationen – meist in der Bezirksliga 8

Doch Enttäuschung klingt bei dem Stürmer auch durch, der schon für den SV Preußen Lünen, den SV Südkirchen, unter Mario Plechaty bei Mengede 08/20, beim Königsborner SV, den SuS Kaiserau, Husen-Kurl, und die Wethmarer auf Torejagd ging, bevor er 2019 nach Massen wechselte. Dabei haben sich die Prioritäten klar in Richtung Familie verschoben, Heptner geht bei allem Ehrgeiz gelassen mit der Reservistenrolle um.

Aber: „Ich möchte noch ein bisschen zocken. Wenn man von halb 2 bis halb 7 am Sportplatz ist und dann nur zehn Minuten spielt, ist es einfach schade“, sagt Heptner. Sein Entschluss stand deshalb fest: Als der Verein noch im alten Jahr Spielergespräche führte, teilte er seine Unzufriedenheit mit und ging freiwillig aus „seiner Liga“, der Bezirksliga 8, in die Kreisliga B. Künftig kickt er für die Massener Reserve.

Tim Heptner traut sich Bezirksliga noch zu

Dabei hätte es für die Spielklasse durchaus noch gereicht, findet Heptner: „Definitiv. In Massen muss man sich erstmal durchsetzen. Ich bin ein Box-Spieler.“ Und in einer Mannschaft, die auf die Spielweise mit einem Strafraumspieler zugeschnitten ist, würde Heptner auch funktionieren, glaubt er.

Das war in Wethmar der Fall. „Ich hätte aufhören sollen, als es am schönsten war“, sagt Heptner rückblickend über Wethmar. „Aber schnelle Angriffe sind nicht mein Spiel.“ Wie bei der SG Massen.

Wechseln will Heptner vorerst dennoch nicht. Helfen könnte das der zweiten Mannschaft mit Trainer Ralf Dreier, für die er künftig auflaufen möchte. Diese steht auf Platz zwei der Kreisliga-B-Tabelle – womöglich winkt Heptner im Herbst der Karriere noch einmal ein Aufstieg. Doch darüber entscheidet auch die Entwicklung der Pandemie. Der Spielbetrieb liegt weiter brach.

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Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith

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