Der Westfälische Tennisverband reagiert ein weiteres Mal auf die Corona-Pandemie und kommt den Vereinen entgegen. © dpa
Tennis

Trainings-Tourismus im Lockdown: Zum Aufschlag ins Nachbarland

Lockdown, kein Sport und auch kein Tennis. Doch einige Fans des weißen Sports haben für sich längst die Möglichkeit entdeckt, ein paar Bälle zu schlagen - trotz Corona.

Der Lockdown in Deutschland hat alle Bereiche des Sports erfasst. Seit nunmehr fast dreieinhalb Monaten darf auch in den Tennishallen Nordrhein-Westfalens kein Ball mehr geschlagen werden. Doch die Tennis-Cracks – auch aus dem Kreis Unna – haben einen simplen Trick, um auf die Courts zu kommen.

In den benachbarten Bundesländern Hessen und vor allem Niedersachsen darf nämlich noch unter Hygienebedingungen in den Hallen Tennis im Einzel gespielt werden. Große Zwischenfälle sind bislang noch nicht bekannt geworden. Und so machen sich nicht wenige Tennisspielerinnen und -spieler aus Westfalen regelmäßig auf dem Weg in den Süden Niedersachsens oder nach Hessen, um dort ein paar Bälle zu schlagen.

WTV-Präsident Robert Hampe setzt sich dafür ein, dass die Tennishallen in Westfalen wieder geöffnet werden.

Wie der Westfälische Tennis-Verband (WTV) in einem Schreiben mitteilt, bescheren die Tennis-Touristen den Tennishallen dort florierende Umsätze. Mittlerweile sei es ein Ding der Unmöglichkeit, im südlichen Niedersachsen einen Hallenplatz zu buchen. Wartezeiten von drei Wochen seien die Regel, während wenige Kilometer entfernt in NRW Tennisschulen und Hallenbetreiber um ihre Existenz bangen, heißt es.

„Ja, der Tennissport ist solidarisch mit anderen Sportarten!“

Robert Hampe, WTV-Präsident

WTV-Präsident Robert Hampe aus Hamm fordert deshalb zeitnah Lösungen für das Ermöglichen des Tennissports in Westfalen und ganz NRW. Viele Vereine würden schon mit den Hufen scharren und hätten ihren Blick bereits auf die Freiluft-Saison gerichtet. Sofern es das Wetter zulässt, wollen sie ihre Plätze schon im März fit für den Sommer machen. Laut Hampe sehnen sich die knapp 300.000 Tennisspieler in NRW einer Lockerung allerspätestens im März herbei.

Robert Hampe: Begleitschäden als Folge des Lockdowns vermeiden

Hampe unterstreicht in seinen Äußerungen mit Blick auf die anderen Sportarten aber auch: „Ja, der Tennissport ist solidarisch! Solidarität mit anderen Sportarten und Mitmenschen zeigen ist selbstverständlich, wenn es aber Lösungen gibt und man Begleitschäden als Folge des Lockdowns vermeiden kann, dann sollten wir diese anstreben.“

„Eine Lösung muss schnell her“, so WTV-Präsident Robert Hampe. Er verweist auf den in der vergangenen Woche vom Landessportbund NRW veröffentlichten Stufenplan. „Dieser zeichnet ein realistisches Szenario, wie eine Rückkehr in den Vereinssport gelingen kann – auch für die Individualsportart Tennis.“ Und Hampe weiter: „Von einem normalen Einzelspielbetrieb im Tennis geht keine Gefahr aus.“

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Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
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Thorsten Teimann

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