Trainer Sanmi Ojo wollte sich bislang auf keinen Stammtorhüter festlegen. © Sebastian Reith
Fußball

Spitzenteam mit miserablem Torverhältnis: Trainer des PSV Bork weiß, woran es liegt

Trainer Sanmi Ojo von Fußball-B-Ligist PSV Bork wollte sich vor der Saison nicht auf einen Stammtorhüter festlegen. Ist die Rotation Mitschuld an der negativen Tordifferenz des Tabellenvierten?

Die aktuelle Tabellenkonstellation ist für den PSV Bork in der Fußball-Kreisliga B schon etwas kurios. Der PSV steht aktuell auf dem vierten Platz in der Tabelle, hat nur vier Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Königsborner SV II und gehört damit zu den Aufstiegsaspiranten in der Liga. Was aber nicht zur guten Platzierung passt, ist die Tordifferenz.

Denn trotz der guten Position im oberen Tabellendrittel weist der PSV das mit Abstand schlechteste Torverhältnis der Spitzenmannschaften auf. Die zweit- und drittplatzierten Teams aus Massen II und Cappenberg II haben jeweils eine Differenz von plus 11 und Topteam KSV II sogar von plus 22 – und der PSV? Minus drei!

Konkurrenzkampf im Tor vom PSV Bork schuld an den Gegentoren?

„Die Gegentore sind aus zwei Spielen entstanden“, analysiert der Bork-Trainer Sanmi Ojo. Tatsächlich kassierte die Borker Truppe 11 der 16 Gegentore in den Partien gegen den KSV II und die zweitplatzierte SG Massen II. Bei so vielen Gegentreffern fällt der Blick aber auch in Richtung der PSV-Torhüter.

Denn das Besondere beim PSV ist, dass es gleich drei Torhüter gibt, die den Anspruch haben, zu spielen und keiner hat einen klaren Nummer-eins-Status sicher. „Ich bin in den unterklassigen Ligen kein Fan davon, die Woche über zum Training zu kommen und dann am Wochenende nicht zu spielen“, sagt Simon Guder.

Simon Guder und seine Torhüter-Kollegen mussten in dieser Saison dem Ball schon öfter hinterher schauen.
Simon Guder und seine Torhüter-Kollegen mussten in dieser Saison dem Ball schon öfter hinterher schauen. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Guder ist einer der drei Torhüter beim PSV und muss sich mit Rene Peters und Marvin Koch, der die Borker nach der Saison verlassen wird, um Spielzeit duellieren. Dass fehlende Einsatzgarantie und der Konkurrenzkampf verantwortlich sind für die vielen Gegentore, schließt Guder allerdings aus.

„Wir haben uns im Training immer unterstützt und mit Rene habe ich auch schon darüber gesprochen, dass es kein Problem ist, wenn wir Regelungen für die Spieltage finden“, sagt Guder. Das sieht auch sein Trainer so: „Die haben alle drei sehr harmonisch miteinander gearbeitet“, erzählt Ojo.

Trainer Sanmi Ojo hatte vor der Saison einen Favoriten

Allerdings ist das nicht immer so gewesen, wie der Trainer berichtet. „Am Anfang haben sie sich mehr Druck gemacht als nötig war“, sagt der PSV-Trainingsleiter und ergänzt: „Uns war aber wichtig, den Jungs die Beweggründe zu erklären, warum wer nicht spielt und das haben sie dann auch verstanden.“

Wenn es für Ojo nach Leistungsstärke gegangen wäre, hätte Rene Peters nach der Vorbereitung spielen müssen. Da dieser sich an den ersten beiden Spieltagen aber im Urlaub befindet, spielt Marvin Koch zunächst. Als der am letzten Spieltag ausfällt, kommt die Chance für Simon Guder – und der nutzt diese laut Ojo.

Mittlerweile ein Zweikampf unter den Torhütern des PSV Bork

„Wäre es noch zum nächsten Spiel gekommen, hätte Simon erstmal wieder gespielt“, sagt der Trainer. Marvin Koch hat sich wegen seines Wechsels mittlerweile abgemeldet und ist für die Spielzeit gesperrt. Bleiben also schonmal nur noch zwei Konkurrenten um den Platz im Tor.

Das ist für Simon Guder aber so oder so kein Problem. „Ich bin vielleicht verbissen Leistung zu zeigen, aber nicht verbissen, jedes Wochenende zu spielen und kann meinen Nachmittag auch mit meiner Freundin am Platz verbringen“, so der Torhüter.

Sollte die Fußball-Saison noch fortgesetzt werden, müssen Peters und Guder laut ihrem Trainer beide wieder bei null anfangen – hoffentlich aus PSV-Sicht auch was die Gegentore betrifft.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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