Lukas Scholten, Kapitän der Handballer des SuS Olfen, hat eine klare Meinung zu der Kritik von Nationalmannschafts-Torhüter Andreas Wolff an seinen Mitspielern. © Jura Weitzel
Handball

So schätzen die heimischen Handballer die Chancen der Deutschen bei der Weltmeisterschaft 2021 ein

Die Vorfreude auf die Handball-WM 2021 ist bei Bork-Trainer Matthias Hans und Lukas Scholten vom SuS Olfen verschieden stark. In einem heiß diskutierten Thema sind sich die beiden aber einig.

Findet sie statt oder nicht? Mit oder ohne Zuschauern? Welche Spieler nehmen daran teil? Es gab genug Fragen rund um die am 13. Januar beginnende Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten. Die heimischen Handballer haben eine klare Meinung zu dem Turnier.

„Von der Handball-Seite bin ich erstmal dafür, dass gespielt wird. Der Profisport muss weitergehen. Dass ohne Zuschauer gespielt wird, ist die logische Konsequenz“, sagt Matthias Hans, Trainer der Handballer des PSV Bork.

Matthias Hans vom PSV Bork begrüßt, dass die Handball-WM stattfindet.
Matthias Hans vom PSV Bork begrüßt, dass die Handball-WM stattfindet. © Krampe © Krampe

Die Absagen mehrerer deutscher Nationalspieler kann er nachvollziehen. „Als Spieler hätte ich auch ‚Nein’ gesagt. Die ticken wie ich beim vor unserem geplanten Saisonstart im letzten Jahr: Die Gesundheit geht vor.“

Torhüter Andreas Wolff hatte die Absagen einiger Spieler öffentlich kritisiert. „Familienväter aus anderen Ländern nehmen auch teil“, sagte er. Lukas Scholten, Kapitän des SuS Olfen, sieht das anders. „Ich kann die Spieler, die abgesagt haben, verstehen. Sie achten auf ihre Familien.“

Als besonderen Nachteil sieht er die Absagen von gestandenen Spielern wie Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold oder Finn Lemke nicht. Viel mehr sei das eine Chance für die Mannschaft. „Sie haben bei der EM 2016 auch gezeigt, dass sie den Titel mit einem jungen Team holen können. Das Viertelfinale sollte auf jeden Fall drin sein.“

Auch Hans sieht darin keinen Nachteil. „Wo eine Tür zu geht, geht eine andere auf. Das ist die Chance für die zweite Reihe.“ Es bestehe aber auch eine Gefahr. „Wenn sie gewinnen, werden manche sagen, dass auch bei anderen Teams Top-Stars gefehlt haben. Wenn sie früh ausscheiden, haben bei uns wichtige Spieler gefehlt. Es gibt eben diese System-Nörgler. Man kann machen, was man will, es ist nie richtig.“

Hans: „Das macht den Reiz aus“

Zum ersten Mal nehmen 32 statt 24 Mannschaften an der WM teil. Für Hans ist das kein Problem. „Man muss gegen die vermeintlich Schlechten da sein. Das macht den Reiz aus. Natürlich kommen so auch Gelder aus mehr Ländern. Ich freue mich aber nicht gerade auf das Spiel gegen Uruguay.“ Neben den Südamerikanern ist Deutschland noch mit Kap Verde und Ungarn in einer Gruppe.

Aber nicht nur durch die schwächeren deutschen Gegner sei die Vorfreude bei ihm getrübt. „Normalerweise gucke ich die Spiele mit ein paar Freunden im Skiurlaub. Das geht jetzt natürlich auch nicht.“ Froh ist er aber, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten wieder die deutschen Begegnungen zeigen würden. „Das ist ein Zeichen.“

Scholten freut sich dagegen auf das Turnier. „Wir können selbst seit einem halben Jahr nicht mehr spielen. Da ist es schön, Handball im Fernsehen verfolgen zu können. Dass die WM stattfindet, finde ich gut. Das war die richtige Entscheidung.“

Eine Gefahr sieht er bei einem potenziellen Corona-Ausbruch. „Es wurde zwar ein gutes Konzept entwickelt, aber es sind viele Nationen dabei. Da kann das schnell die Runde machen.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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