Die SG Selm muss künftig auf eine echte Größe im Verein verzichten. © Matthias Henkel
Fußball

Schwerwiegender Abgang: SG Selm verliert einen „richtigen Pfundstypen“

Der Ball ruht, die Kaderplanung im Amateurfußball rollt. Die SG Selm hat in diesem Zuge einen schmerzhaften Abgang zu vermelden. Eine feste Vereinsgröße bricht zu neuen Ufern auf.

„Er wird eine Riesen-Lücke hinterlassen“ – das sagt der Sportliche Leiter der SG Selm, Norbert Hanning über den Abgang, den er jüngst vermelden musste. Gerade erst hatte er mit den Coerdt-Brüdern zwei Neuzugänge verpflichten können, nun muss der A-Ligist auf eine verlässliche Stütze verzichten.

„Mein Abgang bei der SG Selm hat berufliche Gründe“, erklärt Marcel Dresken, „ich bin vor Kurzem nach Bielefeld gezogen, weil ich dort mein Referendariat absolviere“. Für den 27-Jährigen ist die aktuell unterbrochene Saison also die letzte am Sandforter Weg.

„Er wird eine Riesen-Lücke hinterlassen. Dass er geht, tut uns richtig weh“, sagt Hanning. Denn nicht nur in der ersten Mannschaft ist Dresken stets eine feste Größe gewesen, sondern gehört quasi zum festen Inventar der SG.

„Ich habe immer in Selm gespielt. Früher bei Grün-Weiß, nach der Fusion dann für die SG“, erzählt Dresken, „deshalb herrscht schon eine tiefe Verbundenheit zu diesem Verein“. Er kennt den Klub in- und auswendig, hat beispielsweise auch die A-Jugend trainiert.

„Er stand immer für die SG Selm bereit“, erinnert sich Hanning. Er stellt nicht nur den sportlichen Wert des Defensivspielers in den Vordergrund: „Menschlich hat er immer eine Weltklasse-Einstellung. Er ist ein richtiger Pfundstyp.“

Zweikämpfen ging Marcel Dresken (M.) eher selten aus dem Weg.
Zweikämpfen ging Marcel Dresken (M.) eher selten aus dem Weg. © Patrick Fleckmann © Patrick Fleckmann

Auf diesen Pfundstypen muss Selm nun verzichten. Wird Marcel Dresken denn in Bielefeld künftig die Fußballschuhe schnüren? „Erst mal hat der Beruf jetzt Priorität für mich“, betont der 27-Jährige. Ausgeschlossen ist aber nichts: „Vielleicht suche ich mir dort einen Verein. Auch, um soziale Kontakte zu knüpfen. Fit genug fühle ich mich, die Knochen machen auf jeden Fall mit.“

Der Weg aus Ostwestfalen nach Selm ist zu weit. Über eine Rückkehr nach Ende des Referendariats kann Dresken nur mutmaßen: „Was in anderthalb Jahren ist, kann ich nicht sagen.“

Für Dresken beginnt in Bielefeld also ein neuer Lebensabschnitt. Im Rückblick auf seine Zeit bei der SG Selm kommt dem 27-Jährigen ein Aspekt als Erstes in den Sinn: „Die kurzen Wege. Ich konnte mit dem Fahrrad zum Training fahren, teilweise sogar zu den Spielen.“

In seiner Zeit bei der SG ist zudem ein ganzer Schatz an Erinnerungen entstanden. Allen voran – als positives Beispiel – der Aufstieg im Jahr 2019 in die Kreisliga A. „Da waren sehr viele Leute am Platz. Generell konnten wir in der Saison viele Fans mobilisieren – und mit ihnen den Aufstieg feiern“, erinnert sich Dresken.

Marcel Dresken feiert den Aufstieg mit der SG Selm.
Marcel Dresken feiert den Aufstieg mit der SG Selm. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Ein Jahr zuvor war er mit Selm abgestiegen und erlebte den großen Umbruch mit. „Das war schon ein krasser Schnitt in dem Jahr. Ungefähr drei Viertel der Mannschaft hat damals den Verein verlassen. Umso schöner, dass wir gleich wieder aufgestiegen sind, und das mit vielen Jungs aus der eigenen Jugend, das hat dem Verein sehr gutgetan.“

Generell, so Dresken, sei es eine sinnvolle Sache, dass der Klub seitdem vermehrt auf junge Spieler aus den eigenen Reihen und dem Umkreis setze. So wie er selbst – ein echter Selmer eben.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
Zur Autorenseite
Avatar

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.