Trainer Sanmi Ojo und der PSV Bork dürfen sich kommende Saison über einen hochkarätigen Neuzugang freuen. © Jura Weitzel
Fußball

Sanmi Ojo erwartet einen harten Torwart-Konkurrenzkampf beim PSV Bork – und Pommes und Getränke

Mit Marvin Kemmann wird es in der nächsten Saison vier Torhüter beim PSV Bork geben. Trainer Sanmi Ojo rechnet daher mit Unzufriedenheit - und begrüßt sie. Mit etwas hat er aber gar nicht gerechnet.

Dem PSV Bork ist ein echter Transfer-Coup gelungen. Mit Marvin Kemmann wechselt zur kommenden Saison ein Torwart aus der Westfalenliga, der auch schon in der U17-Bundesliga für Preußen Münster gespielt hat, zum Fußball-B-Ligisten. 2021/22 wird es damit vier Torhüter im Kader geben. Ist da Unruhe vorprogrammiert?

„Der ein oder andere wird unzufrieden sein, aber Frust gehört dazu. Sie dürfen sich auch mal aufregen“, sagt Trainer Sanmi Ojo. „Wir bekommen eine Rakete dazu. Kemmann wird aber keinen Freifahrtschein haben. Ich kenne da keine Familie und Freunde.“

Der Mannschaft tue Konkurrenzkampf auf jeder Position gut. In der Innenverteidigung würde es acht Spieler geben, die um zwei Positionen kämpfen würden. Ojo weiß aber auch: „Als Torwart kann man nicht einfach sagen, ich werde Sechser und kann dann da spielen.“

Damit gerechnet, dass Kemmann vom Westfalenligisten Grün-Weiß Nottuln nach Bork kommen würde, habe der Trainer nicht. „Ich war eigentlich sehr überrascht, dass es zustande kam. Letztes Jahr haben er und Martin (Klingenberg, Sportlicher Leiter, Anm. d. Red.) noch rumgeflachst, aber Martin hat nicht locker gelassen und dann ist es ernst geworden. Die Lorbeeren gehören zu 90 Prozent ihm.“

Marvin Kemmann spielt noch in der Westfalenliga für Grün-Weiß Nottuln, aber wechselt im Sommer zum PSV Bork.
Marvin Kemmann spielt noch in der Westfalenliga für Grün-Weiß Nottuln, aber wechselt im Sommer zum PSV Bork. © Marvin Kemmann © Marvin Kemmann

Der Kontakt zu Kemmann kam über Klingenberg zustande, der mit Kemmann bei der gleichen Firma arbeitet. „Es war nicht geplant. Wir haben schon drei Torhüter gehabt“, sagt der Sportliche Leiter. „Aber Simon Guder weiß noch nicht, wie es weitergeht. Er möchte sich im Trainerbereich weiterbilden und dann könnte es eng werden mit dem Training. Er bleibt weiterhin dabei, aber sagte, dass wir eventuell nicht zu 100 Prozent mit ihm planen könnten.“

Deswegen habe Guder den Verantwortlichen nahegelegt, sich nach einem weiteren Torwart umzusehen, wie Trainer Ojo erklärt. Mit Kemmann gab es bereits im vergangenen Jahr um die Weihnachtstage ein Gespräch. Damals sei schon einmal nicht klar gewesen, wie es bei Guder weitergehen würde.

Die Gespräche mit Kemmann wurden im Januar intensiviert

Im Dezember hatte sich das Thema bei ihm aber erstmal erledigt und mit Kemmann sei es etwas im Sande verlaufen. „Ich habe auch gedacht: So ein Spieler wird nicht nach Bork kommen“, gibt Ojo zu.

Nachdem aber Guder im Januar die Möglichkeit erhielt, sich fortzubilden, wollte Bork die Gespräche mit Kemmann intensivieren. „Ich habe ‚Klinge‘ (Klingenberg, Anm. d. Red.) gesagt, dass er Nägel mit Köpfen machen soll“, so der Trainer.

Mit Guder, Marvin Koch, Rene Peters, Hendrik Hamelmann und eben Kemmann hätte es in der nächsten Spielzeit fünf Torhüter im Kader gegeben. „Fünf wären definitiv zu viel“, sagt Ojo.

Das sah auch Koch so, der den Verein gerne verlassen wollte. „Das ist schade und ich bin traurig. Er ist ein Borker Junge. Aber ich kann seine Beweggründe nachvollziehen. Ich wünsche ihm viel Glück bei seinem neuen Verein.“ Dass das der SV Südkirchen werde, mache es für Ojo erträglicher.

„Ich bin froh, dass es Südkirchen ist und nicht die Konkurrenz. Wir haben ihnen ein freundschaftliches Geschenk gemacht. Dafür gehen die Getränke und Pommes beim nächsten Freundschaftsspiel auf sie“. sagt der Trainer, der lange für den SVS spielte, und lacht.

Da sich Koch aber bereits zum Februar vom PSV abgemeldet hat, bleiben für den Rest dieser Saison nur Guder und Peters übrig. „Marvin weiß, dass die Saison eigentlich beendet ist. Ich glaube, er war enttäuscht, dass wir einen neuen Torwart geholt haben. Eigentlich macht man das zur neuen Saison. Das ist schade, aber ok. Es gibt kein böses Blut“, betont Ojo.

Ojo: „Ich schaufle mir mein eigenes Grab, so wie es gerade läuft“

Daher könnte Hamelmann, der eigentlich erst im Sommer aus der A-Jugend zur Ersten stoßen sollte, zur Not bereits in der Rückrunde hochgeschrieben werden. In der neuen Spielzeit schloss der Trainer aber nicht aus, dass Hamelmann auch mal in der Zweitvertretung Spielpraxis bekommen könnte. „Er wird aber definitiv im Kader der Ersten bleiben. Wir haben vier starke Torhüter. Das wird ein superstarker und harter Konkurrenzkampf.“

Die Zielsetzung bleibe aber trotz Kemmanns Verpflichtung gleich. „Ich bin froh, dass der Vorstand das auch so sieht. Ich habe schon scherzhaft gesagt, ich schaufle mir mein eigenes Grab, so wie es gerade läuft. Mein Vertrag ist aber nicht an den Aufstieg oder die Meisterschaft gekoppelt“, sagt Ojo und lacht.

Das Ziel bleibe, oben mitzuspielen. „Ich hoffe, dass wir uns oben festsetzen können.“ Schon diese Spielzeit sollte zum Umbruch dienen, in der kommenden prognostiziert er auch eine „Findungssaison“.

Neben dem Sportlichen erhofft der Trainer sich durch Kemmann auch einen Effekt bei anderen Spielern. „Ich hoffe, dass der ein oder andere, der noch in der Schwebe ist, dadurch auch nach Bork kommt.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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