Markus Kuhn ist kein Trainer beim PSV Bork mehr. © Sebastian Reith
Fußball

Plötzlich ohne Mannschaft: Ex-Trainer des PSV Bork ist „total enttäuscht“

Der PSV Bork geht in der neuen Saison nur noch mit einer Frauenmannschaft an den Start. Dadurch steht der Trainer der Ersten nun ohne Job da und ist enttäuscht – aber nicht vom Verein.

Bis Mitte Juni ist noch alles in Ordnung. Der PSV Bork plant mit zwei Frauenmannschaften, eine in der Fußball-Bezirksliga, die zweite in der Kreisliga A, an den Start zu gehen. Knapp zwei Wochen später ist dieser Plan fast komplett über den Haufen geworfen. Große Teile des Bezirksliga-Teams haben sich abgemeldet. In der neuen Saison gibt es nur eine Mannschaft. Diese besteht vor allem aus Spielerinnen des A-Liga-Teams und nimmt den Platz der Ersten in der Bezirksliga ein.

Trainer der nun einzigen Mannschaft ist Markus König. Markus Kuhn, der bisher der Coach der Bezirksliga-Truppe war, steht nun ohne Traineramt da. „Im vergangenen Jahr haben wir super angefangen“, holt Kuhn aus. „Im Winter habe ich abgefragt, wer alles weitermacht. Von allen gab es positive Rückmeldung. Im März oder April habe ich dann noch einmal gefragt und gesagt, dass sich die Spielerinnen bei mir melden sollen, wenn es Probleme gibt.“

Abmeldungen lösen Kettenreaktion aus

Bis zu diesem Zeitpunkt ist also noch alles in Ordnung. Dann aber folgt die Wendung. „Mitte Juni wollten zwei Spielerinnen kürzertreten, dann folgten drei weitere“, so Kuhn. 14 Spielerinnen seien im Kader verbleiben, von denen fünf aber beruflich nicht regelmäßig hätten spielen können. „Damit hätten wir einen Kader von neun oder zehn Leuten gehabt, davon zwei Torhüterinnen“, sagt Kuhn. „Den restlichen Spielerinnen war das zu schwammig, sodass sie sich abgemeldet haben.“

Von einigen seiner ehemaligen Spielerinnen beim PSV Bork ist Markus Kuhn enttäuscht.
Von einigen seiner ehemaligen Spielerinnen beim PSV Bork ist Markus Kuhn enttäuscht. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Die Ernüchterung bei Kuhn ist entsprechend groß: „Ich bin total enttäuscht, weil es im Winter die Zusagen gab“, so der Trainer. Dabei bezieht er sich explizit auf die Spielerinnen, die sich anders entschieden haben, dem PSV Bork nimmt Kuhn von jeglicher Kritik aus: „Der Verein hat damit nichts zu tun, damit hat ja auch niemand gerechnet.“

Schade sei das dennoch, immerhin ist Kuhn kein Trainer beim PSV mehr. „Ich bin nicht freiwillig gegangen, wurde aber auch nicht entlassen. Die zweite Mannschaft war nicht mein Team und hatte bereits einen Trainer. Ich finde die Entscheidung des Vereins normal“, sagt er und fügt hinzu: „Da kann man einfach nichts machen.“

Verein und Trainer trennen sich aber im Guten. Kuhn hofft daher auch, dass die PSV-Kickerinnen in der nächsten Saison den Klassenerhalt in der Bezirksliga schaffen, weiß aber auch: „Das wird schwierig, weil der Unterschied zwischen Kreis- und Bezirksliga schon recht groß ist. Wenn die Mannschaft aber einen guten Start erwischt, kann sie es schaffen.“

Markus Kuhn hält weiter zum PSV Bork

Kuhn will nun erst einmal etwas Abstand gewinnen. „Ich musste das erst einmal verdauen. Es war schwierig, weil ich viel investiert habe. Es war nicht einfach, das einfach so hinzunehmen. Der PSV Bork ist nicht irgendein Verein, ich habe selbst hier gespielt und bin hier groß geworden. Vielleicht mache ich erst mal eine Pause“, so der Trainer, der sich vorstellen kann, auch als Sportlicher Leiter tätig zu werden.

Das ist aber erst einmal Zukunftsmusik. Wie es für Markus Kuhn weitergeht, steht noch nicht fest. „Ich muss das erst einmal abschütteln“, sagt er. „Ich hätte mir sicher einen anderen Abgang gewünscht. Dass es jetzt so kommt, ist einfach schade.“

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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