Lisa Tegtmeier (l.) spielt für die Münster Mammuts auf der Position des Running Backs. © Roman Henel
American Football

Lisa Tegtmeier behauptet sich in der „Männer-Domäne“ American Football

Wer an American Football denkt, denkt oft an Männersport. Lisa Tegtmeier spielt dennoch diesen intensiven und körperbetonten Sport – und behauptet sich.

Harte Jungs, viel Show und großer Sport – einmal im Jahr, Anfang Februar, wird das größte Einzelsport-Ereignis der Welt ausgetragen, wenn die amerikanische American-Football-Liga NFL ihr Finale, den Superbowl austrägt. Der Sport ist nichts für zart Besaitete – schließlich zeichnet sich American Football vor allem durch körperlichen Vollkontakt aus.

Ein Sport also nur für Männer? Ein bisschen höchstens, meint Lisa Tegtmeier. „Es stimmt schon, dass der Sport durch Männer dominiert wird“, sagt die Football-Spielerin aus Davensberg. Aber eben nicht vollständig: Die Münster Mammuts stellen auch ein Frauenteam, das in der Regionalliga NRW antritt.

Für die Mammuts läuft auch Tegtmeier auf. Die 18-Jährige, die auf der Position als Running Back zum Einsatz kommt, fing in der Jugend bei den Müsteranerinnen an. Eine Mädchenmannschaft gab es nicht – Tegtmeier spielte bei den Jungen mit, bis später eine ein Frauenteam gegründet wurde.

Faszination für American Football ist stark

In der Jugend spielte sie außerdem Fußball. American Football faszinierte die 18-Jährige aber schon immer mehr. „Ich mochte schon immer, dass jeder im Team immer 100 Prozent geben muss. Die Mannschaft und auch jeder Einzelne müssen funktionieren. Jeder und jede Position ist wichtig. Das finde ich cool“, erzählt Tegtmeier.

Diese Kombination scheint außerdem Personen anzuziehen, mit denen sich Tegtmeier gut versteht. „Es sind nicht typische Mädchen, die man hier trifft. Die meisten hier sind einfach taffer. Hier finden sich ganz verrückte Persönlichkeiten, das liebe ich so an unserem Team“, so Tegtmeier.

In der vergangenen Jahren hat die Beliebtheit von American Football in Deutschland stark zugenommen – durchaus auch im Frauenbereich, wenn auch nicht so stark wie bei den Männern. Die Mammuts versuchen, von dieser Entwicklung zu profitieren und suchen weiter Mitglieder. Training kann derzeit nicht stattfinden, deswegen veranstaltet der Verein Corona-konformes Training per Video und wirbt für sich auf Facebook und Instagram.

Lisa Tegtmeier könnte für einen Schub sorgen

Dabei könnte Tegtmeier vielleicht ja selbst für einen weiteren Schub sorgen. In den USA gibt es seit einigen Jahren mit der WFLA eine eigene Liga für Frauen. „Dort zu spielen ist mein Ziel“, sagt Tegtmeier. „Für mich würde ein Traum in Erfüllung gehen, professioneller zu spielen.“

Als nächstes steht aber erst einmal der Super Bowl bei den Männern auf dem Programm. Die NFL verfolge sie gar nicht so genau, berichtet Tegtmeier. Die Playoff-Spiele habe sie aber gesehen. Ihr fehle es einfach, sich darüber austauschen zu können. Den Super Bowl wird sie aber natürlich schauen.

Allerdings wird das anders sein, als in den Vorjahren. Vor Corona schaute Tegtmeier das Spiel meist beim Public Viewing, an dem auch viele Mammuts dabei waren. In diesem Jahr wird es nicht möglich sein, Tegtmeier wird wohl das Spiel im Familienkreis schauen – zumal sie Geburtstag hat.

Lieblingsteams Cincinnati Bengals und die San Francisco 49ers

Und wem drückt sie im Finale die Daumen? Ihre favorisierten Teams, die Cincinnati Bengals und die San Francisco 49ers, verpassten die Playoffs. „Ich bin aber ohnehin eher ein Fan einzelner Spieler“, berichtet Tegtmeier. Zu ihnen gehören unter anderem Christian McCaffrey von den Carolina Panthers, der ebenfalls Running Back ist.

Weitere Lieblingsspieler sind Rob Gronkowski von den Tampa Bay Buccaneers und Tyreek Hill von den Kansas City Chiefs – den beiden Mannschaften also, die sich in der Nacht (MESZ) vom 7. auf den 8. Februar im Super Bowl gegenüberstehen werden.

Sich auf einen Favoriten festzulegen fällt Lisa Tegtmeier daher auch schwer. „Unparteiisch“ sei sie, sagt die Davensbergerin. Und wenn sie sich festlegen muss? „Dann würde ich auf die Chiefs tippen.“

Über den Autor
Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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