Der PSV Bork mit Lea Komsta (r.) setzte sich klar gegen den FC Schalke 04 durch. © Henkel
Fußball

„Kaltblütiger“ PSV Bork fertigt trotz einer Feldspielerin im Tor Schalke 04 ab

Den Ausgang und vor allem die Deutlichkeit hatte wohl keiner erwartet: Am Sonntag setzt sich der PSV Bork gegen Schalke 04 durch. Dabei tritt der PSV nicht einmal in Bestbesetzung an.

Nach dem Abpfiff gab es die kalte Dusche für Markus König. Nur mit Mühe und Not konnte der Trainer der Fußballerinnen des PSV Bork dem Wasser entgehen, das seine Spielerinnen nach dem 3:0 (3:0)-Sieg über die Frauen-Mannschaft vom FC Schalke 04 über ihn zu gießen versuchten. Etwas unfreiwilliger Abkühlung musste der PSV-Coach über sich ergehen lassen. Es war Ausdruck über die gezeigte Leistung der PSV-Frauen.

„Ich bin sehr stolz. Mich haben sie alle begeistert, das hat wirklich Spaß gemacht“, fasste König nach dem Spiel die Leistung seiner Mannschaft zusammen.

PSV Bork ist die klassenhöhere Mannschaft

Auch wenn der PSV-Trainer im Vorfeld mit einem Augenzwinkern betont hatte, dass ja eigentlich seine Mannschaft Favorit sei, da der Bezirksligist das klassenhöhere Team sei, lag die Rolle des Außenseiters doch eigentlich aufseiten des PSV. Immerhin besteht das neuformierte Team vor allem aus Spielerinnen, die in der Vergangenheit in der Kreisliga A aufliefen.

Und zu Beginn der Partie übernahm der vermeintliche Favorit aus Gelsenkirchen gleich das Kommando über das Spiel. Nach nur vier Minuten konnte der PSV froh sein, nicht hinten zu liegen. Als die Schalkerinnen den Ball aus kürzester Distanz über das Tor setzten.

Schalke 04 hat mehr Ballbesitz

Dann aber waren die Gastgeberinnen am Zug. Jule Kieslich wurde lang geschickt, behauptete den Ball stark und legte die Kugel überlegt an Schalkes Torhüterin Jana Lux vorbei – 1:0 für den PSV Bork. Auch in der Folge hatte S04 mehr Ballbesitz, der PSV ließ allerdings keine nennenswerten Torchancen zu. Die wenigen, eher harmlosen Schüsse aus der zweiten Reihe waren sichere Beute für Fiona Stange, die eigentlich Feldspielerin ist, wegen Personalmangels aber das PSV-Tor hütete.

Fiona Stange, eigentlich Feldspielerin, stand beim PSV Bork gegen Schalke im Tor.
Fiona Stange, eigentlich Feldspielerin, stand beim PSV Bork gegen Schalke im Tor. © Henkel © Henkel

Selbst hingegen setzten die PSV-Kickerinnen immer wieder Nadelstiche und zeichneten durch eine nahezu perfekte Effizienz aus. Nach einer knappen halben Stunde erhöhte Lea Komsta nach einer schöne Kombination auf 2:0 (29. Minute). Und nur sieben Minuten später schlug der PSV erneut zu. Diesmal war es wieder Kieslich, die über den halben Platz dribbelte, gleich mehrere Schalkerinnen umkurvte und den Ball zum 3:0 in die Maschen drosch.

PSV Bork holt sich Selbstbewusstsein

Nach dem Seitenwechsel war das Bild ähnlich: Schalke hat mehr vom Spiel, der PSV verteidigte aber geschlossen und ließ keine gefährlichen Torchancen zu. Eine der wenigen Möglichkeiten entschärfte Fiona Stange mit einem starken Reflex, bei zwei weiteren Chancen kurz vor dem Abpfiff, als das Spiel längst entschieden war, scheiterten die Schalkerinnen am eigenen Unvermögen.

„Das war sensationell, wir waren kaltblütig“, freute sich König nach dem Spiel. „Wir haben uns heute gepusht und jede ist für jede gerannt“, ergänzte Kapitänin, „wir gehen mit Selbstbewusstsein in den Saisonstart.“ Trainer Markus König fügte an: „Das Selbstvertrauen haben wir uns heute erarbeitet.“ In der Höhe war das sicher ursprünglich nicht zu erwarten gewesen.

Über den Autor
Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
Zur Autorenseite
Matthias Henkel

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.