Nils Bauer gehört zu den etablierten Kräften beim PSV Bork. Eine Einsatzgarantie hat er dadurch aber nicht. © Sebastian Reith

Jugendwahn beim PSV Bork? Kaum ein Spieler kann sich sicher sein

Der PSV Bork setzt voll auf seine Jugend. Eine Garantie, dass hochkommende Spieler automatisch auflaufen, ist das nicht – diese gibt es aber auch nicht für die etablierten Kräfte.

Sollten es die Corona-Regeln zulassen, könnte es in der Sommervorbereitung voll auf dem Trainingsplatz des PSV Bork werden. Sehr sogar. Beim Fußball-B-Ligisten halten sich zwar Abgänge und externe Zugänge in etwa die Waage, allerdings wird PSV-Trainer Sanmi Ojo in der Vorbereitung eine große Zahl von Spielern zur Verfügung stehen.

Zum Auftakt wird der Trainingsplatz beim PSV Bork voll werden

Denn wenn Ojo zum Trainingsauftakt an der Waltroper Straße bittet, werden zunächst auch neun Spieler aus der A-Jugend des PSV mit auf dem Feld stehen. Stand jetzt wird Ojo 34 Spieler beim Aufgalopp begrüßen.

„In der vergangenen Saison hatten wir das Glück, dass das Training gut besucht war“, so Ojo, „ich hoffe, dass es auch diesmal voll wird. Training macht mit 20, 25 Spielern einfach mehr Spaß und es auch für uns Trainer leichter.“

Sanmi Ojo wird beim Auftakttraining des PSV Bork wohl viele Spieler begrüßen dürfen.
Sanmi Ojo wird beim Auftakttraining des PSV Bork wohl viele Spieler begrüßen dürfen. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Dass Bork in der neuen Saison aber mit allen 34 Spielern startet, schließt Ojo aus. Schließlich gilt es die Balance zwischen sportlichem Erfolg und einem zufriedenen Kader, aus dem möglichst viele Spieler auf Einsatzzeiten kommen, zu finden. Deswegen werden einige PSVler nach der Sommervorbereitung zur Borker Reserve stoßen.

Wer das sein wird, darüber entscheidet das Leistungsprinzip. Zwar will der PSV Bork viel auf Jugendspieler setzen, das ist allerdings keine Garantie, dass der Nachwuchs auch automatisch spielt. „Es kann sein, dass ich zu Spielern sage: ‚Streng dich an. Im Augenblick reicht es nicht für die Erste und du musst erstmal in der Zweiten aushelfen‘“, sagt Ojo, aber: „Da muss niemand den Kopf in den Sand stecken, sondern kann gestärkt zu uns zurück kommen.“

Es geht eben nach Leistung. „Konkurrenzkampf macht jeden Spieler etwas besser“, lautet Ojos Devise.

Sanmi Ojo verspricht eine offene Kommunikation

Wichtig sei allerdings, dass solche Entscheidungen offen und transparent kommuniziert würden, meint Ojo: „Man muss das vernünftig erklären.“ Zudem sei es in einem so familiären Verein wie es der PSV ist, keine Schande, in der Reserve zu spielen.

Das sei aber eine Entscheidung unabhängig vom Alter. „Die Platzhirsche bei uns werden das genauso aufnehmen wie die jungen Sportler“, meint Ojo. Einen Vorteil hätten die erfahrenen Kräfte, zu denen auch der Spielertrainer gehört, aber: „Wir sehen das sportlicher. Wenn jemand besser ist, versuchen wir, eine Schippe draufzulegen. Dieser Ehrgeiz geht einigen jungen Spielern verloren.“ Der Nachwuchs dürfte das als Aufforderung und als Appell verstanden wissen.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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