Die meiste Zeit des Jahres haderte die SG Selm eher. © Jura Weitzel
Fußball

Jahresbilanz: SG Selm zeigte in 2020 zwei komplett unterschiedliche Gesichter

In unserer Jahresbilanz-Reihe schauen wir uns das gesamte Kalenderjahr der heimischen Teams an. Auch, wenn nur knapp fünf Monate Fußball gespielt wurde, hatte 2020 Einiges zu bieten.

Beim Fußball-Kreisligisten SG Selm wird man ganz sicher mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf das Jahr 2020 zurückschauen. Einerseits spielten die Selmer nach einer nicht enden wollenden Übergangs-Saison im Kreisoberhaus, andererseits dauerte es bis Mitte September, bis die SG den ersten Pflichtspielsieg der Saison feiern konnte.

Rückblickend wird es bei der SG Selm wohl keine Seele geben, die etwas Schlechtes über Deniz Sahin sagen wird. Sahin schaffte 2019 den Umbruch und führte die Mannschaft hochverdient wieder zurück in die Kreisliga A. Dort war sein Team auch schnell angekommen und stand beim Corona-Abbruch auf einem gesicherten Mittelfeldplatz.

In der neuen Saison änderten sich dann aber die Ansprüche der Selmer und mit Ligabeginn war das Selbstvertrauen irgendwie verflogen. Dabei hatte der A-Ligist in der Vorbereitung beim Re-Start noch so brilliert, musste sich nur gegen höherklassige Mannschaften geschlagen geben und schoss insgesamt 20 Tore in nur sechs Vorbereitungsspielen.

Zum Saisonstart gehört die SG Selm zu den Aufstiegs-Favoriten

Nicht wenige hatten zum Saisonstart durchaus die Hoffnung, dass die SG endlich wieder an glorreiche Zeiten anknüpfen könnte und durchaus ein Wörtchen um den Bezirksliga-Aufstieg mitzureden haben würde – aber es kam anders.

Die Truppe von Deniz Sahin verlor den Auftakt in Warendorf in der Nachspielzeit. Im Kreispokal gegen den Landesligisten Drensteinfurt schlug sich das Team zwar gut, konnte aber am Ende eben so wenig gewinnen wie beim doch blamablen Auftritt gegen die Zweitvertretung des TuS Hiltrup. Sahin sprach nach dem 1:3 von der „schlechtesten Mannschaftsleistung, die ich jemals im Fußball gesehen habe.“

Zeit, um das Ruder nochmal rumzureißen, hatte er dann aber nicht mehr, denn nach dieser Null-Punkte-Woche war Schluss für Deniz Sahin und Mario Rast kam von der zweiten Mannschaft des SuS Olfen.

Plötzlich zeigte die Mannschaft endlich, was in ihr steckt. Drei Spiele, drei Siege und ein Torverhältnis von 15:0. Vielleicht waren die Selmer sogar die traurigsten Spieler Westfalens, als die Saison unterbrochen wurde und sie ihre Form nicht weitertragen konnten.

SG Selm darf durchaus noch träumen

Zum Jahreswechsel steht die SG Selm nun auf dem sechsten Tabellenplatz, doch das Bild trügt ein wenig. Die Selmer haben zwar sieben Punkte Rückstand auf Primus Warendorf, aber auch zwei Spiele weniger. Wenn Mario Rast es schafft, die Vor-Corona-Form auch in den Februar oder März zu transportieren, wäre es also durchaus möglich, dass die SG Selm nochmal in den Kampf um die Tabellenspitze und den Bezirksligaaufstieg eingreifen könnte. Die Qualität dazu ist am Sandforter Weg zweifellos vorhanden.

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Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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