In Unna hat die Inzidenz die Marke von 100 überschritten. Das hat Auswirkungen auf das Jugendtraining. © Picasa
Fußball

Inzidenz im Kreis Unna über 100: Nicht überall wird in Selm Jugendtraining angeboten

Bis zu 20 Kinder bis 14 Jahre können zusammen trainieren, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz den Wert von 100 nicht überschreitet. Im Kreis Unna ist das aber der Fall. Wie gehen die Vereine damit um?

In der vergangenen Woche sah alles danach aus, als werde Jugendtraining untersagt. Am Freitag folgte dann aber die Klarstellung: Unter Auflagen kann der Nachwuchs wieder auf die Plätze. Liegt die Sieben-Tages-Inzidenz unter 100, ist Training mit bis zu 20 Kindern und zwei Betreuern möglich. Wird der kritische Wert übertroffen, wie es im Kreis Unna der Fall ist, darf ab dritten Tag in Folge bei einem dreistelligen Wert nur noch Training mit bis zu zehn Kindern mit zwei Betreuern angeboten werden. Der Vereine gehen mit dieser Situation unterschiedlich um.

„Wir werden ein Trainingsangebot machen, solange das möglich ist“, sagte Oliver Brockmeier noch vor einer Woche. Diese Aussage hat weiter Bestand. „Wir wollen das weiter anbieten“, meint der Jugendleiter des PSV Bork am Montag. „Ob unser Angebot angenommen wird, liegt aber bei den Familien“, stellt Brockmeier die Freiwilligkeit der Trainingsteilnahme heraus.

PSV Bork passt Hygienekonzept an

Dazu passe der PSV sein Hygienekonzept an. Vorbehaltlich der Entscheidung der Stadt Selm, wolle man weiter Trainingseinheiten organisieren. „Wenn sich mehr als zehn Kinder anmelden, werden wir es so organisieren, dass wir sie so aufteilen, dass sie die Gruppengrößen nicht überschreiten“, so Brockmeier. Durch den Zusatzplatz auf der Sportanlage an der Waltroper Straße sei diese Möglichkeit gegeben.

„Das Training wird weiter mehr als positiv angenommen, wir haben eine mehr als hohe Trainingsbeteiligung“, sagt Brockmeier. „Wir mussten noch nicht eine Einheit wegen zu geringer Beteiligung absagen.“ Auch deswegen will der PSV den Kindern in den Ferien Training anbieten – sogar über das Osterwochenende: Allerdings wird statt am Karfreitag einen Tag später trainiert.

GS Cappenberg setzt das Training zunächst aus

Für die Junioren von GS Cappenberg sieht das anders aus. „Wir haben uns dazu entschieden, dass wir das Training über die Osterferien aussetzen“, berichtet Andreas Flechtner, GSC-Vizepräsident Junioren.

Bei GS Cappenberg wird es in den Osterferien kein Training geben, wie Andreas Flechtner, GSC-Vizepräsident Junioren, mitteilte.
Bei GS Cappenberg wird es in den Osterferien kein Training geben, wie Andreas Flechtner, GSC-Vizepräsident Junioren, mitteilte. © GSC © GSC

Bis vor dieser Woche hatte der Verein seinem Nachwuchs ein Training ermöglicht. „Wir haben Training mit 20 Kindern und zwei Betreuern gemacht. Das hat gut funktioniert“, so Flechtner. „Wir hätten das auch gerne weitergeführt, aber nach den Beschränkungen macht das keinen Sinn.“

Demnach sei das Training mit Kleingruppen bis zehn Kindern nicht zielführend. „Wir haben daher die Kinder in der vergangenen Woche in die Osterferien verabschieden“, sagt Flechtner. Man wolle in den Ferien weiter beobachten, wie sich die Inzidenzzahlen entwickelten, Entscheidungen der Politik abwarten und Ende der Osterferien die Lage gegebenenfalls neu bewerten.

SG Selm bietet ebenfalls Training an

Die SG Selm wird ebenfalls noch Jugendtraining anbieten. „Wenn sich die Zahlen aber verschärfen, werden wir auch mit dem Training aussetzen“, sagt Georg Hillmeister, Vorsitzender der SG. „Das Training läuft bei uns noch, da es rechtlich zulässig ist.“ Auch die Stadt habe die Nutzung der Anlagen nicht untersagt.

Gleichzeitig sagt Hillmeister aber: „Ich appelliere an die Vernunft.“ Auch bei der SG findet das Training auf freiwilliger Basis statt. Die Jugendtrainer können selbst entscheiden, ob sie Einheiten durchführen.

Georg Hillmeister, Vorsitzender der SG Selm, wünscht sich klarere Vorgaben.
Georg Hillmeister, Vorsitzender der SG Selm, wünscht sich klarere Vorgaben. © Timo Janisch © Timo Janisch

Deutliche Worte findet der SG-Vorsitzende hingegen in Richtung Politik. „Ich hätte mir eine klare Vorgabe gewünscht“, sagt er. „Insgesamt sind wir sehr unentschlossen und hilflos. Und auch vom Fußballverband kommt nichts“, so Hillmeister.

Beim SuS Olfen ändert sich indes nichts, wie SuS-Jugendfußball-Leiterin Christiane Klann mitteilte. Allerdings liegt der Kreis Coesfeld mit einer Inzidenz von 75,3 (Stand Montag) noch ein Stück von der kritischen Marke entfernt. Ist diese erreicht, wird die Lage auch im Verein neu bewertet.

Über den Autor
Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
Zur Autorenseite
Matthias Henkel

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.