Während des Lockdowns können viele Kinder nur zuhause rumsitzen und keinen Sport machen. Welche Folgen hat das für die Sportvereine? © dpa (Symbolbild)
Sportvereine

Haben sich die Kinder nach dem Lockdown an ein Leben ohne Sport gewöhnt und verlassen ihre Vereine?

Seit Monaten können Kinder nicht mehr in ihren Vereinen Sport treiben. Die heimischen Verantwortlichen sagen, ob sie deswegen Abmeldungen befürchten und was sie machen, um Kontakt zu halten.

Kinder brauchen Sport. Kinder brauchen soziale Kontakte. Doch beides ist im Moment nicht, oder nur eingeschränkt, möglich. Vereine brauchen dagegen Kinder für ihre Jugenden. Aber kommen die alle wieder, wenn das Training wieder stattfinden kann?

„Man nimmt den Kindern alles. Die sozialen Kontakte werden genommen. Sie sind seit einem halben Jahr untrainiert. Ihnen fehlt ein ganzes Jahr der Spielbetrieb. Man lässt sie im Regen stehen“, sagt Rüdiger Oppermann, kommissarischer Leiter der Handball-Abteilung des PSV Bork.

Er persönlich fände es sehr schade, dass die Jugend-Saison auf Kreisebene beendet wurde. Dabei dürfen im Kreis Hellweg auch Jugend-Teams an der Pokalrunde, die ab 1. April gespielt werden soll, teilnehmen.

Dazu müssen allerdings auch genug Kinder bereit sein, in die Halle zurückzukehren, wenn das Training wieder möglich ist. Lukas Scholten von den Handballern des SuS Olfen macht sich deswegen keine Sorgen. „Unser Jugendwart Philipp Jacoby hat um Weihnachten die Kinder einzeln besucht und mit ihnen gesprochen. Keines hat gesagt, dass es aufhören will.“

SuS Olfen macht Online-Training auch mit Kindern

Um die fehlenden sozialen Kontakte aufzufangen und den Kindern eine Möglichkeit zu geben, ihre im Verein gefundenen Freunde zu sehen, startet die Handball-Abteilung auch für die Jüngsten ein Online-Training. „Wir wollen das Miteinander stärken. Sie sind um jede Aktivität froh. Wir als Verein müssen da hinterher sein und sie bei Laune halten“, sagt Scholten.

Lukas Scholten und die Handballer des SuS Olfen versuchen mit Online-Training den Nachwuchs an sich zu binden. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Das Angebot werde von den Eltern begrüßt. Abgemeldet habe sich noch keiner. Das kann Bernhard Bußmann von der Leichtathletik-Abteilung des SuS bestätigen. „Nach dem ersten Lockdown hat sich weder in der Leichtathletik, noch im gesamten Verein etwas geändert. Das Interesse ist ungebrochen.“

Der Olfener Jugendtrainer ist zuversichtlich, dass das nach dem aktuellen Lockdown auch so bleibt. „Das ist Kaffeesatzleserei. Aber ich habe noch keine Signale bekommen, dass Kinder austreten wollen. Ich glaube, dass es auch nach dem zweiten Lockdown Kinder gibt, die Sport treiben wollen.“

So weit er wisse, gebe es kein Online-Training bei den Leichtathleten. Dafür würden einige Trainer ihren Gruppen Trainingspläne mitgeben. „Aber die soziale Bindung und der Austausch außerhalb der Schule fehlen.“

Klann: „Im Moment gibt es ja auch keine anderen Dinge“

Besonders anfällig für einen Vereinsaustritt während Corona könnten die pubertierenden Jugendlichen sein. „Wir haben jedes Jahr Abmeldungen wegen der Pubertät“, sagt Christiane Klann von der Fußballabteilung des SuS Olfen. Dass es durch Corona mehr gebe, bezweifle sie. Die Sorgen gab es während des ersten Lockdowns, hätten sich danach aber nicht bewahrheitet.

Christiane Klann von der Fußball-Abteilung des SuS Olfen glaubt nicht, dass es Abmeldungen über das übliche Maß hinaus geben wird. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

„Im Moment gibt es ja auch keine anderen Dinge, die sie machen könnten. Und ob die ganze Zeit Playstation spielen so erfüllend ist, sei mal dahingestellt. Die, die fest verankert sind, kommen wieder und denken sich: ‚Komm, jetzt raffe ich mich auf.‘“

Wichtig sei für die Jugendlichen, dass es für sie ein Ziel gebe. Deswegen sollte möglichst parallel zum Trainings- auch der Spielbetrieb wieder beginnen. „Der Verband bemüht sich, dass es weitergeht. Aber solange Schulen noch nicht offen sind, kann über Fußball nicht nachgedacht werden“, so Klann.

Auch der Basketball ist von der Weiterführung der Saison noch etwas entfernt. Abmeldungen befürchtet Daniela Klodt, Leiterin der Basketball-Abteilung des FC Nordkirchen, trotzdem nicht. „Es hat sich noch niemand abgemeldet. Meine persönliche Einschätzung ist, sie haben Lust, etwas zu tun.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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