Seit Montag trainiert wieder der Nachwuchs von RW Nienborg. © Keirat
Fußball

Gemeinsames Training mit anderen Klubs ist erlaubt – „Bitte macht es nicht!“

Seit Montag stehen Kinder bis 14 Jahren wieder auf dem Fußballplatz. Aber dürfen auch zwei Klubs sich zum gemeinsamen Training treffen und zusammen kicken?

In der aktuellen Coronaschutzverordnung des Landes NRW steht geschrieben, dass Gruppen von höchstens 20 Kindern im Alter bis einschließlich 14 Jahren mit bis zu zwei Ausbildungs- oder Aufsichtspersonen gemeinsam unter freiem Himmel Sport treiben dürfen. Innerhalb dieser Gruppen muss beim Sporttreiben kein Abstand gehalten werden.

Die ersten Vereine nutzen dieses Angebot und trainieren mit ihren Nachwuchsspielern seit Montag wieder. Aber müssen Kinder eines Vereins unter sich bleiben? Oder dürfen sich zwei Teams zum gemeinsamen Training treffen, wenn sie nicht die Anzahl von 20 Kindern überschreiten? In der Schutzverordnung wird nicht darauf hingewiesen, dass es 20 Kinder aus einem Verein sein müssen.

Das erstes Training der D-Jugend von der SG Eintracht Ergste nach der Corona-Zwangspause hat auch schon stattgefunden. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Die Coronaschutzverordnung lässt es also zu, dass zwei Teams zusammen trainieren dürfen, wenn sie nicht die Zahl von 20 Kindern überschreiten. Das bestätigt auch Manfred Schnieders, Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen. Dann kommt ganz schnell ein Aber über seine Lippen. „Aber wir vom Verband begrüßen das nicht. Die Vereine sollen sich nicht untereinander mischen. Die sollen erstmal alle unter sich bleiben. Wir sagen nur: Bitte macht es nicht!“, sagt Schnieders.

Er begründet es damit, dass nicht unnötig größere Kontaktgruppen für die Kinder entstehen. Die mögliche Infektionsgefahr, soll so gering wie möglich gehalten werden. Es wäre in der aktuellen Phase der Corona-Pandemie nicht passend, wenn Vereine aus unterschiedlichen Teilen einer Stadt sich mischen. Trainiert ein Team am Dienstag mit 20 Jungs aus dem eigenen Verein und am Donnerstag zum Beispiel mit zehn aus einem zweiten Klub, so hätte ein Kind in der Woche Kontakt mit 29 anderen Spielern gehabt.

Appell des Verbandes

Schnieders hofft inständig, dass die Vereine dem Appell des Verbandes folgen. „Alle Klubs sollen sich glücklich schätzen, dass sie wieder ihre Kinder auf den Platz lassen dürfen. Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Klubs sollen aber noch nicht angestrebt werden. Es ist noch nicht die Zeit für Spiele.“

Andreas Edelstein, Junioren-Chef des Fußballkreises Dortmund, pflichtet Schnieders bei. „Es gibt keinen Grund, dass Vereine sich mischen. Und wenn es wirklich Verantwortliche gibt, die darüber nachdenken, dann sollten diese erstmal ihr eigenes Handeln überdenken.“

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Thomas Schulzke

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