Mario Plechaty, Trainer des FC Nordkirchen, begrüßt die Entscheidung grundsätzlich, hat aber einen Einwand. © Nico Ebmeier
Fußball

Geänderter Saisonstart: Zwischen Unterstützung und „unnütze Entscheidung“

Die neue Fußballsaison wird nun doch nicht am 15. August starten. Einige Vereine sind davon überrascht, andere hatten eine Ahnung. Nicht überall trifft die Entscheidung auf Verständnis.

Die Vereine hatte sich in Sachen Start der Fußballsaison 2021/22 auf den 15. August eingestellt. Diesen Termin hatte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) zunächst mitgeteilt. Am Freitag teilte der FLVW dann aber mit, einen anderen Starttermin zu favorisieren.

Die Saison soll nun zwei Wochen später starten – am 29. August. Die Meinungen der heimischen Trainer gehen zur FLVW-Entscheidung auseinander.

Mario Plechaty (FC Nordkirchen): „Ich habe schon mit dem neuen Termin gerechnet. Den Saisonstart hätte man auch schon vor zwei, drei Wochen verschieben können. Die Entscheidung finde ich generell nicht schlecht, vor allem weil im Juni und Juli viele in den Urlaub fahren. Die Entscheidung hat sich allerdings auch schon herumgesprochen. Es kann nicht sein, dass es Oberligatruppen schon wissen und andere noch nicht.“

Patrick Linnemann (SuS Olfen): „Wir haben damit schon im Vorfeld gerechnet und entsprechend die Vorbereitung gelegt. Die Entscheidung finde ich völlig in Ordnung. Ich hoffe dann nur, dass Ende August alle Grenzen fallen und Zuschauer zugelassen sind, die Kabinen offen und am Platz Bratwurst verkauft wird. Da will ich schon das ganze Paket haben, zumal ich nicht davon ausgehe, dass es schlimmer wird.“

Mario Rast (SG Selm): „Ich habe den Trainingsstart auf den 22. Juni terminiert. Dann hätten wir sieben Wochen gehabt, in denen wir langsam hätten anfangen können. Für mich ändert sich aber nichts. Eventuell verliere ich ein Testspiel und kriege vielleicht dafür zwei dazu.“

Pascal Harder (GS Cappenberg): „Ich finde die Entscheidung nicht schlecht, weil wir mehr Zeit zu trainieren haben und mehr Freundschaftsspiele machen können. Über sechs Wochen Vorbereitung kann man sich schon nicht beschweren, zwei Wochen mehr ist top. Jede Woche, die wir mehr bekommen, ist Gold wert. Wir werden noch das ein andere Spiel mehr vereinbaren. Vermutlich werden wir irgendwann von drei auf zwei Trainingseinheiten heruntergehen, damit die Belastung nicht zu groß wird. Außerdem werden wir noch Teambuilding machen.“

Dennis Gerleve (Westfalia Vinnum): „Ich finde die Entscheidung echt gut. Es ist sinnvoll, zwei Wochen zu warten und dafür auf der sicheren Seite zu sein. Ich finde gut, dass wir mehr Vorbereitungszeit haben. Wir müssen jetzt nur schauen, wie wir das entzerren. Acht Wochen sind sehr lange, vielleicht legen wir zwischendrin eine Woche Pause ein, um zu regenerieren.“

Borks Trainer Sanmi Ojo steht der Verschiebung skeptisch gegenüber.
Borks Trainer Sanmi Ojo steht der Verschiebung skeptisch gegenüber. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Sanmi Ojo (PSV Bork): „Ich finde die Entscheidung etwas unnütz, das sind verschenkte zwei Wochen. Das sind vielleicht zwei Wochen, die im Winter gespielt werden müssen. Wenn dann die Zahlen steigen, würde ich das für Schwachsinn halten. Prinzipiell ist es mir egal, wichtig ist aber, dass wir Klarheit haben, damit wir planen können. Unser Plan steht und den ziehen wir durch. Wir werden sicher noch ein, zwei Freundschaftsspiele mehr machen.“

Michael Luppus (SV Südkirchen): „Zur Entscheidung kenne ich die Details und Hintergründe nicht. Von den Zahlen her müsste es gehen. Ob es dann am Ende zwei Wochen früher oder später sind, ist eigentlich egal. Wir werden uns entsprechend vorbereiten. Nach all der Zeit: Was soll uns da jetzt noch schocken?“

Reinhard Behlert (SC Capelle): „Für mich persönlich ist das scheiße, weil unser kompletter Vorbereitungsplan feststand und alles in trockenen Tüchern war. Das habe ich aber auf eigenes Risiko gemacht und muss nun damit leben, von daher habe ich Verständnis. Wir werden keine acht Wochen Vorbereitung machen, sondern die Jungs werden stattdessen zwei Wochen länger einfach so pöhlen. Schade ist es auch, weil einige Jungs sich extra den Urlaub so legen.“

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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