Das Tauziehen um den Fußball-Nachwuchs hat längst begonnen. Die Corona-Pandemie wird entsprechende Auswirkungen auf den Jugendbereich im Kreis Unna haben. © dpa
Fußball

Fußballkreis in Sorge: Der Nachwuchs verliert die Lust am Kicken

Keine Spiele, nur eingeschränktes Training. Die Vereine müssen mehr denn je um ihren Fußballnachwuchs bangen. Darauf reagiert jetzt der Fußballkreis Unna/Hamm.

Die Corona-Krise macht natürlich auch vor dem Jugendfußball nicht halt. Auch wenn im Kinderbereich das Training in Kleingruppen momentan – zumindest in den meisten Kommunen – erlaubt ist, machen sich einige Vereine berechtigte Sorgen, wie es nach der Pandemie mit ihren Kinder- und Jugendteams weitergehen wird.

„Ich verfolge die Entwicklung sehr genau und teile die Probleme der Vereine absolut. Ich glaube außerdem auch, dass sich der Mitgliederrückgang durch alle Altersklassen ziehen könnte, weil vermutlich viele Kinder und Jugendliche durch die ausgefallenen Einheiten und Wettkampfspiele gemerkt haben könnten, dass es auch ohne Fußball geht“, erwartet der kommissarische Vorsitzende des Kreis-Jugend-Ausschusses im Fußballkreis 32, Thomas Trahe, rücklaufende Spielerzahlen im Jugendfußball.

Schon jetzt rückläufige Zahlen in den älteren Altersklassen

Die hat es in den vergangenen Jahren gerade im Bereich der A-, B- und auch C-Junioren ohnehin schon gegeben. Die Pandemie könnte nun dafür sorgen, dass sich dies weiter verstärkt.

Thomas Trahe bittet Fußballvereine, in der Corona-Pandemie auf ein Probetraining mit Gastspielern zu verzichten.
Thomas Trahe bittet Fußballvereine, in der Corona-Pandemie auf ein Probetraining mit Gastspielern zu verzichten. © Neumann © Neumann

Konkrete Zahlen konnte der Jugend-Chef des Kreises noch nicht nennen, das Meldefenster für die kommende Saison öffnet erst am 15. Mai. Bis zum 10. Juli 2021 können die Vereine dann ihre Mannschaften für die kommende Saison melden, dann wird man erste Vergleichszahlen zu den letzten Jahren vermelden können.

Fußballkreis Unna/Hamm bietet ein flexibles Meldefenster an

„Wie immer werden wir das Meldefenster auch in diesem Jahr wieder flexibel gestalten. Wenn Vereine noch Mannschaften nachmelden möchten, ist das bis zum 31. Juli problemlos möglich. Danach wird es nach den Herbstferien, wenn die Quali-Runden gespielt sind, auch die Möglichkeit geben, Teams nachzumelden“, sichert Trahe den Vereinen Unterstützung zu.

Sollten Vereine Mannschaften melden und dann im Saisonverlauf merken, dass aufgrund der Pandemie doch nicht genügend Spieler zur Verfügung stehen, werde man seitens des Kreises Unna/Hamm auch Lösungen finden. „Das haben wir immer so gehandhabt, dass bei guten Gründen und vernünftiger Kommunikation auf die eine ohne andere Strafe aus Kulanz verzichtet worden ist. Das behalten wir bei“, kündigt er an.

Kinder und Jugendliche zum Fußball zurückholen

Und Trahe weiter: „Überhaupt müssen wir in Zukunft noch enger zusammenrücken und gemeinsam mit dem Verband und den Vereinen dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen den Weg zurück zum Fußball finden. Ich glaube, es wird ein wenig dauern, die letzten beiden Spielzeiten aufzuholen, aber aufstecken ist keine Option“, blickt Trahe nicht gänzlich pessimistisch in die Zukunft.

Geplant ist zunächst einmal ein ganz normaler Saisonstart. Nach den Sommerferien startet der Kreis 32 im Jugendbereich mit den Qualifikationsrunden. „Es hängt natürlich alles vom Infektionsgeschehen und den politischen Entscheidungen ab. Wir hoffen aber, dass wir die Quali-Runden im dritten Anlauf endlich einmal zu Ende spielen können. Nach zwei unterbrochenen Jahren haben wir aber festgestellt, dass sich dieses System durchaus bewährt hat“, erklärt Trahe die weiteren Pläne.

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