Markus Kapp wird das Pokalfinale zuhause schauen. © Daniel Müller
Fußball

Für den BVB-Fanclub Selm endet eine über 30 Jahre andauernde Pokal-Serie

Donnerstag stehen sich Borussia Dortmund und RB Leipzig im Pokalfinale gegenüber. Das Spiel wird vor leeren Rängen stattfinden. Für den BVB-Fanclub Selm ist das besonders schade.

Wenn am Donnerstagabend der BVB und RB Leipzig aufeinandertreffen, geht es um die letzte Titelentscheidung in dieser Saison, nachdem sich der FC Bayern München am Wochenende auch rechnerisch die Meisterschaft sicherte. Wie im vergangenen Jahr werden auch keine Zuschauer im Berliner Olympiastadion zugelassen sein. Davon sind auch die Mitglieder des Selmer BVB-Fanklubs betroffen.

Fanklub hätte den BVB normalerweise in Berlin unterstützt

Normalerweise hätten sich einige der Selmer Schlachtenbummler auf den Weg nach Berlin gemacht und den BVB unterstützt. „In den letzten Jahren haben wir immer ein paar Eintrittskarten bekommen“, berichtet Markus Kapp, Vorsitzender des „BVB-Fanclub Selm“. „Wir sind immer mit dem Bus nach Berlin. Die eine Hälfte, die bei der Karten-Verlosung gewonnen hat, ist dann ins Stadion gegangen, die anderen Hälfte hat den BVB auf Waldbühne gesehen und ihn von da unterstützt.“

In diesem Jahr ist das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Zwar hat Kapp Verständnis für die Maßnahmen. Dass der Fanklub aber nicht vor Ort sein kann, bedauert er trotzdem: „Das ist sehr traurig. Berlin ist immer eine Reise wert. Normalerweise sind wir in jedem Fall gefahren“ – genau so, wie es der Klub seit mehr als 30 Jahren macht: „Seit 1989 haben wir kein Endspiel verpasst“, erzählt Kapp. Immerhin sieben Endspielteilnahmen der BVB seitdem bestritten, bei dem die Borussen drei Mal am Ende den Pokal in die Höhe stemmen konnten.

In diesem Jahr gibt es im Finale neben der Austragung vor leeren Rängen eine weitere Besonderheit: Das Endspiel findet nicht samstags, sondern an einem Donnerstag statt. „Ich finde das nicht okay“, sagt Kapp. „Der DFB-Pokal muss an einem Samstag ausgetragen werden.“ Schließlich könne man nur so den Titel würdig feiern.

Markus Kapp glaubt an einen BVB-Sieg gegen RB Leipzig

Auch die Anstoßzeit hält Kapp für schwierig. Schließlich hätte man an Christi Himmelfahrt, einem bundesweiten Feiertag den Anstoß auch auf den Nachmittag legen können. So wird er das Spiel wegen der Ausgangssperre im Kreis Unna wohl nur mit dem eigenen Hausstand schauen können.

Den Spaß am Endspiel will sich Kapp aber nicht vermiesen lassen. „Natürlich bin traurig, dass wir nicht hinfahren können“, meint er, „aber ich freue mich trotzdem drauf.“ Bleibt nur noch die Frage offen, wie das Spiel endet: „Wir werden nach 90 Minuten mit 2:1 gewinnen“, glaubt Markus Kapp.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel
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