Der Ball ruht - der Trainingsbetrieb ist schon seit längerem ausgesetzt. © Jens Lukas
Amateurfußball

FLVW teilt mit: Das passiert, wenn einzelne Ligen nicht die 50-Prozent-Marke erreichen

Die Regelung ist klar, wirft aber doch Fragen auf. Um eine Saison zu werten, müssen 50 Prozent der Spiele absolviert werden. Wenn das eine Liga nicht schafft, was bedeutet es dann für die anderen?

Erst kürzlich hatte sich der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) auf seiner Homepage geäußert. Der Verband wählte den Schritt nach vorn und verkündete in der vergangenen Woche, dass mit einem Spielbetrieb im Amateurfußball in Westfalen vor April nicht zu rechnen sei. Weiterhin gelte die 50-Prozent-Regel bei der Wertung der Saison. Sollten 50 Prozent aller Partien in einer Liga gespielt werden, werde die Saison gewertet.

Aber was passiert, wenn einzelne Ligen die Marke nicht knacken? Und welchen Einfluss hat dies auf andere Ligen? Wir haben nachgefragt.

Folgendes Szenario: Die Regionalliga-West findet ein reguläres Ende, wird also normal mit Auf- und Absteigern gewertet. Daneben erreichen auch die beiden Westfalenligen 1 und 2 die 50-Prozent-Regel und können mit Auf- und Absteigern planen. Dazwischen liegt die Oberliga Westfalen mit derzeit stolzen 21 Teams, wovon die meisten noch nicht einmal zehn Saisonspiele absolviert haben. Der Holzwickeder SC steht gar bei sechs.

Die Frage ist nun: Was passiert, wenn Regional- und Westfalenliga ihre Saison beziehungsweise Hinrunde zu Ende bringen, die Oberliga aber nicht? Wird dann alles annulliert oder wie plant der FLVW in solch einem Fall? Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball beim FLVW, äußert sich genau zu diesem Szenario, das stellvertretend für alle überkreislichen Ligen im Amateurfußball in Westfalen ist.

„Was gespielt worden ist, wird auch gewertet. Was nicht zu Ende gespielt worden ist, wird nicht gewertet“, so die einfache Erklärung Schnieders. Konkret heißt das: Alle Ligen aus dem oben genannten Szenario, die die Zielmarke erreichen, würden normal gewertet. Jene, die die 50-Prozent-Hürde nicht erreichen, würden annulliert. Das hätte zur Folge, dass die Oberliga im nächsten Jahr noch voller werden würde als bislang schon. Zu den dann maximal drei Regionalliga-Absteigern würden sich dann zwei Aufsteiger aus der Westfalenliga gesellen. Das macht in der Theorie bis zu *26 Vereine, sofern alle Absteiger aus Westfalen kämen.

Und wie würde diese Mammut-Liga aussehen? Gibt es da konkrete Ideen? Schnieders verneint. „Wir müssen erst einmal gucken. Es wird wichtig, wenn wir wirklich wissen, wie viele Teams in dieser Liga wären. Wenn man mehr als 22 hat, wird man sich aber etwas überlegen müssen“, so der FLVW-Vizepräsident.

Aber wie realistisch ist es überhaupt, dass die Oberliga ihre 50 Prozent der Spiele noch schafft? Schnieders ist (noch) optimistisch. Das kann sich allerdings auch ändern, wenn der Lockdown noch länger anhalte. „Wenn wir Mitte April anfangen, dann wäre das schon gut. Dann kriegen wir das mit dem Spielbetrieb hin“, prognostiziert Schnieders für die Oberliga.

Die nächste Verbandsfußballausschusssitzung des FLVW solle in den nächsten „zwei, drei Wochen“ stattfinden. „Wir müssen jetzt erstmal abwarten, wie sich die Zahlen weiterentwickeln“, sagt Schnieders.

*In unserer ersten Fassung ist uns ein Fehler unterlaufen. Die Oberliga West könnte in der Spielzeit 2021/22 maximal 26 Teams bei einer Annullierung in der Liga haben. Wir haben in der ersten Version von 28 geschrieben. Wird die Oberliga West annulliert, gibt es auch weniger Absteiger aus der Regionalliga West.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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