Fehlt es GS Cappenberg um Spielertrainer Pascal Harder an Aggressivität? © Hendrik Skirde
Fußball

Fairstes Team, aber wenig Punkte: Ist GS Cappenberg zu zahm, Pascal Harder?

Bislang ist der Saisonverlauf für GS Cappenberg alles andere als glücklich. Ist die Mannschaft vielleicht zu zahm? Eine Statistik, die sich als kurios erweist, lässt das zunächst vermuten.

Nur vier Punkte, 7:17 Tore aus fünf Spielen bedeuten einen, gemessen an den vor der Saison formulierten Zielen, ernüchternden 13. Tabellenplatz. Auch wenn die aktuelle Position von Grün-Schwarz Cappenberg in der Fußball-Kreisliga A eine Momentaufnahme ist, hatten sich die Verantwortlichen am Kohuesholz mehr erhofft: Ein Platz im gesicherten Mittelfeld hätte es sein sollen. Wenn der Spielbetrieb wiederaufgenommen wird, liegt der Fokus aber erst einmal auf dem Erhalt der Klasse.

GS Cappenberg ist das fairste Team der Liga

In einer Statistik liegt GSC aber vorne: Das Team von Spielertrainer Pascal Harder ist mit lediglich sieben Gelben Karten das fairste seiner Liga. Ist die Mannschaft auf dem Feld einfach zu zahm? „Wenn du das liebste Team der Liga bist, würde ich erst einmal ‚Ja‘ sagen“, meint Harder, relativiert aber gleich: „Bei uns hat fehlende Aggressivität nichts mit unserer Tabellensituation zu tun. Daran sind vor allem individuelle Fehler schuld.“

In der Rückschau zu sagen, ob die Mannschaft erfolgreicher gewesen wäre, bleibt am Ende reine Spekulation. Harder gibt da zu bedenken: „Mit ein bisschen mehr Aggressivität hätten wir vielleicht den Gegner aus dem Konzept bringen können.“ Es gehe dabei nicht darum, Gegenspielern von hinten in die Knochen zu springen, sondern eher darum, ein Zeichen zu setzen.

„Von diesen Spielern haben wir zwei oder drei“, sagt Harder, „wenn mir jetzt aber jemand ein Mentalitätsmonster anbieten würde, würde ich das mit Kusshand nehmen. Das ist aber mit Sicherheit nicht unser Hauptproblem.“

Ein Einstellungsproblem habe die Mannschaft jedenfalls nicht. Dazu verweist Harder auf Spiele in der Vorbereitung, als GSC auch gegen höherklassige Gegner mithielt. „Die Qualität fehlt uns nicht“, so der Coach, „wir hatten nur wenig Glück.“

Pascal Harder ist von der Trendwende überzeugt

Auch deswegen ist Harder davon überzeugt, die Trendwende nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit dem aktuellem Personal zu schaffen. „Ich sehe keinen Bedarf“, meint der Trainer. „Ich habe immer gesagt, dass wir das mit unserem jetzigen Kader hinkriegen.“ Zudem verfügt GS Cappenberg über eine starke zweite Mannschaft, auf die die A-Liga-Mannschaft im Bedarfsfall zählen kann.

Und dann gibt es noch eine Sache, die etwas kurios anmuten mag: In den beiden Spielen, in denen GS Cappenberg seine vier Punkte sammelte, erhielt GSC übrigens keine einzige Karte. Die Beantwortung der Frage, ob GS Cappenberg aggressiver auftreten muss, macht das nicht einfacher.

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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