Ein Spieler des PSV Bork hatte viel Pech. © Sebastian Reith
Fußball

Doppeltes Unglück verhindert Comeback eines Urgesteins für den PSV Bork

Es hätte kaum ärgerlicher laufen können. Ein Spieler des PSV Bork feierte bereits zwei Mal sein Comeback beim B-Ligisten. Ein drittes wird sogar noch verhindert.

Die Sportler waren im Sommer froh, wieder auf die Plätze und in die Hallen zu dürfen. So auch die Fußballer des PSV Bork. Für einen Spieler begann die Saison schlecht, endete früh und wurde zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt wegen der Corona-Pandemie abgebrochen.

Doch der Reihe nach. Nachdem Marvin Matthias drei Jahre wegen seines Studiums pausiert, kehrt er im Sommer zum PSV zurück. „Ich bin ganz gut in die Vorbereitung gestartet und wurde immer fitter, auch wenn ich noch im Konditionsbereich ein paar Probleme hatte“, erzählt Matthias, abgesehen von der dreijährigen Unterbrechung bereits seit dem Jahr 2000 im Verein ist, „aber natürlich hat mir noch die Spielpraxis gefehlt.“

Grobes Foul im Spiel gegen den SV Preußen Lünen

Das macht sich gleich in der Saisonvorbereitung bemerkbar. Im Spiel gegen den SV Preußen Lünen wird Matthias wegen grobem Foulspiels mit Rot vom Platz gestellt. Absicht unterstellt ihm niemand, die lange Pause ist schuld daran, dass Matthias die Situation falsch einschätzt. „Ich bin froh, dass sich mein Gegenspieler damals nicht schwer verletzt hat“, sagt der 25-Jährige. „Die Situation war maximal ungünstig. Dass ich mich so doof anstelle, kenne ich gar nicht von mir.“

Marvin Matthias kommt in dieser Saison noch nicht auf viel Spielzeit beim PSV Bork.
Marvin Matthias kommt in dieser Saison noch nicht auf viel Spielzeit beim PSV Bork. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Die nächsten beiden Spiele verpasst Matthias. Zum Pokalspiel gegen den Hammer SC ist Matthias wieder dabei und kommt zu einem 26-minütigen Kurzeinsatz. Sein zweites Spiel bestreitet der Innenverteidiger eine Woche später zum Liga-Auftakt beim SuS Oberaden II. Matthias wird nach 53 Minuten beim Stand von 1:1 eingewechselt und hilft später die „dreckige“ 2:1-Führung über die Zeit zu bringen.

Der Sieg verkommt aber zur Nebensache. Denn nachdem Matthias nicht einmal eine halbe Stunde auf dem Feld steht, ist schon wieder Schluss. Der 25-Jährige muss verletzt runter. Befürchtungen einer schweren Verletzung bewahrheiten sich nicht, Matthias kommt „nur“ mit einem Bänderriss davon.

Lockdown verhindert das nächste Comeback

„Nach etwa anderthalb Wochen konnte ich wieder ohne Schmerzen laufen“, erzählt Matthias. „Nach drei Wochen konnte ich erste Übungen machen.“ Nach und nach kämpft sich Matthias, der beim BVB angestellt ist, Richtung Comeback zurück, übt im Oktober sogar wieder mit der Mannschaft. „Ein Teamtraining habe ich mitgemacht“, so Matthias, „dann kam der Lockdown.“

Nach dreijähriger Pause kehrte Marvin Matthias zum PSV Bork zurück.
Nach dreijähriger Pause kehrte Marvin Matthias zum PSV Bork zurück. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Durch den dritten Rückschlag innerhalb kurzer Zeit lässt sich Matthias jedoch nicht entmutigen. „Marv“, wie er in der Mannschaft gerufen wird, tut etwas für die Fitness und ist bei der Laufchallenge des PSV Bork mit dabei.

Zwar hält Matthias einen Saison-Restart für unverantwortlich und unrealistisch („Es wäre Schwachsinn, wenn wir das machen würden und der falsche Weg“), den Fußball vermisst er dennoch: „Die Priorität liegt bei mir auf der Familie, aber gerade bei so einer längeren Distanz fehlt da schon was“, sagt der Familienvater. „Gerade bei dem aktuellen Wetter mit blauem Himmel ist sicher jeder heiß darauf zu spielen.“

PSV Bork könnte um den Aufstieg spielen

Spätestens ab der neuen Saison soll es dann weitergehen. Mit den Grün-Weißen will Matthias dann möglichst um den A-Liga-Aufstieg mitspielen. „Ich sehe den PSV da auf einem sehr guten Weg“, meint er. „Man hat schon in den letzten Spielen gesehen, dass eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern da ist. Mit den Neuverpflichtungen haben wir außerdem an Erfahrung und in der Breite aufgestockt. Wir können oben mitspielen.“

Teil dessen will dann auch Marvin Matthias sein. Es bleibt zu hoffen, dass er bis dahin nicht noch ein weiteres Comeback geben muss.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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