Kevin Großkreutz hat sein Debüt für den TuS Bövinghausen gegeben. © Münsterview
Fußball

Der TuS Bövinghausen der Westfalenliga 1 – Top-Verpflichtung spielte bei Ajax Amsterdam

Der TuS Bövinghausen möchte unbedingt den Durchmarsch in die Oberliga machen. Damit der gelingt, hat sich der Klub erneut prominent verstärkt. Vielleicht trifft er bald auf einen Klub, der ähnlich arbeitet.

Im Jahr 2018 stieg das Team aus der Bezirks- in die Landesliga auf. Nur zwei Jahre später folgte der souveräne Aufstieg in die Westfalenliga. Zum Zeitpunkt der Saisonannullierung der Spielzeit 2020/21 führte der Verein die Westfalenliga-Tabelle an. In etwa liest sich die jüngere Geschichte des Dortmunder Vereins wie die des TuS Bövinghausen.

So wundert es auch nicht, dass der FC Preußen Espelkamp als der TuS Bövinghausen der Westfalenliga 1 gilt. Was beide eint, ist der Wille, so schnell wie möglich in der höchsten Amateurspielklasse Westfalen anzukommen, der Oberliga Westfalen.

Daraus machen die Verantwortlichen in Espelkamp, die Ortschaft liegt im hohen Norden Nordrhein-Westfalens, keinen Hehl. Die Westfalenliga sieht Trainer Tim Daseking, der gleichzeitig Sportlicher Leiter des Teams ist, nur als Zwischenstation für seinen Verein.

„Der Verein hat ein enormes Potenzial“, erklärt er. Durch eine gute und kontinuierliche Arbeit in den vergangenen Jahren sei der Verein immer weiter gewachsen. Auch durch die Sponsoren im Hintergrund hätten die Preußen einen guten Grundstein legen können. Im Jugendbereich mache der Verein zudem viel, sagt Daseking.

In diesem Punkt liegt vielleicht der größte Unterschied zwischen den beiden Westfalenligisten. Während Espelkamp bereits auf eine funktionierende Jugendarbeit aufbauen kann, ist der TuS Bövinghausen gerade dabei, überhaupt Jugendmannschaften stellen zu können.

„Der TuS Bövinghausen ist mir bekannt – besonders durch die prominenten Namen der Spieler, die dort auflaufen“, sagt der 36-jährige Espelkamper Trainer. Von den sportlichen Ambitionen her seien beide Vereine vergleichbar. Einen Unterschied gebe es aber beim Wie.

Espelkamp baut auch auf seine Jugendabteilung

Während Bövinghausen – jedenfalls zur Zeit – viel auf erfahrene Spieler setzt, die ihre Klasse bereits im höherklassigen Fußball unter Beweis gestellt haben, setze Espelkamp darauf, dass der gesamte Verein gleichzeitig mitwächst, erklärt Daseking. „Dem Klub geht es auch um eine hochwertige Nachwuchsarbeit. Wir wollen vorzeigbare Vereinsstrukturen aufbauen, die bereits bei den Mini-Kickern anfangen. Wir wollen Kinder aus der Region für den Fußball und den Verein begeistern und sie im Sinne des Sport sozialisieren.“

Was die Transfers der ersten Mannschaft betrifft, gehen die Espelkamper aber ähnlich wie die Bövinghausener vor. Die Preußen wildern gerne in höheren Regalen, auch wenn nicht so hoch wie beispielsweise der TuS bei Kevin Großkreutz oder Baris Özbek.

Vor zwei Jahren spielte Preußen Espelkamp – damals noch Landesligist – gegen Bövinghausens Ligakonkurrenten RW Deuten im Westfalenpokal und gewann dank eines Treffers von Stefan Langemann in der 90. Minuten knapp mit 1:0, obwohl die Rot-Weißen 80 Minuten in Überzahl spielten und zwei Elfmeter zugesprochen bekamen. © Alexander Grohmann © Alexander Grohmann

So spielte bis zuletzt der 28-jährige Top-Stürmer Janik Brosch beim Westfalenligisten. Der war davor in der Regionalliga beim SV Lippstadt sowie beim SV Rödinghausen eine fest Größe. Nun verlässt er den Klub zwar wieder. Dafür hat Espelkamp aber den nächsten Hochkaräter an Land gezogen.

Marvin Höner kommt vom Ligakonkurrenten VfL Theesen zu den Ostwestfalen. Trainer Tim Daseking kennt den Stürmer aus gemeinsamen Zeiten bei der U19 des Bundesligisten Arminia Bielefeld, wo er Höner trainierte. Danach spielte der 27-Jährige, der in der vergangenen Saison in acht Spielen elf Tore erzielte, unter anderem bei Jong Ajax, also der Reserve von Ajax Amsterdam. Für die Reserve des niederländischen Rekordmeisters lief Höner sieben Mal in der zweithöchsten niederländischen Spielklasse auf.

Auch auf weitere ehemalige Jugend-Bundesliga-Spieler setzt der Verein. So verpflichtete er für die kommende Saison Arian Berisha von der U23 des SV Rödinghausen. Zuvor spielte Berisha auch in der U17 von Borussia Dortmund. Beim BVB gespielt hatte auch Henrik Bartsch, der mittlerweile für Preußen Espelkamp aufläuft. Bei den Schwarz-Gelben spielte Bartsch zwischen 2016 und 2017 in der U23. In der Regionalliga West kam er damals zu einem Einsatz.

Und wer weiß, vielleicht kommen die zwei Dortmunder Jungs bald wieder in die Ruhrgebietsstadt. Denn wenn alles so läuft, wie es sich der TuS Bövinghausen und und der FC Preußen Espelkamp vorstellen, kicken beide in einem Jahr gegeneinander – in der Oberliga Westfalen. „Das wäre wünschenswert“, sagt Tim Daseking.

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