Schon bald könnte es losgehen mit der Saisonvorbereitung im Amateurfußball. Doch wie groß soll eigentlich der Kader dafür sein? © Sebastian Reith
Fußball

Auf der Suche nach der perfekten Kadergröße – das sagen die heimischen Trainer

Die Planungen für die kommende Saison im Amateurfußball laufen auf Hochtouren. Spieler kommen, Spieler gehen – doch wie sieht eigentlich die perfekte Kadergröße aus?

Den Amateurfußballern juckt es mit jedem Tag mehr in den Füßen. Denn nach der monatelangen Pause rückt der Zeitpunkt der Rückkehr auf den Platz immer näher – einige der heimischen Klubs stehen bereits kurz davor. Dann werden die Trainer auch ihre Neuzugänge so richtig kennenlernen und sich ein echtes Bild vom eigenen Kader machen können. Doch wie groß sollte das Aufgebot eigentlich sein? Ab welcher Größe gehen die Trainer mit Bauchschmerzen in die Saison? Wir haben bei den acht heimischen Klubs nachgefragt.

Mario Plechaty, FC Nordkirchen: „Ich habe am liebsten mindestens 22 Feldspieler in meinem Kader und jede Position doppelt besetzt, besonders Letzteres ist sehr wichtig für mich. Die perfekte Kadergröße an sich gibt es aber nicht. Ich hatte schon Kader mit 20 Spielern, dann verletzten sich gleich mehrere und man hat ein Problem. Wenn ich mit 30 in die Saison gehe, bleiben plötzlich alle fit und ich muss acht Leuten sagen, dass sie auf die Tribüne müssen – wie man es auch macht, am Ende kommt es nicht wie geplant.“

Patrick Linnemann, SuS Olfen: „Das Thema kann man nicht pauschalisieren. Man muss immer abwägen, was man für eine Kaderstruktur hat, wie groß der Anteil an Studenten und Spielern im Schichtdienst ist. Habe ich 22 Leute, die immer können, dann ist das schon sehr gut. Dazu gehört aber auch die Voraussetzung, dass ich eine zweite Mannschaft habe für den Notfall. Bei mehr als 22 Spielern wird es immer welche geben, die nicht auf dem Spielberichtsbogen erscheinen, das macht auch keinen Spaß – und darum soll es im Amateurbereich ja schon noch gehen.“

Mario Rast braucht mindestens 20 Spieler in seinem Kader.
Mario Rast braucht mindestens 20 Spieler in seinem Kader. © Matthias Henkel © Matthias Henkel

Mario Rast, SG Selm: „Mit einem 16er- oder 18er-Kader kommt man im Leben nicht klar. Eine vernünftige Kaderstärke beginnt bei 20, ich habe aber lieber 24, 25 Spieler. Zu viel sollten es auch nicht sein, denn die schwierigste Aufgabe eines Trainers ist es, mit den Nummern 12 bis 20 zu sprechen und die Jungs bei Laune zu halten. Die wollen nicht nur trainieren, sondern sich vor allem am Wochenende mit den anderen Mannschaften messen.“

Dennis Gerleve, Westfalia Vinnum: „Im Idealfall sollte jede Position doppelt besetzt sein, also 20 Feldspieler und zwei Torhüter. Das ist das Minimum, dazu könnten dann noch ein, zwei Spieler kommen. Das kommt bei uns aktuell gut hin, wir sind bei 23 Spielern. Weniger sollten es nicht werden, aber wenn sich nach oben hin noch was tut, sind wir offen für ein, zwei Neuzugänge.“

Pascal Harder, GS Cappenberg: „Keiner kann in die Zukunft schauen. Für die A-Liga ist irgendwas zwischen 22 und 26 Spielern gut. Es kommt aber immer darauf an, was passiert. Hat man 18 Mann, keiner verletzt sich und keiner macht Urlaub, dann reicht das natürlich, voraussehen kann man das aber nie. Genauso gefährlich kann ein sehr großer Kader sein. Zuletzt war ich froh, dass unser Kader groß war, weil wir viel Verletzungspech hatten. Da denkt man: ‚Zum Glück haben wir so viele Spieler.‘“

Sanmi Ojo, PSV Bork: „Die Kadergröße ist immer abhängig von der Kaderstärke. Mit 25 gleich starken Spielern wird es schwierig, dann herrscht schnell Unzufriedenheit. An sich sind so 24, 25 Leute aber eine angenehme Größe, dann steht das Grundgerüst und der Trainingsbetrieb ist durch Schichtdienst beispielsweise nicht gefährdet. Unter 20 Spielern wird es hingegen sehr kritisch, weil es vielleicht auch Verletzte geben wird.“

Reinhard Behlert, SC Capelle: „Wir haben einen Kader von 23 Feldspielern und zwei Torhütern, das halte ich für völlig ausreichend, tendenziell sogar eher zu groß. Verletzungen kann man nicht berechnen, dafür aber andere Faktoren: Macht jemand ein duales Studium, baut jemand ein Eigenheim oder steht vor den Abiturprüfungen? Das muss man bei der Planung berücksichtigen. Wir haben aber auch eine gut funktionierende A-Jugend, aus der wir nach Absprache auch mal ein, zwei Jungs hochziehen können.“

Michael Luppus, SV Südkirchen: „Wie viele Spieler man braucht, kann man vorher nie wissen. Verletzungen kann man nicht planen. Wir gehen mit 22 Spielern in die Saison und hoffen, dass wir vom Verletzungspech verschont bleiben. Zu groß darf der Kader auch nicht sein. Das war vor allem im vergangenen Jahr ein Problem, als wir nur 15 Spieler mitnehmen durften. Da ist für einige einfach kein Platz mehr gewesen.“

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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