Ein Jugendtraining bis 14 Jahre in Gruppen bis fünf Personen ist aktuell möglich. Ob aber ein Probetraining für Gastspieler angeboten werden soll, ist mehr als fraglich. © gms
Fußball

Appell an die Klubs: „Mit Weitsicht handeln, auf Probetraining verzichten“

Die Corona-Inzidenzwerte gehen örtlich zwar zurück, aber sie sind nach wie vor hoch. Ein Probetraining für Fußball-Junioren ist möglich, aber ist es auch sinnvoll?

Die Saison in der Fußballjugend ist abgebrochen, trotzdem laufen die Planungen für die Spielzeit 2021/22 auch in den Vereinen auf Hochtouren. So mancher Trainer möchte sein Team da gerne verstärken, aber Spieler zu verpflichten, die man nie spielen gesehen hat, ist für viele ein Problem. Da Probetrainings dazu führen, dass die Trainingsgruppen sich weiter vermischen, schaltet sich nun der Verband ein.

Viele Kinder waren froh, dass zuletzt zumindest in Kleingruppen wieder trainiert werden konnte. Bei guten Hygienekonzepten und der Einhaltung aller Regeln sollte Sport an der frischen Lust vermutlich nicht großartig zum Infektionsgeschehen beitragen. Was passiert aber nun, wenn Spieler neben dem Training in ihrem Verein das eine oder andere Probetraining im anderen Verein durchführen, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Nach dem Probetraining kehren sie wieder in ihren Stammverein zurück und bringen vielleicht eine Infektion mit, die so nicht eingeplant gewesen ist.

Empfehlung des Fußballverbandes Westfalen

Aus diesem Grund äußerte sich der FLVW bereits Mitte März und empfahl den Vereinen, mindestens bis Ende April auf Probetrainings zu verzichten. Einige Vereine hielten sich an diese Empfehlung, andere eben nicht und luden Spieler fleißig als Gastspieler ein.

Thomas Trahe bittet Fußballvereine, in der Corona-Pandemie auf ein Probetraining mit Gastspielern zu verzichten.
Thomas Trahe bittet Fußballvereine, in der Corona-Pandemie auf ein Probetraining mit Gastspielern zu verzichten. © Neumann © Neumann

„Das Problem ist, dass der Verband lediglich eine Empfehlung ausgesprochen hat und kein Verbot. Demnach haben diese Vereine zunächst einmal keine Fehler begangen, wobei ich persönlich von keinem Fall gehört habe“, sagt Thomas Trahe, Vorsitzender des Kreis-Jugend-Ausschusses Unna/Hamm.

Thomas Trahe: „Vereine sollten mit Weitsicht handeln“

„Ich bin jedoch natürlich der Meinung, dass man in dieser besonderen Situation auf Probetrainings verzichten sollte. Ich verstehe die Trainer, dass sie Spieler sichten möchten, aber am Ende liegt es auch am abgebenden Verein mit Weitsicht zu handeln und den jeweiligen Spielern das Probetraining nicht zu erlauben“, so seine Meinung zu dieser Thematik.

Gehört hatte Trahe indes von einem Spieler, der ein Probetraining im Nachwuchsleistungszentrum von Schalke absolviert hat. „Auch bei Teams der Nachwuchsleistungszentren sollte es momentan keine Ausnahmen geben. Wenn man irgendwann über Probetrainings sprechen sollte, müssten die jeweiligen Spieler in meinen Augen zumindest auf das Coronavirus getestet werden“, gibt Trahe einen Vorschlag zu einer möglichen Lösung des Problems.

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