Dürfen die Amateursportler für Traningszwecke bald wieder auf die Plätze? © Jens Lukas
Amateurfußball

Amateurfußball: Das sind die Pläne der 21 Verbände für den Rest der Saison

Wie soll die Saison im Amateurfußball zu Ende gebracht werden? Diese Frage stellen sich die Verbände im Lockdown gerade landauf, landab. Die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus.

Bis zum 14. Februar gilt der bundesweite Lockdown – vorerst. Wie es danach weitergeht, steht noch in den Sternen. Die immer neuen Verlängerungen der Corona-Maßnahmen bringen die deutschen Fußballverbände zeitlich in die Bredouille. Kann die Saison noch weitergespielt werden? Wenn ja: Ab wann? Und in welcher Form? Wertet man nur die Hinrunde? Zieht man die Quotientenregelung herbei? Gibt es Auf- und Abstiegsrunden? Oder muss die Saison abgebrochen und annulliert werden? Das sind die Fragen, die sich die Verbände landauf, landab derzeit stellen – und die sie zum Teil recht unterschiedlich beantworten.

Wir geben einen Überblick, wie der derzeitige Planungsstand (Stand: 2. Februar 2021) in den 21 deutschen Fußballverbänden ist.

  • Für die heimischen Kicker im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) steht fest, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht vor dem 1. April stattfinden wird. Turniere bleiben in Westfalen gar bis zum 30. Juni verboten. Die Hoffnungen des FLVW ruhen darauf, 50 Prozent der Partien in den einzelnen Ligen absolvieren zu können – um die Saison sportlich werten zu können.

  • Auch in Bremen soll nach derzeitiger Planung ab dem 1. April wieder gekickt werden. Der Bremer Fußball-Verband hat entschieden, bis zum 30. Juni die Hinrunde zu Ende spielen und werten zu wollen.

  • Der Thüringische Fußballverband (TFV) hat ebenfalls das Osterwochenende – also die Tage zwischen dem 1. und 5. April – für einen Re-Start angepeilt. Oberstes Ziel sei die Beendigung der Hinrunde bis zum 30. Juni. Weitere Spielrunden oder Playoffs seien aus terminlichen Gründen keine Option.
  • Der Hamburger Fußballverband (HFV) hat mit seinen Vereinen beschlossen, dass ein möglicher Re-Start spätestens am 27./28. Februar stattfinden müsste, um die Hinrunde noch zu Ende spielen zu können. „Weitere Voraussetzung für dieses Startwochenende ist eine mindestens 14-tägige Trainingsmöglichkeit in Mannschaftsstärke“, heißt es auf der Homepage des HFV. Heißt: Sollte nach dem derzeitig angepeilten Lockdown-Ende am 14. Februar nicht wieder sofort das Mannschaftstraining aufgenommen werden können – was höchst unwahrscheinlich ist – wird die Saison abgebrochen. Es bliebe dann in der kommenden Saison bei der jetzigen Ligeneinteilung.

  • Der Badische Fußballverband (bfv) hat noch kein konkretes Datum oder eine Deadline ins Auge gefasst und will sich in den kommenden Wochen mit seinen Vereinen über zwei Varianten für den weiteren Saisonverlauf beraten: Entweder soll die Hinrunde zu Ende gespielt und gewertet werden. Oder – wenn es der Terminplan zulässt – soll im Anschluss an die Hinrunde noch eine Auf- und Abstiegsrunde gespielt werden.
  • Entspannt sieht die Lage derweil beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) aus. Im Gegensatz zu allen anderen Landesverbänden hatte der BFV die Saison 2019/20 nämlich nicht abgebrochen – sondern lediglich unterbrochen und zu einer Spielzeit 19/21 ausgedehnt. Die restlichen Ligaspiele kann der Verband wohl ohne große Hindernisse stattfinden lassen. Nur, ob der neugeschaffene Ligapokal tatsächlich ausgespielt werden kann, ist derzeit noch offen.

  • Der Niedersächsische Fußball-Verband befindet sich ebenfalls in einer komfortableren Position, als die meisten anderen Landesverbände. Denn viele Staffeln wurden vor der Saison aufgeteilt und verkleinert – was sich mit Blick auf den Terminkalender nun positiv niederschlägt. Eine sportliche Wertung der Saison ist das angestrebte Ziel – zur Not sei auch eine Saisonverlängerung bis zum Beginn der Sommerferien am 21. Juli möglich.

  • Auch der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband (SHFV) profitiert terminlich von seinen – im Vergleich zu anderen Verbänden – kleinen Staffelgrößen, die vor der Saison angepasst wurden. Wie und wann es weitergeht ist ungewiss, doch das SHFV-Präsidium hat in seiner jüngsten Sitzung betont: Die Saison soll sportlich zu Ende gebracht werden.
  • Der Berliner Fußballverband steht beim Thema Saisonfortsetzung im Austausch mit den Vereinen. Mitte Januar sei man darüber eingekommen, „dass es aktuell noch zu früh sei, um konkrete Entscheidungen zu fällen“, heißt es auf der Verbandshomepage. Die nächste Beratungsrunde soll Mitte/Ende Februar stattfinden.

  • Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) möchte allen Vereinen eine drei- bis vierwöchige Vorbereitungszeit vor einem möglichen Re-Start einräumen. Als der Lockdown bis zum 14. Februar verlängert wurde, hat der FLB deshalb die Winterpause vorerst bis zum 14. März ausgedehnt.

  • Auch der Landesfußball-Verband Mecklenburg-Vorpommern will den Klubs einen vierwöchige Vorbereitungszeit einräumen – zumindest auf Landesebene. So wird auch hier frühestens Mitte März wieder gekickt. Die sechs angeschlossenen Kreisverbände haben die Option, nach nur zweiwöchiger Vorbereitung wieder mit dem Spielbetrieb zu beginnen. Eine Anpassung der Wettbewerbsmodalität schließt der Verband nicht aus. Entscheidungen gibt es aber noch nicht. Ziel sei es, die Saison „mit einer Wertung auf sportlichem Wege zu Ende zu bringen“, heißt es auf der Verbandshomepage.
  • Der Fußball-Verband Niederrhein hat noch keine weiteren Beschlüsse gefasst. Fest steht nur: Die Vorbereitungszeit für Vereine vor einem Re-Start soll mindestens zwei Wochen betragen.

  • Der Hessische Fußball-Verband tendiert wegen der zunehmenden Terminknappheit dazu, nur noch die Hinrunde zu Ende spielen zu wollen. Das müsse aufgrund der Regionalliga-Relegationsspiele bis zum 13. Juni geschehen.

  • Der Fußball-Verband Mittelrhein hat noch keine generelle Entscheidung zum Fortgang der laufenden Saison gefasst und wartet auf die weiteren Schritte aus der Politik. Die Staffelleiter können den Spielmodus jedoch ohne Zustimmung der Vereine ändern, wenn absehbar ist, dass der normale Modus aus Hin- und Rückrunde nicht mehr realisierbar ist.
  • Der Fußball-Verband Rheinland hatte im November ganze fünf verschiedenen Szenarien ins Spiel gebracht, wie die Saison beendet werden könnte. Die Beendigung der regulären Saison mit Hin- und Rückrunde ist allerdings mittlerweile vom Tisch. Bleiben noch: Die Beendigung der Hinrunde mit anschließendem Play-Off-System, die Wertung der Hinrundentabelle als Abschlusstabelle, die Wertung von Hin- und Rückrunde (soweit, wie sie ausgetragen werden können) unter Berücksichtigung der Quotientenregelung oder eine Annullierung der Saison. In der kommenden Woche will sich der Verband mit den Vereinen beraten. Die angeschlossenen Fußballkreise können ihr Szenario selbst festlegen. Außerdem wurde den Klubs eine Vorbereitungszeit von zwei Wochen zugesagt.

  • Im Saarländischen Fußball-Verband hat sich die Mehrheit der Vereine für einen Abschluss der Vorrunde mit Relegation ausgesprochen. Sollte die Vorrunde nicht bis zum 30. Juni abgeschlossen werden, wird die komplette Saison annulliert.

  • Noch nicht viel beschlossen hat derweil der Fußballverband Sachsen-Anhalt. Derzeit steht lediglich fest: Der Spielbetrieb wird bis zum 28. Februar ausgesetzt. Das Gleiche gilt für den Sächsischen Fußball-Verband.
  • Der Südbadische Fußballverband hat im Dezember beschlossen, dass Staffeln mit 14 oder weniger Vereinen die Saison mit Hin- und Rückrunde zu Ende spielen sollen. Die Staffeln mit 15 oder mehr Teams sollen nach Abschluss der Hinrunde in der Hälfte geteilt werden. Die Mannschaften der jeweiligen Hälfte spielen dann eine Auf- bzw. Abstiegsrunde im „Jeder-gegen-Jeden“-Modus. Punkte und Tore aus der Hinrunde werden übertragen. Auf- und Abstiegsrunden sollen nur gespielt werden, wenn nach Abschluss der Hinrunde noch genügend Spieltermine zur Verfügung stehen. Kann die Saison bis zum 30. Juni nicht zu Ende gespielt werden, wird abgebrochen – und die Abschlusstabelle wird anhand der Quotientenregelung erstellt.

  • Auch der Württembergische Fußballverband hatte Anfang Dezember den Plan gefasst, nach der Hinrunde Auf- und Abstiegsrunden auszutragen. Doch mittlerweile sind die Pläne aufgrund des anhaltenden Lockdowns wieder in den Hintergrund gerückt. Eine Beendigung der Hinrunde sei nun das „realistische Minimalziel“, wie es vom Verband heißt.

  • Der Südwestdeutsche Fußballverband hatte in der Vergangenheit betont, dass die Durchführung der Saison bis zum 30. Juni wie geplant möglich sei, wenn ein Re-Start Ende Februar erfolgen würde. Allerdings: Die aktuellen Lockdown-Beschränkungen gelten bis zum 14. Februar. Und der Verband selber hatte angekündigt, den Vereinen eine vierwöchige Vorbereitungszeit einräumen zu wollen – was einen Re-Start nach derzeitigem Stand bis mindestens Mitte März verschieben würde. Eine neue Ansage des Verbandes hat es bislang noch nicht gegeben.
Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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Marc-André Landsiedel

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