Zu viele Aufträge, zu wenig Leute: Reinigungsunternehmen kämpfen mit Personalmangel

dzWegen Schwarzarbeit

Nicht angemeldete Haushaltshilfen sind immer noch die große Mehrheit in Deutschland. Ein Schwerter Reinigungskraft erklärt, dass der legale Job aber oft viel einfacher ist. Für beide Seiten.

von Tom Schlieck

Schwerte

, 10.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sache ist dringend. Im Reinigungsunternehmen Hausmeisterservice Andreas Galle sucht man schon lange nach Personal. „Wir haben seit über einem Jahr eine Vollzeitstelle ausgeschrieben und es gab in der Zeit genau vier Leute die das Arbeitsamt geschickt hat. Diese haben nach der einen Woche Probearbeit direkt wieder aufgehört. Wir suchen händeringend, da es einfach zu viele Aufträge für zu wenig Leute gibt“, erzählt Vorarbeiterin Katharina Tiemann.

Die Schwerter Firma bedient hauptsächlich gewerbliche Kunden, reinigt also beispielsweise Büroräume. Das größere Problem liegt allerdings meist in privaten Haushalten.

Dort wollen viele Personen ihre Haushaltshilfen offiziell anmelden, damit sie nicht illegal bei ihnen beschäftigt sind und ihr Geld „schwarz“ verdienen. Oft wehren sich die Haushaltshilfen selbst gegen eine Anmeldung, wenn sie bereits offiziell eine Putzstelle in einem anderen Haushalt haben.

Reinigungskräfte wollen Lohngrenze von 450 Euro nicht überschreiten

Bei zwei oder mehreren offiziell angemeldeten Stellen überschreiten sie oft die Gehaltsgrenze von 450 Euro, was bedeutet, dass sie Steuerabgaben leisten müssen. Und mehr Geld bedeutet dann eben auch mehr Steuern.

Damit sitzen die Haushaltshilfen in Sachen Anmeldung häufig am längeren Hebel. Das Angebot ist klein und die Nachfrage größer denn je. Denn eine gute Haushaltshilfe will vom Auftraggeber auch so lange wie möglich gehalten werden. Die Suche nach einer neuen und zuverlässigen Kraft kann sich schwierig gestalten.

Und das merken eben auch Unternehmen, wie das von Katharina Tiemann.

Illegal beschäftigte Putzhilfen: Kein Kavaliersdelikt

Anzeigen laufen oft Monate lang. Zwar mit großer Resonanz, aber nur Offerten zur Schwarzarbeit. Selbst auf Anzeigen, die explizit Minijobber nachfragen.

Problematisch bleibt vor allem, dass es zwar Gesetze für Bußgelder und sogar Haftstrafen fürs Schwarzputzen gibt, allerdings fehlen die Ressourcen, um diese durchzusetzen. Der verantwortliche Zoll braucht für jede Wohnung einen eigenen Durchsuchungsbefehl. Dadurch wird der Aufwand, eine solche Putzkraft zu überführen, viel zu groß.

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Dabei kann ein Job bei solchen kleineren, lokalen Putzorganisationen sehr attraktiv werden. Katharina Thiemann erklärt: „Wichtig ist nur, dass ein vernünftig angesetztes Penusm erfüllt wird. Ob ein Treppenhaus eine Stunde dauert oder 15 Minuten, das kann ich selbst entscheiden. Hauptsache ich habe meine Tour am Ende des Tages geschafft. Das ist bei uns echt lockerer als bei den Großen.“

„Der Job verlangt einem körtperlich alles ab. Grade die ersten Monate muss man echt beißen. Aber man fühlt sich ausgelastet. Eher erschöpft und glücklich. Ich weiß einfach wo ich mein Geld verdient habe.“ Besonders Menschen die eine zweite Chance suchen, können hier eine Aufgabe finden.

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