Zu modern? Gospelsängerin konnte Schwerter beim Sommerkonzert nicht begeistern

dz5. Sommerkonzert

Die bekannte Sängerin Gabriela Kyeremateng brachte Gospel und Soul nach Schwerte. Ihr Auftritt entsprach aber nicht den Erwartungen der Zuhörer. Viele verließen vorzeitig den Saal.

Schwerte

, 21.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gabriela Kyeremateng mit Band und Background-Sängerinnen lockte viele Freunde und Bekannte zu ihrem Auftritt in der Katholischen Akademie. Es mussten zunächst sogar zusätzliche Stühle gestellt werden. Sehr auf Pop ausgerichtet, mit viel Handclapping und großer Lautstärke startete sie ihr Programm. Das Anpassen der Tontechnik auf den überschaubaren Saal zog sich über mehr als nur das erste Stück hin.

Auf Deutsch legte sie mit „Er, der mein Herz regiert“ ein Glaubensbekenntnis ab, die Stimme rauchig, im Gesang oft gepresst. Zu „Echo“ brachte die 20-jährige Dortmunderin das Publikum dazu, stehend den Rhythmus mit zu klatschen.

Gesichtern und mancher Äußerung war zu entnehmen, dass dieses Mitgehen bei vielen nicht ganz freiwillig geschah. Da nützte es auch wenig, wenn die Frontfrau die Bühne verließ, direkt vor den Stuhlreihen sang und tanzte. Fanatischen Glaubenseifer stellten sie und ihre Truppe zur Schau, selbst mit einem eher bedächtigen Song wie „Making Room“. Monoton wirkten die endlosen Wiederholungen bei „Shackles“, gefolgt von einer Ballade.

Religiöse Lieder in Reggae-Version

Mit erhobenem Zeigefinger ging es weiter, missionarisch belehrend, Deutlich gelichtet hatten sich da schon die Reihen. Bibelfestigkeit mit Zitaten und Versangaben bewies die junge Frau in ihrer Moderation. Solistisch zum Keyboard verbreitete sie wortwörtlichen Glauben an die Bibel.

Zum Mitmachen verdonnert, erlebte das Publikum die religiösen Inhalte mal als Reggae, dann als Bump. Mit hingeworfener Story leitete die Schwester zweier Fußballer über zum fordernden „Grace and Mercy“. Erst als Schlussnummer gab es einen Gospel-Klassiker: „Oh happy day“, der Titel des Programms, der wohl viele Besucher zu den ansonsten eher unbekannten Stücken gelockt hatte.

Viele interessantere Interpretationen im Ohr, konnte man bei dieser Version, unterbrochen durch Übungen zum Einsingen im Chor, wenig künstlerischen Anspruch entdecken. Kyeremateng strickte auch diese weltbekannte Nummer tot. Die drei Musiker legten ihren Sound unter die Moderationen, peitschten zum Schlussapplaus das Publikum künstlich auf.

Dies verfing indes nicht lange, denn trotz fortlaufender Beschallung strömten die Menschen bald in Scharen aus dem Saal. Unplugged hätte sich diese Veranstaltung in die Reihe der Sommerkonzerte vielleicht besser gefügt.

6. Sommerkonzert am Sonntag

„I just want to play …“ wünscht sich die Kölner Jazz-Cellistin Beate Starken. Mit ihrem Solo-Programm gestaltet sie das letzte Sommerkonzert der Saison am Sonntag, 25. August um 17 Uhr in der Rohrmeiste-rei. Dabei lässt sie auch Stilrichtungen vom Barock bis zur elektronischen Verfremdung nicht aus. Karten im Vorverkauf 16 Euro auf kgs-schwerte.de, an der Tageskasse 18 Euro.
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